1. Januar 2026

 

Der Tag der Tage! Wir sind parat und bereit für unsere Reise. Noch schnell ein paar Sachen ins Wohnmobil verstaut – Wasser auffüllen gestaltete sich allerdings schwierig, da unsere Wasserschläuche tiefgefroren waren ❄️.

Also kurzer Planwechsel: Zuerst zur Raiffeisenbank in Grauholz, Euro holen und gleich noch Mariannes Weihnachtsgeld einzahlen. Danach ging’s auf den Friedhof, wo wir die beiden Laternen mit Kerzen abholten. Kurz Tschüss gesagt – wir sind sicher, dass sie uns auf der Reise begleiten werden.

Inzwischen hatte der Schlauch ein Einsehen und taute auf – Wasser aufgefüllt, Mission erfüllt. Nun ging es endlich los Richtung Bottighofen, komplett staufrei und praktisch ohne Verkehr (so darf ein Jahr starten!).

In Bottighofen holten wir Marianne ab und fuhren zu Thomas und Lea. Dort gab es feine Piccata Plätzli mit Tomatenspaghetti – ein perfekter Start. Anschliessend brachten wir Marianne mit Leas Opel nach Hause, verabschiedeten uns und fuhren noch in den Wald. Beim Baum von Franz hielten wir ebenfalls kurz inne, sagten Tschüss und sind sicher: Auch er ist nun mit dabei.

Danach fuhren wir nach Altstätten auf den Stellplatz. Bezahlen, Platzrunde drehen, ankommen. Zum Abendessen gab es die Reste vom Mittag mit einem feinen Salat. Wir spielten noch eine Runde Tutto und schauten YouTube – ein ruhiger, schöner erster Reisetag.

2. Januar 2026

 

Der Tag startete gemütlich. Am Abend zuvor hatte Cornelia noch Anita und Rolf geschrieben, ob es einen Kaffee gäbe – Antwort: Ja klar! ☕

So fuhren wir gegen 10 Uhr los, brachten noch den Müll weg und starteten Richtung Sevelen. Nach einer kleinen Ehrenrunde kamen wir trotzdem sehr pünktlich an. Der Besuch war toll, die Zeit verging wie im Flug.

Gegen 14 Uhr verabschiedeten wir uns – auch von Cousin Marcel mit Frau und Kind sowie von Erwin – und fuhren weiter. Nach Chur mussten wir wegen einer gesperrten Schnellstrasse auf Nebenstrassen ausweichen. Der Gegenverkehr stand im Stau, wir kamen wunderbar durch (Glück muss man haben).

Ohne Halt ging es weiter bis Locarno. Auf dem Stellplatz hatte es noch Platz und wir liefen gleich in die Stadt. Auf der Piazza Grande erwartete uns ein kleiner Winterzauber mit Weihnachtsmarkt, Eisbahn und Essens-Chalets. Wir kauften Unterlibli im Manor, schlenderten über die Piazza, erledigten noch einen Einkauf im Coop und liefen dem See entlang zurück.

Zum Nachtessen gab es Spätzli mit Speckwürfeli und Käse aus dem Omnia – herrlich! Danach noch ein Spiel, und schon war der Abend vorbei.

3. Januar 2026

 

Cornelia stand etwas früher auf, ging eine Runde laufen und brachte mir einen Schoggigipfel – perfekter Start 🍫🥐.

Danach wechselten wir die Batterien beim Ruuvi-Thermometer aussen und beim Truma Level Control System. Dafür mussten die Gasflaschen gelöst und der Sensor im Radkasten ausgebaut werden. Nach einem Besuch im Aldi wurde alles wieder fachmännisch montiert.

Wir beschlossen, den ganzen Tag in Locarno zu bleiben. Zuerst sassen wir noch etwas auf den Bänken beim Stellplatz, dann liefen wir zum Bahnhof und fuhren mit dem Zug nach Tenero. Von dort spazierten wir zum Camping Miralago (inklusive kurzem WC-Stopp 😄) und liefen dem See entlang zurück nach Locarno.

Es war speziell schön, die Campingplätze – vor allem „unseren“ Tamaro – so leer zu sehen. Im Winter wirkt alles viel kleiner. Unterwegs machten wir eine Pause auf einer Bank, danach ging’s mit dem Bus nach Ascona.

Dort schlenderten wir der Promenade entlang, hörten ein kleines Konzert, machten Halt beim Ascona-Schild und gönnten uns auf dem Rückweg einen Apéro: Limoncello Spritz für mich, ein Bier für Cornelia. Anschliessend noch ein Einkauf im Coop und mit dem Bus zurück. Zum Nachtessen gab es violetten Reis (leicht bissfest), Poulet und Lauch in Rahmsauce. Danach ein Spiel und noch ein YouTube-Video – ein rundum gelungener Tag.

4. Januar 2026

 

Wir starteten gemütlich in den Tag, frühstückten und machten das Wohnmobil fahrbereit. Grauwasser noch entsorgt, dann in Cadenazzo getankt. Der Versuch, dort auch Gas zu tanken, scheiterte – die ENI-Tankstelle war nicht mehr in Betrieb. Also weiter nach Coldrerio, wo es dann klappte.

Über die Grenze nach Italien ging es problemlos, der Telepass funktionierte einwandfrei. So rollten wir entspannt bis nach Parma. Der Stellplatz war leider voll, doch gleich daneben befand sich ein grosser Parkplatz mit mehreren Wohnmobilen – also stellten wir uns dazu.

Mit dem Bus fuhren wir in etwas mehr als 10 Minuten ins Zentrum. Wir schlenderten durch die Gassen, besuchten den Dom (inklusive Bezahlung für drei elektrische Kerzen), kauften Parmesan und spazierten durch einen grossen Park zurück zur Bushaltestelle.

Zurück beim Wohnmobil kauften wir noch im Lidl ein. Zum Nachtessen gab es Reste: Ich Spätzli mit Raclettekäse, Cornelia Kartoffeln mit Raclettekäse. Danach spielten wir Quirkle und schauten YouTube. Am Abend füllte sich der Parkplatz weiter – wir standen gemütlich eingebettet zwischen unseren neuen Nachbarn.

5. Januar 2026

 

Wir verbrachten eine ruhige Nacht auf dem Parkplatz. Am Morgen früh drehte die Strassenreinigung mit ihrer Wischmaschine fröhlich ihre Runden – sie hatten offensichtlich ihren Spass 😄.

Nach dem Frühstück fuhren wir Richtung Adriaküste. Ziel des Tages: Cesenatico, ein Tipp von Tante Ruth. Wir kamen gut an und gingen zuerst in ein riesiges Shoppingcenter. Dort kauften wir in einem grossen Iper ein. Die Selbstscan-Kasse war allerdings nicht unser Freund – ohne Hilfe ging gar nichts 😉.

Im MediaMarkt suchten wir noch einen Stecker, wurden aber nicht fündig. Beim Herausgehen begann es leicht zu schneien – oder eher Schneeregen.

Auf dem Stellplatz in Cesenatico angekommen, liefen wir zum Meer. Der Schneefall nahm zu, und die Stimmung am Meer mit Schnee war einfach zauberhaft ❄️🌊.

Zurück im Wohnmobil hiess es aufwärmen und entspannen. Es gab ein Apéroplättli und zum Nachtessen eine Pizza aus dem Omnia – perfekter Abschluss.

6. Januar 2026

 

Cornelia war wie immer früher auf den Beinen als ich. Während ich noch mit dem Bett über mein Aufstehen verhandelte, duschte sie bereits und drehte anschließend eine Laufrunde durch das verschneite Cesenatico – sehr vorbildlich.

Nach einem gemütlichen Frühstück und etwas Chillen im Wohnmobil (inklusive eines epischen Kampfes gegen widerspenstige Temperatursensoren) zogen wir los. Immer dem Strand entlang Richtung Zentrum.

Der Schneefall und die paar Zentimeter Neuschnee machten alles richtig märchenhaft. Für uns beide war es das erste Mal, Schnee am Meer zu erleben – definitiv etwas, das man nicht alle Tage sieht.

In Cesenatico spazierten wir dem Kanal entlang: zuerst viele Fischerboote, dann weiter hinten einige ältere Schiffe, die wohl offiziell Museum sind, inoffiziell, aber sehr fotogen. Kurzer Abstecher in die Kirche, dann ging es wieder zurück.

Es war ordentlich kalt, meine Handschuhe waren inzwischen komplett pfoltschnass – aber Details. Im Wohnmobil folgte dann der wohlverdiente Auftau-Teil des Tages: Glühwein, trockene Kleider und gute Laune. Dazu Salat und die tapferen Überreste der Pizza von gestern.

Danach legte ich einen Mittagsschlaf ein, während Cornelia professionell chillte. Leider hatte der Schnee inzwischen genug und verwandelte sich in Regen.

Wir spielten noch Tutto, tranken noch mehr Glühwein (rein aus Wärmezwecken) und zum Abendessen gab es Kartoffeln mit allerlei Zutaten, ein würdiger Abschluss für einen kalten, aber richtig schönen Tag.

7. Januar 2026

 

Heute beschlossen wir, ausnahmsweise sportlich zu sein – also nicht zu Fuß, sondern mit dem Wohnmobil – und fuhren zum Hotel Royal, das wir für Ruth fotografieren wollten. Bevor wir losgefahren sind, eine Straße weiter: Blaulicht, Polizei, Spannung! Wir dachten schon an einen Krimi, landeten aber bei etwas deutlich Friedlicherem – dem Fackellauf der Olympischen Winterspiele Mailand–Cortina, die am 6. Februar starten.

Danach wurde es glamourös: Grauwasser entsorgen und Frischwasser tanken. Camping-Alltag vom Feinsten.

anschließend ging es weiter nach Rimini. Dort parkten wir auf dem Wohnmobilstellplatz und starteten unsere Stadterkundung: erst der Augustusbogen, dann durch die Stadt, vorbei an der Burg Sismondo, weiter zu einer alten Steinbrücke und gefühlt einmal quer durch ganz Rimini bis zum Strand. Am Meer spazierten wir ein Stück entlang, dann auf einem hübschen Weg wieder zurück zum Parkplatz. Die Gehwege waren teilweise sehr pflotschig, aber immerhin rutschfrei genug, um die Knochen heil zu lassen.

Danach wieder ab auf die Autobahn Richtung Ancona. Eine schöne Strecke mit viel Blick aufs Meer – zumindest für den Beifahrer. Vor dem Stellplatz gönnten wir dem Wohnmobil noch Diesel und Gas, dann ging es weiter. Kurz darauf: Unterführung, nur zwei Meter hoch. Unser Wohnmobil und wir sagten gleichzeitig: Nein. Also wenden. Leider war auch der weitere Weg eher… kreativ. Da wir die Straßennummer nicht kannten, wollte uns das Garmin tapfer durch engste Gassen schicken – Abenteuer-Modus aktiviert.

Zum Glück bemerkten zwei freundliche Polizisten bei einer Schule unser Dilemma. Sie zeigten uns einen besseren Weg, ließen uns wenden und eskortierten uns sogar durch ein Fahrverbot zurück auf die richtige Strecke. VIP-Service inklusive – vielen Dank 😊

Am Stellplatz klappte die Anmeldung zuerst nicht, aber ein Telefonat später war alles geregelt. Die Karten lagen brav in einem Schlüsseltresor, und wir konnten problemlos einfahren. Es folgte noch ein kurzer Spaziergang ans Meer, der wegen kräftigem Wind sich eher nach Arktisexpedition als nach Strandurlaub anfühlte.

Den Abend verbrachten wir dann genau so, wie man es sich wünscht: im warmen Wohnmobil, mit Spaghetti zum Nachtessen, danach Spiele und Fernsehen. Camperglück pur 🍝🚐

8. Januar 2026

 

Der Tag begann für Cornelia vorbildlich: mit einer Dusche und einem Strandspaziergang. Als ich dann endlich aus dem Bett kam, schien die Sonne bereits fröhlich ins Wohnmobil.

Nach dem Frühstück hieß es zusammenpacken, entsorgen und die Stellplatzgebühr bezahlen. Unsere 5-Euro-Note hatte allerdings andere Pläne und wurde vom Automaten mehrfach empört zurückgewiesen. Erst nach einer kurzen Geduldsprobe und sanfter Überzeugungsarbeit wurde sie widerwillig akzeptiert. Technik liebt uns einfach.

Danach ging es – ganz unspektakulär und ohne Polizeieskorte – zurück zur Hauptstraße und weiter auf die Autobahn Richtung Süden. Die Autobahn war durchgehend zweispurig, und so tuckerten wir gemütlich im LKW-Tempo dahin. Unsere Vorfahrer waren auffallend flotte Lastwagen, wodurch sich das Tempo bei sportlichen 100 km/h einpendelte. Entschleunigung pur.

Später verließen wir die Autobahn und legten vor dem Stellplatz noch einen Einkaufsstopp bei EuroSpin ein. Es gab alles, was wir brauchten – auch wenn diese Ladenkette nicht ganz unser persönlicher Favorit ist. Aber: Magen zufrieden, Mission erfüllt.

Am Stellplatz angekommen waren bereits zwei weitere Wohnmobile da. Die beiden verabschiedeten sich bald wieder, dafür kam ein neues hinzu. Wir spazierten noch etwas am Strand entlang und chillten anschließend im Wohnmobil. Zum Zvieri gab es Brötchen mit Salami, Käse, Oliven und allem, was glücklich macht.

Vor dem Eindunkeln liefen wir noch einmal dem Strand entlang bis ins kleine Zentrum. Dort waren einige Fischer unterwegs, die in aller Ruhe ihrem Hobby nachgingen – sehr idyllisch und irgendwie beruhigend.

Den Abend verbrachten wir schließlich gemütlich im Wohnmobil, gut geschützt vor der Kälte, mit Essen, Entspannung und dem guten Gefühl, wieder einen richtig schönen Reisetag erlebt zu haben. 😊🚐

9. Januar 2026

 

Die Nacht war ruhig – das Meer hatte über Nacht beschlossen, sich von „Sturm“ auf „Ententeich“ umzustellen. Der Stellplatz war allerdings stockdunkel, wirklich null Licht. Wir waren zwar zu viert, trotzdem hatte das Ganze im völligen Finsteren etwas leicht Mystisches.

Am Morgen gab es Frühstück, danach einen Strandspaziergang zum Wachwerden, und dann hiess es wieder: Motor an und los. Heute ein Tag ganz ohne Autobahn, immer Richtung Vieste. Zuerst fuhren wir auf einer Art Schnellstrasse, dann auf der schmalen Bergstrasse SP144 – stellenweise eher Kategorie „hoffentlich kommt niemand entgegen“. Zum Glück wurde die Strasse später wieder etwas breiter, und die Schultern entspannten sich langsam.

In Vieste angekommen parkten wir am Strassenrand und besichtigten den Monolite Pizzomunno, einen weissen Kalksteinmonolithen mit stolzen 25 Metern Höhe. Sehr imposant. Nach einem kurzen Schwatz mit deutschen Wohnmobilisten ging es weiter der Küste entlang. Die Strasse war teils recht schmal – dafür entschädigte die Aussicht.

Beim Torre di San Felice legten wir einen Fotostopp ein, um den Arco di San Felice abzulichten. Ein richtig schöner Spot, einer von denen, bei denen man kurz vergisst, dass man eigentlich weiterfahren wollte. Danach ging es weiter auf der Küstenstrasse, mal hinauf, mal hinunter, manchmal schmal, aber immerhin mit wenig Verkehr.

Schliesslich entschieden wir uns für den Stellplatz in Mattinata. Dort angekommen kamen sofort die Stühle raus, und wir gingen an den Strand, um unseren Apéro zu geniessen – Prioritäten müssen sein. Danach hiess es wieder Wohnmobil-Modus: Der Wind war böig, ziemlich frech, und ab und zu tröpfelte es auch noch.

Zum Nachtessen gab es Teigwaren mit Lauch-Rahmsauce mit Salat. Einfach, aber genau richtig nach so einem Tag.

10. Januar 2026

 

Die Nacht auf dem Stellplatz war angenehm ruhig – nur der Wind hatte offenbar seine eigene Meinung und blies die ganze Nacht munter weiter. Am Morgen tröpfelte es dann auch noch ein bisschen vor sich hin. Kurzum: Die geplante Wanderung zu einem Aussichtspunkt sagten wir ab.

Stattdessen frühstückten wir gemütlich, räumten auf und entsorgten den Müll – die Mülleimer standen praktischerweise quasi direkt neben dem Wohnmobil. Service deluxe! Danach noch schnell Grauwasser ablassen und Frischwasser tanken, dann waren wir wieder startklar.

Weiter ging’s Richtung Castel del Monte, einer beeindruckenden Burg. Zuerst fuhren wir über Schnellstrassen, dann über eine fast verlassene Landstrasse – sehr idyllisch und richtig schön. Beim Castel selbst herrschte allerdings Fahrverbot, also parkten wir etwas unterhalb auf einem dicht bewachsenen Parkplatz. 7 Euro Parkgebühr später ging’s zu Fuss bergauf zur Burg.Oben angekommen: Kamera raus! Wir machten gefühlt hundert Fotos, bestaunten die berühmte achteckige Form der Burg und genossen die grandiose Aussicht von diesem Hügel. Natürlich gingen wir auch hinein. Innen konnte man zwei Ebenen mit verschiedenen Räumen besichtigen – alles aus weissem Kalkstein und jeder Raum dem anderen zum Verwechseln ähnlich. Eindrucksvoll, aber man merkte: Der Innenausbau wurde scheinbar nie ganz fertiggestellt.

Nach der Besichtigung drehten wir noch eine letzte Ehrenrunde um die Burg, bevor wir zum Wohnmobil zurückkehrten.

Dann fuhren wir weiter Richtung Bisceglie, legten unterwegs noch einen Tankstopp ein und steuerten den Stellplatz an. Dort war das Tor allerdings geschlossen – also erst einmal einkaufen. Wir parkten an der Strasse und deckten uns im Familia ein.

Zurück beim Stellplatz war das Tor inzwischen offen. Kaum standen wir auf dem Platz, kam auch schon der Platzwart vorbei – kurz darauf sogar noch mit einem englischsprachigen Freund. Die wichtigsten Infos bekamen wir persönlich, den Rest schickte er uns bequem per WhatsApp. Moderne Zeiten!

Zum Abschluss gönnten wir uns einen feinen Apéro, inspizierten neugierig die sanitären Anlagen (offensichtlich sonst vom örtlichen Fussballverein genutzt ⚽😉) und genossen einen gemütlichen Abend. Dank inklusive Strom diesmal sogar mit elektrischer Heizung. :-)

11. Januar 2026

 

In der Nacht hat es geregnet, als wolle der Himmel noch schnell alles nachholen, was er tagsüber vergessen hatte. Am Morgen dann die Überraschung: Aufhellung! Ganz früh gab es sogar noch ein Gewitter in der Nähe – unser erstes dieses Jahr.🌩️

Nach dem Morgenessen hiess es: sauber machen, danach eine Runde Tutto – man muss schliesslich Prioritäten setzen. Gegen Mittag wollten wir dann heldenhaft in die Stadt aufbrechen. Blöd nur: Wir fanden den Ausgang unseres Sportzentrums/Stellplatzes nicht. Also zurück zur modernen Technik und den Platzwart angerufen, der uns gnädig das Tor öffnete. Freiheit!

Nun marschierten wir Richtung Bahnhof, entdeckten unterwegs eine Bäckerei und kauften Taralli. Danach ging es weiter durch die Stadt Richtung Altstadt. Wir suchten die Strasse Dell Olio fanden diese und machten Fotos und landeten danach schliesslich am Hafen.

Das Wetter war sonnig, aber der Wind hatte offenbar keine Lust auf Frühling und blies eisig um die Ohren. Am Hafen gab es trotzdem einen Aperol-Spritz und einen Campari-Spritz – innere Wärme ist auch Wärme. Dazu ein nettes Gespräch mit einem deutschen Ehepaar über die Sehenswürdigkeiten Süditaliens. Fachsimpeln mit Spritz, sehr kultiviert.

Anschliessend spazierten wir weiter dem Hafen entlang, landeten erst in einer Sackgasse (klassisch), fanden dann aber doch noch den Kiesstrand. Danach steuerten wir eine ganz besondere Adresse an: Dort hatte Franco früher seine Ferien bei der Nonna verbracht. Gebäude gefunden ✔️, Videotelefonie mit Franco und Beatrix gestartet ✔️, gemeinsam den richtigen Ort identifiziert ✔️ – Teamwork top.

Auf dem Rückweg war die Fussgängerzone plötzlich wie ausgestorben. Offenbar hielten alle in Bisceglie gleichzeitig Siesta. Wir waren so allein, dass es schon fast unheimlich wurde – vermutlich dachten die Einheimischen, wir seien sehr mutige oder sehr verwirrte Touristen.

Zurück beim Wohnmobil stellten wir die Stühle raus, genossen erst ein Bier und assen dann ganz professionell die Resten:Spaghetti und Teigwaren mit Lauchrahmsauce. Kulinarische Resteverwertung auf hohem Niveau. Leider frischte der Wind wieder auf, und so zog es uns schliesslich doch ins gemütliche Wohnmobil zurück. Ende eines ereignisreichen, leicht windigen, aber sehr charmanten Tages. 🚐✨

12. Januar 2026

 

Heute stand eigentlich eine gemütliche Stadtbesichtigung von Bari auf dem Programm – eigentlich. Der Morgen begann nämlich alles andere als idyllisch. Kurz nach 7 Uhr lieferten sich Bauarbeiter und ein widerspenstiges Tor einen harten Kampf. Als das Tor endlich kapitulierte, wurden zur Feier des Sieges direkt Motorsägen angeworfen. Grünpflege, inklusive Lastwagen mit Kran zum Abtransport des Schnittguts. Sehr unterhaltsam. 😄

Nach dem Frühstück und einem Telefonat mit Sunrise, das sich ungefähr so lang anfühlte wie eine italienische Oper, machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof. Tickets lösen? Kein Problem! Der Automat sprach sogar Deutsch – man fühlt sich gleich wie zu Hause. Dann noch das richtige Gleis finden und ab ging’s: In rund 25 Minuten brachte uns der Zug nach Bari.

Dort spazierten wir eine grosse Einkaufsstrasse hinunter Richtung Altstadt. In der Altstadt besichtigten wir die Basilika San Nicola, innen wie aussen, und verloren uns danach in vielen kleinen Gassen. Zum Mittagessen gab’s zwei Brötchen aus einer Metzgerei – schlicht, lecker, effektiv.

Bari selbst konnte uns allerdings nicht so richtig begeistern. Wir finden Bisceglie einfach ruhiger und gemütlicher. Also wieder zurück zum Bahnhof und ab in den Zug. Auf der Rückfahrt lauschten wir einer Gruppe Jugendlicher vom Fussballclub Bisceglie. Wir verstanden kein einziges Wort, hatten aber das Gefühl, es ging um sehr wichtige Dinge ⚽😉

In Bisceglie spazierten wir zum Hafen – und dort durfte natürlich eines nicht fehlen: Aperol- und Campari-Spritz. Das Restaurant von gestern schloss gerade seine Türen vor unserer Nase, also gingen wir einfach eines weiter. Improvisation ist alles!

Danach zurück zum Bahnhof, wo wir spontan entschieden: Ach komm, Trani geht auch noch. Also wieder in den Zug, diesmal in die andere Richtung. In Trani liefen wir zur Kathedrale, die uns gerade noch in den letzten Sonnenstrahlen empfing – richtig schön. Auch von innen war sie beeindruckend: schlicht, mit Holzdach, sehr stimmungsvoll. Inzwischen dämmerte es, und wir sahen Trani sogar noch mit Weihnachtsbeleuchtung – Bonuspunkte!

Zurück ging’s erneut mit dem Zug, unterwegs noch schnell Taralli gekauft, dann ab ins Wohnmobil. Im Dunkeln sind wir doch lieber „zu Hause“. Aber der Abstecher nach Trani hat sich definitiv gelohnt.

Zum Abendessen gab es einen Tomaten-Mozzarella-Salat – leicht, lecker, verdient. Am Ende des Tages standen stolze 24’000 Schritte auf dem Zähler, also fast 16 Kilometer. Wir nennen das jetzt mal „kulturelles Ausdauertraining“.

13. Januar 2026 

 

Wir machten uns heute abfahrbereit, die Tage in Bisceglie sind nun vorbei. 

Das hiess zusammenpacken entsorgen und dann dem Platzwart angerufen um zu bezahlen. Wir schenkten ihm noch drei Schoggistängeli und dann ging es weiter. Unser heutiges Ziel ist Alberobello. Wir fuhren alles über Schnellstrassen, um Bari hatte es sehr viel Verkehr danach wurde es wieder ruhiger und gemütlicher. In Alberobello fanden wir den Stellplatz und stellten uns ganz unten hin, hier waren die Plätze etwas flacher, der Park- und Stellplatz liegt an einem Hügel. Zu fuss sind es nur paar hundert Meter und man ist mitten in den Trulli Häusern, Steinhäuser mit rundem Steindach. Wir liefen eine runde durch die Häuser und sahen uns ein Paar der Shops an die fast in jedem Trulli waren. Die meisten verkauften auch die gleichen Sachen. Wir kauften ein Olivenöl. Bereits auf dem Parkplatz sahen, wir das Wohnmobil von einem deutschen Paar welches wir bereits in Vieste getroffen, diese waren also auch hier. Diese trafen wir dann auch und hielten ein kurzes nettes Gespräch. Wir gingen dann wieder zurück zum Wohnmobil, es Koteletts mit Salat danach noch einmal ein Gespräch mit Ihm von Deutschland und prompt war der Nachmittag Geschichte. Am Abend war noch eine Besichtigung der Trulli’s angesagt. Wir liefen nochmals durch die Gassen, es war alles geschlossen und hatte praktisch keine Menschen mehr sie unterwegs waren. Wir gingen zum Restaurant, dass uns empfohlen wurde, waren aber noch etwas früh. Darum schlenderten wir noch etwas der Hauptstrasse entlang und sahen noch einen Weg der mit Figuren beleuchtet wurde und wo aus Lautsprechern Geschichten erzählt wurde. Die Weihnachtsgeschichte das Highlight war eine Krippe aus diesen beleuchteten Figuren. Dann gingen wir essen, eine Flasche Wein Cornelia Spaghetti ich etwas mit Schrimps Teigwaren und Kichererbsen. Das Essen war jetzt nichts besonderes der Wein war top. Danach schauten wir noch etwas YouTube und das wars.

 

14. Januar 2026

 

Der Tag begann heute: unterschiedlich. Cornelia war schon früh unterwegs und holte frische Brötchen im nahegelegenen Minimarkt, den wir gestern schon kurz getestet hatten.

Da wir die Trullis gestern gleich zweimal bewundert hatten, beschlossen wir heute ganz mutig: Das reicht jetzt erst mal.Also rumpelten wir über eine zwar wunderschöne, aber ziemlich holprige Strada Provinciale Richtung Monopoli.

Dort parkten wir in Hafennähe und machten uns auf Entdeckungstour durch die Altstadt. Die gefiel uns richtig gut! Wir besichtigten die Basilica Maria Santissima, schlenderten weiter durch die engen Gassen und den Hafen und konnten an einem Marktstand nicht widerstehen – Knoblauch und Zwiebeln mussten einfach mit. Danach ging’s wieder zurück zum Wohnmobil.

Weiter führte uns der Weg nach Villanova, von wo aus wir morgen mit dem Bus nach Ostuni fahren wollen. Wir wurden dort sehr freundlich empfangen – sogar auf Deutsch, was uns kurz glauben ließ, wir seien wieder zu Hause 😄

Nachdem wir unseren perfekten Stellplatz gefunden hatten, gab es unser erstes Z’Vieri draußen: Campingtisch und Stühle raus, Frischluft rein, Urlaubsmodus an.

Später spazierten wir noch ins Zentrum zum Castello di Villanova – leider war dort alles mit Gittern abgesperrt, genauso wie der gesamte Hafen. Also Plan B: Spaziergang zur anderen Seite des Stellplatzes, wo es angeblich einen Minimarkt und einen Strand geben sollte.

Den Strand fanden wir – sogar gleich zwei, der zweite größer und noch schöner. Den Minimarkt hingegen… nicht. Entweder geschlossen oder wir waren einfach mal wieder am falschen Ort 😅

Am Abend hieß es dann: Chillen im Wohnmobil. Es gab feinen Randensalat und zur perfekten Abrundung noch Netflix und YouTube. Ein gemütlicher Abschluss dieses Tages.

15. Januar 2026

 

Nach dem Morgenessen ging unser Bus um 10:30 Uhr nach Ostuni. Da wir – ganz schweizerisch – lieber zu früh als zu spät sind, standen wir natürlich schon deutlich früher an der Haltestelle. Der Platzwart verkaufte uns die Tickets: Bei ihm kosteten sie 1.10 Euro pro Person und Weg, im Bus wären es stolze 2 Euro gewesen. Sparfüchse im Ferienmodus also.

In Ostuni spazierten wir zuerst unten der Stadtmauer entlang und tauchten danach in die vielen Gassen der Altstadt ein. Zwar waren einige Touristen unterwegs, doch die meisten Gassen waren angenehm menschenleer – fast so, als hätten sie extra auf uns gewartet. Nach rund zwei Stunden waren wir mit der Besichtigung eigentlich schon durch.

Wir steuerten noch einen Marktstand an, doch leider hatten sie ausgerechnet die Tomaten nicht, die wir wollten. Schwere Enttäuschung. Zur Beruhigung der Gemüter gönnten wir uns deshalb einen Aperol- und einen Campari-Spritz, bevor wir gemütlich zurück zur Bushaltestelle liefen. Dort waren wir dann definitiv viel zu früh – also hiess es: warten, warten, warten.

Schliesslich ging es mit dem Bus zurück nach Villanova. Diesmal packten wir unsere Chill-Stühle aus, assen ein kleines Aperoplättli und genossen die letzten Sonnenstrahlen. Als die Sonne verschwand, zogen wir uns ins Wohnmobil zurück – denn kaum war sie weg, wurde es auch schon merklich kühler.

Zum Abschluss machten wir noch eine kurze Trotti-Tour zum Strand. Da es aber bereits dämmerte und die Schlaglöcher hier gefühlt überall lauern, blieb es bei einer sehr kurzen Runde. Sicher ist sicher. 😅

Am Abend schlich Cornelia noch einmal los zum Stellplatzbetreiber und kehrte heldenhaft mit zwei Flaschen Wein zurück. Danach wurde groß aufgekocht: Spaghetti in einer feinen Mascarpone-Schinken-Erbsen-Sauce – sehr zur Freude aller Beteiligten 🍝🍷

16. Januar 2026

 

Heute Morgen war Cornelia schon früh auf den Beinen und holte im Dorf vorne frische Brötchen und einen Käse – ein klarer Beweis dafür, dass Urlaub auch Einsatz erfordert 😉

Nach dem Frühstück entsorgten wir noch brav den Müll und füllten Wasser auf. Anschließend bezahlten wir unsere zweite Nacht, bevor es wieder auf die Schnellstraße ging.

Nach nur ein paar hundert Metern legten wir allerdings schon wieder einen Stopp ein – unser Wohnmobil hatte dringend Lust auf eine Dusche. Danach ging es geschniegelt und geschniegelt weiter Richtung Brindisi.

Dort parkten wir auf einem Stellplatz – oder vielleicht war es auch einfach ein Abstellplatz für Wohnmobile, so ganz sicher sind wir uns bis heute nicht. Jedenfalls fanden wir eine Parklücke, die gerade so passte. Zu Fuß liefen wir Richtung Hafen bzw. Meer und schauten drei Schleppern beim Auslaufen zu, bevor wir gemütlich durch die Altstadt zurückschlenderten. Eine Kirche wurde auch noch besucht – Kultur muss sein.

Inzwischen haben wir allerdings schon einige Städte gesehen, weshalb Brindisi zwar sehr schön war (vor allem wegen der Lage am Meer), wir aber innerlich langsam das Stadtkapitel abhaken. Trotzdem: schön war’s!

Danach fuhren wir weiter Richtung Lecce. Eigentlich wollten wir an einem Parkplatz am Meer stoppen, entschieden uns aber kurz vor der Ausfahrt spontan: Ach komm, jetzt auch noch Lecce! Also parkten wir etwas außerhalb und marschierten gute 30 Minuten in die Stadt hinein. Lecce entpuppte sich als schöne Großstadt mit einer beeindruckenden barocken Altstadt. Wir verloren uns ein wenig in den Gassen, während das Wetter zur Abwechslung bewölkt war und ein paar Regentropfen vorbeischauten.

Man könnte hier locker mehrere Tage verbringen, aber nach ein paar Stunden machten wir uns wieder auf den Rückweg. Nicht ohne eine unfreiwillige Extraschlaufe – das Navi hatte offensichtlich eigene Pläne 😊

Nach einem Supermarkteinkauf fuhren wir über Nebenstraßen Richtung Meer auf einen Parkplatz. Leider war es da schon am Eindunkeln, und eigentlich stehen wir um diese Uhrzeit lieber bereits fest. Tja… heute war das Zeitmanagement eher so mittelmässig.

Wir blieben trotzdem hier: nah am Meer, aber der Parkplatz… sagen wir mal… mit sehr viel Dekoration in Form von Müll.

Zum Abendessen gab es Kartoffeln mit dem noch vorhandenen Raclettekäse – Improvisation auf höchstem kulinarischem Niveau 😄

17. Januar 2026

 

Die Nacht war zwar ruhig – aber so richtig geheuer war uns das Ganze dann doch nicht. Mitten im Nirgendwo, ganz allein, da hört man jedes Rascheln doppelt. Am Abend tauchten noch zwei Autos auf, deren Insassen den Strand absuchten. Wir tippen stark auf Schwammsuche – Schatzsuche sozusagen.

Am Morgen kamen erneut zwei Autos. Einer der Herren ging tatsächlich mit Schnorchel und Harpune ins Wasser. Wir hätten seine Ausbeute nur zu gerne begutachtet, aber wir waren gedanklich schon im Abfahrmodus. Nach dem Morgenessen hiess es also: Motor an, Richtung Otranto!

Wir fuhren gemütlich über Nebenstrassen der Küste entlang und legten natürlich noch einen Stopp ein – an einem wunderschönen Küstenabschnitt mit Felsen, Abbrüchen und einem richtig fotogenen Felsenbogen.

In Otranto parkten wir auf dem Wohnmobil-Stellplatz und spazierten in die Stadt. Viel los war nicht, aber Otranto machte das locker wett: direkt am Meer, mit beeindruckender Stadtmauer, einer wuchtigen Burg und sogar einer kleinen Einkaufsstrasse mit hübschen Läden. Wir setzten uns auf eine Bank, liessen die Beine baumeln und diskutierten unsere weitere Route – Reiseplanung deluxe.

Der Entscheid fiel: Wir fahren weiter, direkt nach Torre San Giovanni. Die Küste sparen wir uns für später auf – aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Auf dem Rückweg zum Wohnmobil (und sogar während der Fahrt) verfolgten wir noch das Lauberhornrennen 😄 Schweizer Pflichtprogramm muss sein!

Dann ging es wieder über viele Nebenstrassen einmal quer über den Absatz. In Torre San Giovanni angekommen, machten wir zuerst eine Strandrunde. Auf dem Stellplatz entdeckten wir tatsächlich ein Wohnmobil mit BE Nummer das erste Schweizer Wohnmobil seit Parma!

Die Strandrunde wurde etwas länger als geplant, führte bis zum Hafen und ins Dorf und schliesslich wieder zurück. Beim Wohnmobil gab’s noch einen Apero draussen und ein Telefonat mit Nina. Danach ging es nochmals ins Dorf – Supermarktbesuch muss sein.

Zum Abendessen gab es Reste-Teigwaren mit Erbsen und dazu Würste. Kulinarisch vielleicht kein Michelin-Menü, aber genau richtig nach so einem Tag 😊

Wir schauten noch etwas fern, und ich gönnte mir sportlich ambitioniert immerhin die erste Halbzeit von YB gegen Lausanne.

18. Januar 2026

 

Nach dem Morgenessen setzten wir uns zur grossen Planung zusammen: Weiterreise, Besuch bei René und Santa, Wetterkapriolen inklusive. Ein Zyklon machte nämlich in der Gegend von Kalabrien und Sizilien auf sich aufmerksam und wir passen unser Tempo etwas an. Fazit: Apulien bleibt unser Zuhause, bis der Sturm sich wieder beruhigt hat.

Nach einer WhatsApp an René, in der wir unsere wohlüberlegten Pläne erklärten, passierte das Unvermeidliche: Planänderung. Wir wurden spontan zum Mittagessen eingeladen – manchmal haben Pläne ja nur die Aufgabe, umgeworfen zu werden.

René holte uns ab, da die Zufahrt zu ihrem Haus eher etwas für Leute mit schmalen Auto’s ist. Um elf Uhr fuhren wir los, René wartete vorne am Hafen, weil der Stellplatz sich erfolgreich vor ihm versteckte. Danach ging’s zu ihnen nach Hause nach Taurisano, inklusive sehr interessanter Erklärungen über die Gegend und die vielen Olivenbäume, die leider dem Bakterium zum Opfer gefallen sind.

Zu Hause angekommen gab es zuerst eine Hausführung (immer spannend 😄), danach wurde aufgetischt: Salat zur Einstimmung, dann Teigwaren mit Sugo und Fleisch – klassisch, lecker, italienisch. Zum Dessert Weichkäse sowie Erd- und Baumnüsse. René erzählte von früher, unter anderem von seinen Migros-Zeiten, was fast schon historisch wertvoll war.

Anschliessend schauten wir noch den Garten an, machten Fotos und wurden von René mit einem kleinen Umweg – man will ja noch etwas sehen – wieder zurückgebracht. Direkt bis vor unser Wohnmobil, VIP-Service!

Danach folgte ein Strandspaziergang, ein kurzes Vorabendschläfchen (sehr wichtig), eine Runde Uno (mit grossem Einsatz 😄). Zum Abendessen gab es für Cornelia Bohnen mit Sauce, ich hielt es minimalistisch: zwei Orangen mit etwas Zucker – Gourmet auf Sparflamme 🍊😉.

Zum Abschluss noch Netflix und YouTube – und so ging ein wunderbar, spontaner und sehr gemütlicher Tag zu Ende.

19. Januar 2026

 

Heute hiess es wieder: Motor starten und weiterfahren. Ziel war Santa Maria di Leuca und danach gemütlich der Küste entlang bis nach Gibo – ein „Luxury Club“. Was genau daran luxuriös ist, wissen wir bis jetzt nicht, aber der Name klingt schon mal teuer 😄.

Vor der Abfahrt mussten wir noch entsorgen und dann natürlich auf den Platzwart warten, um zu bezahlen. Eile ist hier ohnehin ein Fremdwort. Danach ging’s los. Wir entschieden uns, nicht die rund 500 Meter lange, etwas enge Strasse zur Hauptstrasse zu nehmen, über die wir gekommen waren, sondern durchs Dorf zurückzufahren. Spoiler: keine gute Idee.

Der Weg zur Hauptstrasse entpuppte sich als Baustelle – komplett gesperrt. Natürlich ohne Umleitung, wir sind ja in Italien. Also fuhren wir halt Richtung Gallipoli, also genau in die falsche Richtung, aber was soll’s, unser Navi wird’s schon richten… dachten wir. Das Navi kannte zwar mehrere Wege, diese bestanden aber aus besseren Feldwegen, 2-Meter-Strässchen oder endeten schlicht in Sackgassen. Abenteuerurlaub gratis dazu.

Also blieben wir der Küste treu – landschaftlich wunderschön – und fanden irgendwann tatsächlich eine Strasse, die uns wieder ins Landesinnere und schliesslich auf die Schnellstrasse brachte. Von dort ging es problemlos nach Santa Maria di Leuca und weiter der Küste entlang bis zum Gibo Club.

Der Küstenabschnitt war traumhaft: Steilküsten, Felsen und tief unten das Meer. Beim Club hielten wir an, liefen ein paar Meter und wurden von Wind, Wolken und einem ordentlich aufgewühlten Meer begrüsst. Fotos mussten sein. Wir spazierten über eine Brücke bis zu einem Schild – der eigentliche Club lag etwas oberhalb und schaute wahrscheinlich sehr exklusiv auf uns herab.

Auf dem Rückweg entdeckten wir noch eine Treppe hinunter ans Meer. Unten tobte das Meer wie ein gigantisches Wellenbad – allerdings eines, in das man wirklich nicht rein möchte. Sehr beeindruckend, aber nur zum Zuschauen.

Danach fuhren wir die gleiche Strecke zurück, parkten etwas ausserhalb von Santa Maria di Leuca und machten uns zu Fuss auf zum Leuchtturm. Der Anfang war harmlos… bis plötzlich eine Treppe auftauchte, gefühlt mit tausend Stufen. Na ja, wir wollten ja da hoch. Oben angekommen gab’s Fotos, vom Leuchturm und sogar die Sonne liess sich kurz blicken – als kleine Belohnung. Zurück ging’s durch eine Art Park zum Wohnmobil.

Anschliessend fuhren wir durchs Dorfzentrum und hielten kurz vor dem Hotel, in dem Cornelia im Herbst 2019 war. Danach wieder der Küste entlang nach Norden, bis wir erneut auf die Schnellstrasse wechselten. Ziel: Gallipoli.

Kurz vor der Ankunft noch schnell Gas tanken, dann auf den Stellplatz. Wir suchten uns einen schönen Platz (Nummer 1 – klingt wichtig) und richteten uns ein. Es gab ein ausgiebiges Zvieri und danach eine Platzrunde. Wir staunten nicht schlecht, wie voll das Camping ist. Ein offener Bereich ist praktisch komplett belegt – und alle Wohnmobile haben deutsche Kennzeichen. Auch unter den Bäumen stehen für unsere Verhältnisse erstaunlich viele.

An der Rezeption meldeten wir uns an. Eigentlich wollten wir noch nach Gallipoli laufen, entschieden aber nach ein paar Metern: zu weit, zu spät und Trottis bei Dämmerung eher keine gute Idee. Also Plan B: nächster Supermarkt. Auf der Suche nach einem HDMI-Adapter für Martins iPhone (natürlich nicht gefunden) erledigten wir wenigstens gleich den Einkauf.

Am Abend gab’s Spiele, ein langes Telefonat mit Luca, der leider immer noch nicht ganz fit ist, und zum Abschluss Netflix und YouTube. Ein typischer, leicht chaotischer, aber sehr schöner Reisetag 😊

20. Januar 2026

 

Cornelia war wieder früher auf den Beinen, doch auch ich schaffte es irgendwann – wenn auch mit gewisser Überredungskunst von Cornelia – aus dem Bett. Nach dem Frühstück schwangen wir uns auf die Trottis und machten uns Richtung Gallipoli auf. Leider gab es weder Radweg noch ein einladendes Trottoir, also blieb nur die Strasse. Auf der Hauptstrasse fühlte ich mich dabei zunehmend unwohl: Die Autos hinter einem sieht man kaum, hört sie dafür umso besser, und der Tempounterschied ist… sagen wir sportlich. Dazu kommen die eher abenteuerlichen Strassenverhältnisse. Schlaglöcher gäbe es genug, nur leider keine Gelegenheit, ihnen bei diesem Verkehr elegant auszuweichen. Also legten wir einen Teil der Strecke zu Fuss zurück – sicher ist sicher.

In Gallipoli fanden wir einen kleinen Parkplatz für unsere Trottis. Danach ging es zu Fuss durch und um die Altstadt. Wir bewunderten die grossen Möwen, die hier eindeutig das Sagen haben, und schlenderten durch die Gassen sowie der Promenade am Meer entlang. Cornelia entdeckte sogar noch das Restaurant, in dem sie 2019 essen gewesen war – erstaunlich, was sich das Gedächtnis merkt, (oder war es ein Foto auf dem Handy) wenn es ums Essen geht. In der Stadt gibt es aktuell einige Baustellen, und es ist schon eindrücklich, wie ruhig alles ist. Teilweise waren wir allein in den Gassen, fast wie bei einer exklusiven Privatführung. Wir besuchten zwei Kirchen, während die meisten Läden beschlossen hatten, heute lieber geschlossen zu bleiben.

Es wäre spannend, diese Orte, die wir in Italien schon besucht haben, einmal im Frühsommer oder Herbst zu sehen – vermutlich mit mehr Menschen und weniger Baustellenromantik. Danach holten wir unsere Trottis wieder, schauten noch einem Fischer zu, der gerade einen grossen Tintenfisch ausnahm (nichts für zarte Gemüter), drehten eine Runde beim Hafen und machten uns dann wieder auf den Weg zurück zum Campingplatz – teils fahrend, teils gehend, ganz nach Lust, Laune und Verkehrslage.

Vor dem Campingplatz ging es noch schnell in den Supermarkt. Plätzli und Salat gab es gleich zum verspäteten Mittagessen. Danach war ein wohlverdientes Mittagschläfchen angesagt, gefolgt vom Tagebuchschreiben – heute gleich im Doppelpack für gestern und heute. Das Nachtessen liessen wir praktisch aus es gab noch ein paar Snacks und wir spielten noch Quirkle und schauten Netflix und YouTube bis fast um 23 Uhr. 😄

21. Januar 26

 

Der Tag begann nass. Und endete – Überraschung – ebenfalls nass. Die Wetterprognose hatte also ausnahmsweise mal vollkommen recht.

Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg Richtung Taranto. Ein kleines Stück Schnellstrasse, viel Nebenstrasse und gefühlt sehr viel Wasser auf der Fahrbahn. Teilweise so viel, dass man sich fragte, ob wir noch fahren oder schon schwimmen.

Unterwegs kamen wir an der Pista di Nardò vorbei. Heute im Besitz von Porsche, mit einer kreisrunden Hochgeschwindigkeitsstrecke von rund 4 Kilometern Durchmesser – angeblich der schnellste Rundkurs der Welt. Gesehen haben wir davon: nichts. Alles brav eingezäunt. Schade eigentlich.

Weiter ging es am Meer entlang. Hier oben, nördlich von Gallipoli, zeigte sich das Meer von seiner wilden Seite: riesige Wellen, ordentlich Wind und an einer Stelle so viel Sand auf der Strasse, dass man kurz dachte, man sei versehentlich in Marokko gelandet. Vermutlich eine Mischung aus Sturm, Wind und ordentlich Wellengang. Kurz darauf dann auch noch eine gesperrte Strasse – also Umweg ins Landesinnere.

Auf dem Umweg erledigten wir gleich noch den Einkauf und fuhren danach zum Stellplatz. Kaum angekommen, wurden wir freundlich eingewiesen und landeten direkt in der ersten Reihe – Logenplatz vor dem tobenden Meer. Der Platzwart sicherte vorsorglich noch ein Boot mit Spanngurten, die er an einem Auto befestigte. Improvisation italienischer Art: Auto als Anker.

Wir entschieden uns, das Naturschauspiel lieber gemütlich von drinnen zu geniessen. Die Wellen waren beeindruckend – laut Internet über drei Meter hoch, gefühlt eher fünf. Da der Stellplatz in einer kleinen Bucht liegt, kamen die Wellen hier nicht ganz so brachial an wie vorne an den Klippen, aber spektakulär war es trotzdem.

Zum verspäteten Mittagessen gab es ein Risotto – genau das Richtige an so einem grauen Regentag. Warm, lecker, perfekt. Danach ein kleines Schläfchen (Pflichtprogramm), bevor wir am späteren Nachmittag noch einen Spaziergang Richtung Meer machten.

Wir suchten uns mehrere Spots, machten unzählige Fotos und Videos und hätten problemlos Stunden damit verbringen können, den Wellen zuzusehen, wie sie brachen und an den Klippen hochspritzten. Irgendwann siegte dann aber doch die Vernunft – oder die Kälte – und wir zogen uns zurück ins warme Wohnmobil.

Am Abend spielten wir noch Tutto, schauten Netflix und liessen den stürmischen, aber eindrucksvollen Tag gemütlich ausklingen.

22. Januar 2026

 

Der Tag begann völlig unspektakulär – also genau wie immer. Cornelia war wie üblich schon wach, während ich erst gegen 8 Uhr aus dem Bett kam. Danach das tägliche Ritual: Tag planen, Morgenessen, Wohnmobil startklar machen. Routine kann auch beruhigend sein.

Dann ging’s los Richtung Taranto. Erst gemütliche Nebenstrasse, dann eher schnell, dann wieder „italienisch schmal“. Die Umfahrung von Taranto entpuppte sich als halbe Autobahn – also Autobahn-Feeling mit Nebenstrassen-Flair. Das Garmin meinte dann wieder einmal: „Ich kenne da eine Abkürzung.“Die war zwar nicht eng, aber da die Italiener bekanntlich auch gerne in der zweiten Reihe parken (warum auch nicht?) und ordentlich Verkehr herrschte, wurde es trotzdem spannend. Aber: Mission Parkplatz erfolgreich abgeschlossen! Sehr zentral, nahe der Altstadt. Dank Luftfederung konnten wir sogar rückwärts einparken – das Heck schwebte halt dekorativ über der Grünfläche. Details.

Taranto selbst überraschte uns. Viele offene Geschäfte, ordentlich Betrieb. Die ersten Strassen ziemlich heruntergekommen, aber das Leben pulsierte wie selten zuvor. Wir drehten noch eine Runde durchs historische Zentrum. In einer Kirche wurde gerade ein Film gedreht – Taranto ganz gross im Kino! Auch sonst war erstaunlich viel los.

Zurück beim Wohnmobil ging es weiter nach Matera. Die Einfahrt zum Stellplatz fanden wir… sagen wir… im zweiten Anlauf. Eine kurze Nebenstrasse später waren wir da. Der Betreiber begrüsste uns herzlich und meinte gleich: „In fünf Minuten fahre ich euch nach Matera, wenn ihr wollt.“Ein schwedisches Paar stand schon quasi startbereit. Also ab auf die „Kartbahn“ – natürlich alle überholt und direkt Pole Position gesichert 😎 – und los ging’s.

Der Fahrer erklärte unterwegs gleich die Sehenswürdigkeiten, und als er uns absetzte, war der erste Blick auf Matera direkt so gewaltig, dass wir fast ein wenig wie schockverliebt waren. Das schwedische Paar ging erst mal Lunch machen, wir stürzten uns sofort in die Stadt. Der Stadtplan? Eher dekorativ. Wir verstanden ihn nicht wirklich, also erkundeten wir Matera auf unsere ganz eigene Art.

Und wow. Diese Stadt hat uns vom ersten Moment an gefesselt. Gassen, Strassen, unzählige Treppen, alles in den Fels gebaut – einfach gewaltig. Wir liefen hoch zum Dom und fanden danach ein Restaurant mit Blick auf die alten Höhlen im gegenüberliegenden Hügel. Diese zu besuchen reizte uns allerdings nicht besonders: erst viele Höhenmeter runter, dann über eine Hängebrücke, dann wieder viele Höhenmeter rauf. Den Weg kannten wir bereits – zumindest virtuell – dank YouTube mit Kai 😄

Im Restaurant gab’s zwei Bier und eine Pinsa. Perfekt. Danach weiter zu einer Felsenkirche und von dort wieder Richtung Zentrum. Eigentlich wollten wir noch eine alte Citadella (so ein Steinhaus) besichtigen, liefen also nochmals zurück – nur um festzustellen: geschlossen. Tja. Am Ende standen wir praktisch wieder bei der Felsenkirche.

Langsam machten wir uns auf den Rückweg zum Treffpunkt. Es dämmerte bereits, die Lichter gingen an, und Matera verwandelte sich in eine absolut zauberhafte Kulisse. Wir hatten den ganzen Tag unzählige Fotos gemacht – und hörten auch im Dunkeln nicht damit auf. Es war einfach magisch.

Am Treffpunkt eingesammelt, zurück zum Stellplatz gefahren. Dort noch eine Runde Uno (der wahre Ernst des Lebens), Cornelia ass Reste zum Nachtessen, und ich widmete mich heldenhaft meinem Dessertvorrat.

Fazit des Tages: Die spontane Entscheidung, Matera gleich heute zu besuchen, war goldrichtig. Absolut. ✨