1. April 2026
Heute hiess es: Adiós Camping Barcelona – du warst gut zu uns! Auch wenn die gefühlt unzähligen Camper, Wohnmobile und Vans um uns herum zeitweise eher an ein Festival als an Erholung erinnert haben, werden wir uns wohl wieder daran gewöhnen müssen.
Bevor wir losfahren konnten, gab es noch eine kleine „Strategiekonferenz“ im Wohnmobil: Sollen wir die Küste von Spanien und Portugal wirklich komplett umrunden? Nach kurzem Hin und Her entschieden wir uns: Ja, wir machen das! Allerdings mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass man hier locker 180 Tage verbringen könnte, wenn man jeden schönen Ort mitnimmt. Unser Plan ist nun, in knapp drei Wochen bis Sevilla zu kommen – ambitioniert, aber machbar.
Dann ging es los, als erstes natürlich tanken. Und bei einem Dieselpreis von 1.73 € pro Liter schlägt das Camper-Herz gleich etwas höher. AdBlue haben wir auch direkt aufgefüllt, damit alles bereit ist für die Weiterfahrt. Barcelona haben wir grossräumig umfahren, zuerst über eine gut befahrene, aber mautfreie Autobahn und später etwas entspannter über eine Schnellstrasse Richtung Valencia.
Kurz vor unserem heutigen Ziel entdeckten wir noch einen Supermarkt mit freien Parkplätzen – eine Gelegenheit, die wir uns natürlich nicht entgehen lassen konnten. Also schnell rein und die Vorräte wieder aufgefüllt. Die letzte Etappe hatte es dann noch in sich: ein sehr schmaler Tunnel, bei dem links und rechts gefühlt nur wenige Zentimeter Platz waren – ein kleiner Nervenkitzel zum Abschluss der Fahrt.
Schliesslich erreichten wir den Camping Cala d’Oques direkt am Meer. Dort gab es freie Platzwahl ohne feste Parzellen, nur die erste Reihe kostete 2.95 € mehr pro Nacht. Zuerst stellten wir uns noch in die zweite Reihe, entschieden uns dann aber kurzerhand um – wenn schon hier, dann richtig – und sicherten uns einen Platz ganz vorne mit Meerblick. Danach gingen wir nochmals zur Rezeption, um Bescheid zu geben.
Ein kurzer Abstecher zum Camping-Supermarkt endete erfolglos, da dieser nur von 8 bis 12 Uhr geöffnet hat. Also zurück zum Wohnmobil, wo wir inzwischen auch schon Nachbarn mit einem Wohnwagen bekommen hatten. Wir holten unsere Stühle heraus, setzten uns hin und genossen das Meer. Die Wellen waren ziemlich gross und es war richtig schön, ihnen einfach zuzuschauen.
Zum Zvieri gab es die Pizza-Reste vom Vortag, danach machten wir noch einen Strandspaziergang und genossen die Sonne. Später wurde dann noch gegrillt: Poulet-Spiessli mit Salat – einfach, aber richtig gut. Den Abend liessen wir gemütlich mit etwas Netflix ausklingen.
2. April 2026
Heute haben wir eine sehr mutige Entscheidung getroffen: einfach mal… nichts tun. Naja, fast nichts. Wir sind nämlich auf dem Campingplatz geblieben – nicht aus purer Faulheit (wirklich nicht!), sondern weil der Wind beschlossen hat, uns ordentlich durchzuschütteln, sobald wir auch nur daran denken, weiterzufahren. Die Böen waren so stark, dass selbst die Wetter-App wahrscheinlich kurz gezittert hat.
Also: Planänderung. Statt Kilometer zu machen, haben wir Reisepläne geschmiedet. Ganz entspannt wurde diskutiert: Was schauen wir uns noch an bis Sevilla? Ergebnis: Viel zu viel Auswahl, viel zu wenig Zeit. Klassischer Fall von „man könnte hier locker doppelt so lange bleiben“.
Danach ging’s raus an die Sonne – mit eingebautem Überraschungseffekt: Sobald der Wind kurz Pause machte, fühlte es sich an wie Hochsommer (gefühlte 30 Grad!). Kaum wehte es wieder, war man schlagartig zurück im Frühlingsmodus. Gratis Klimaanlage, nur leider nicht regulierbar.
Mittagessen: ein feiner Teigwarensalat (Gourmet-Level Campingküche!) gefolgt vom unvermeidlichen Mittagsschläfchen. Das gehört ja quasi zur Grundausstattung eines gelungenen Tages. Das Wohnmobil hingegen spielte „Sauna oder Kühlschrank – entscheide dich“. Lüften? Keine Chance. Entweder fliegt dir alles weg oder du schmort sanft vor dich hin.
Am Nachmittag machten wir uns dann auf zu einem Spaziergang Richtung Dorfzentrum von L’Hospitalet de l’Infant. Wir liefen bis zum Hafen – sehr hübsch, aber gefühlt im Energiesparmodus. Restaurants? Geschlossen. Leben? Minimal. Ausnahme: Ein Hotel, das offenbar von der ganzen Fussballjugend der Region eingenommen wurde.
Am Hafen entdeckten wir einige Wohnmobile – gratis Parkplatz, sogar 6 Meter möglich. Verlockend! Weniger vorbildlich: Einige Camper ignorierten charmant die Schilder (1.90 m Breite max.) und breiteten sich gemütlich aus – inklusive Campingstühlen mitten im Quartier. Genau diese Momente, wo man versteht, warum Camper manchmal… sagen wir mal… nicht überall mit offenen Armen empfangen werden.
Der Rückweg führte uns auf einem richtig schönen Weg oberhalb des Strandes – definitiv die bessere Wahl. Kurz vor dem Camping entdeckten wir noch ein hübsches Lokal und ein paar Vans, auf einem Parkplatz mit einer Höhenbegrenzung.
Zurück am Platz genossen wir nochmal die frische Luft (aka Windstärke „halte deine Sachen fest“) und entschieden uns beim Abendessen für die simpelste Variante: kalt. Pizza machen? Heute nicht. Die Motivation war vermutlich irgendwo davongeweht worden.
Zum Abschluss: ein bisschen YouTube, ein bisschen entspannen – und jetzt dieses Meisterwerk eines Tagebucheintrags 😄
3. April 2026
Heute war offiziell der „Vielleicht-fahren-wir-morgen-wirklich-weiter“-Tag. Spoiler: Tun wir… morgen. Wirklich. Ganz bestimmt. Also vermutlich.
Der Wind hatte nämlich immer noch richtig schlechte Laune. Zwar wurde gross angekündigt, dass er im Laufe des Tages schwächer wird – hat er auch gemacht… nur leider genau dann, als wir nicht mehr unterwegs gewesen wären. Sehr rücksichtsvoll.
Also beschlossen wir: Warum sich stressen, wenn man auch einfach bleiben kann? Ausserdem war der Campingplatz schon am Morgen gut gefüllt und entwickelte sich im Laufe des Tages zu einer Art Festival ohne Musik. Karfreitag + schönes Wetter = „Viel Glück noch bei der Platzsuche“. Wir blieben also strategisch klug einfach sitzen.
Der Morgen bestand aus Reiseplanung (aka: Karten anschauen und so tun, als hätten wir einen Plan), etwas Buchhaltung (weniger spannend, aber notwendig) und – ganz wichtig – einem gepflegten Mittagsschläfchen. Produktivität in ihrer reinsten Form.
Am Nachmittag schwangen wir uns aufs Velo. Links den Hügel hoch – weil man das halt so macht – und siehe da: noch ein riesiger Campingplatz. Offenbar ein geheimes Nest für Camper-Vermehrung.
Dann entdeckten wir einen Weg, der verdächtig nach „italienischer Bahntrasse-Romantik“ aussah. Stellte sich heraus: eher „Schotterpiste des Grauens“. Wir fuhren tapfer runter zu einem sehr langen Parkplatz, der gefühlt bis nach irgendwo führte. Dahinter ging der Weg noch weiter… allerdings nur für Menschen mit Mountainbike, Stoßdämpfern aus Stahl oder komplettem Realitätsverlust. Nach ein paar hundert Metern: elegante Kehrtwende.
Nebenbei stellten wir fest, dass sich unterhalb wohl ein FKK-Strand befand – was auch erklärte, warum auf dem Parkplatz hauptsächlich alleinreisende Männer unterwegs waren. Jeder mit seinem… ganz eigenen Reiseprogramm.
Zurück auf die geteerte Strasse ging’s Richtung Hospitalet. Kurz oberhalb vom Camping vorbei, wieder runter zum Strand – nur um festzustellen: bringt irgendwie auch nichts. Also drehten wir erneut um. Heute war eindeutig der „Wir-fahren-irgendwo-hin-und-dann-doch-wieder-zurück“-Tag.
Wieder beim Camping angekommen: Chillstühle raus, ab an den Strand. Entspannungsmodus aktiviert.
Kleiner dramatischer Zwischenfall: Ein Kinderball trieb ins Meer hinaus und wir… waren genau eine Sekunde zu langsam für unseren grossen Rettungseinsatz. Der Ball verabschiedete sich in Richtung offenes Meer. Wir wünschen ihm alles Gute.
Am Abend ging’s ins Restaurant direkt neben dem Camping. Tapas-Time! Es gab Kartoffeln mit scharfer Sauce, Reis-Kroketten mit cremiger Füllung und dazu ein Mojito und ein Bier – perfekte Kombination aus „Urlaub“ und „morgen fahren wir wirklich“.
Zum Abschluss noch ein kleiner Spaziergang am Strand und dann zurück ins Wohnmobil für etwas Netflix.
4. April 2026
Heute war es soweit: Wir fahren wirklich. Kein Verschieben mehr, kein Wind-Drama – einfach los. Und siehe da: Wenn alles schon verstaut ist, geht das plötzlich erstaunlich schnell. Fast schon verdächtig effizient.
Unser Ziel: das Ebro-Delta. Natur, Flamingos, Idylle – quasi Safari-Feeling auf Spanisch.
Die Fahrt dorthin lief entspannt über eine dieser N-Strassen, die keine Autobahn sind, sich aber gern so fühlen. Im Delta angekommen, wurden die Strassen dann immer schmaler und ländlicher. Überall Bauern bei der Arbeit und laut Internet wächst hier vor allem Reis – wir waren also quasi mitten im Paella-Ursprung.
Natürlich wollten wir direkt ans Meer. Also fuhren wir ganz nach vorne… bis die Strasse irgendwann beschloss, sich in Sand zu verwandeln. Und zwar so richtig. Unser Fazit: Eher Parkplatz am Strand als Naturerlebnis. Also Rückzug.
Zurück beim Parkplatz warteten dann immerhin die Stars des Tages: Flamingos! Links und rechts der Strasse standen sie elegant herum, als hätten sie nichts anderes zu tun. Wir machten Fotos und spazierten ein Stück – zwei Flamingos waren sogar relativ nah. Trotzdem: So ganz an die Camargue kam es nicht ran. Kein freies Herumlaufen, keine grossen Wege – eher „Bitte hier stehen und von hier aus schauen“. Natur light sozusagen.
Also wieder zurück ins Wohnmobil.
Unterwegs erinnerten wir uns an einen anderen Spot mit vielen Vögeln. Klang vielversprechend! Als wir ankamen: …Vögel weg. Einfach verschwunden. Wir pirschten uns noch vorsichtig an zwei schwarze Vögel heran – die sahen uns allerdings sofort und dachten sich wohl: „Nicht mit uns.“
Weiter ging’s Richtung Valencia. Und dann kam sie… die Strasse.
Unser Navi so: „Alles gut, keine Einschränkungen.“
Die Realität so: „Willkommen auf 4 Meter Breite – viel Spass beim Kreuzen.“
Mit über 2.30 m Breite wurde jede Begegnung zum Nervenkitzel. Einmal wurde es richtig eng, ansonsten hiess es: warten, hoffen, durchatmen. Und das Ganze über etwa 6 Kilometer. Wellness fürs Nervensystem sieht anders aus.
Danach: pure Erleichterung. Wieder normale Strasse, entspanntes Fahren, Ankunft in Valencia.
Am Stellplatz eingecheckt und dann direkt der nächste Plan: Mit den Velos in die Stadt! Wir hatten sogar eine Karte. Was sollte also schiefgehen? Antwort: Alles.
Der Anfang lief noch gut – bis zum Lidl fanden wir den Weg. Dann kam eine lange Brücke mit einem schmalen Streifen, den sich Velos, Fussgänger und gefühlt halb Valencia auf Scootern teilten. Danach wurde es… kreativ.
Ein paar verpasste Abzweigungen später hatten wir gefühlt eine halbe Stadtumrundung hinter uns und standen plötzlich beim Bahnhof und einer Stierkampfarena. Auch schön, aber nicht ganz der Plan.
Also Velos abgestellt und zu Fuss weiter.
Die Stadt: voll, lebendig, richtig schön. Viele Plätze, viele Fotomotive – wir schlenderten Richtung Kathedrale und legten unterwegs eine wohlverdiente Tapas-Pause ein. Es gab Fleischstücke, knusprigen Krustenbraten (wirklich knusprig), Croquetten und Focaccia mit Sardinen. Dazu ein Mojito und ein Bier – läuft bei uns.
Danach noch etwas durch die Stadt geschlendert und zurück zu den Velos.
Nächstes Ziel: ein Park, der angeblich sehr schön sein sollte. Spoiler: War er auch. Und wie!
Wir landeten in einem riesigen, umgebauten Flussbett – 200–300 Meter breit und etwa 7 Kilometer lang. Spielplätze, Fussballfelder, Sportanlagen, Grünflächen ohne Ende. Einfach alles. Valencia hat da wirklich nicht gekleckert, sondern geklotzt.
Und plötzlich merkten wir: Hey, wir sind ja ganz in der Nähe dieser futuristischen Gebäude – Oper, Museen und diese riesigen, beeindruckenden Konstruktionen. Absolutes Highlight! Schnell ein paar Fotos gemacht und beschlossen: Morgen kommen wir nochmal in Ruhe zurück.
Dann radelten wir den ganzen Park entlang – richtig schön und entspannt. Der Rückweg? Naja… sagen wir so: Ganz ohne Abenteuer wäre es ja langweilig. Wir fanden mal wieder nicht den optimalen Weg und durften unsere Velos über eine Fussgängerüberführung schieben. Zum Glück mit Rampe – also halb so wild, aber trotzdem leichtes „Warum passiert uns das immer?“-Gefühl.
Irgendwann fanden wir wieder bekannte Wege, überquerten erneut die grosse Brücke, kämpften uns nochmal ein bisschen durch die Orientierungslosigkeit und schafften es schliesslich zurück zum Stellplatz. Erfolg!
Am Abend: Chillen vor dem Wohnmobil, gemütliche Stellplatz-Romantik Tür an Tür mit den Nachbarn und noch ein bisschen Fussball. Basel gegen YB – zur Halbzeit stand es 2:1 für Basel, also dachte ich mir: Perfekter Moment auszusteigen. Bildqualität war sowieso eher… künstlerisch. Endstand später: 3:3.
Vielleicht hätte ich doch weiterschauen sollen. Oder vielleicht auch genau nicht.
5. April 2026
Heute stand die zweite Runde Valencia auf dem Programm – quasi das „Jetzt wissen wir ja, wie’s geht“-Level.
Also erstmal: Velos laden. Ein bisschen Strom nachtanken schadet nie, schliesslich wollten wir wieder quer durch den riesigen Park zu den futuristischen Gebäuden düsen.
Und tatsächlich – heute fanden wir fast den perfekten Weg. Nur dort, wo es keinen Veloweg gab, wurde es wieder etwas… interpretativ. Aber hey, im Vergleich zu gestern fühlten wir uns schon fast wie Einheimische.
Im Park war ordentlich was los. Viele Leute unterwegs, der Veloweg gut markiert, aber nicht gerade autobahnbreit. Kreuzen bedeutete also: Augen auf, besonders bei kleinen Nachwuchs-Radprofis, die noch leicht Schlangenlinien mässig unterwegs waren. Spannung inklusive.
Wir kamen aber problemlos bei den grossen, beeindruckenden Gebäuden an – Oper, Museen, alles da. Velos parkiert, und dann ging’s zu Fuss weiter. Wir spazierten entlang dieser riesigen, futuristischen Konstruktionen, über eine Galerie Richtung Aquarium und wieder zurück. Einmal alles bestaunen, bitte. Danach wieder auf die Velos und zurück durch den Park – diesmal Richtung Altstadt. Dort stellten wir unsere Drahtesel am Eingang ab und tauchten zu Fuss ins Stadtleben ein.
Die Altstadt zeigte sich wieder von ihrer entspannten Seite: schöne Gassen, angenehme Stimmung, einfach gemütlich zum Schlendern.
Wir kauften noch ein Geschenk (Mission erfolgreich) und fanden dann – ganz zufällig natürlich – ein Restaurant. Tapas mussten sein: Kartoffeln mit Sauce, ein Teller mit Rohschinken, Käse und kleinen, knusprig gebackenen Brötchen. Dazu zwei Bier. Klassisch. Perfekt. Frisch gestärkt ging’s weiter zu den Stadttürmen ausserhalb. Einmal durchgelaufen – weil man das halt so macht – und wieder zurück ins Zentrum. Und dann: spontane Kultur-Offensive. Die Kathedrale war offen.
Also rein da. 10 Euro Eintritt, dafür gab’s Plan und Audioguide. Und wir hörten uns wirklich brav durch… na gut, fast alles. Am Ende liess die Konzentration minimal nach, aber insgesamt waren wir danach ziemlich gut informiert.
Die Kathedrale selbst: richtig schön. Viel Geschichte, viele Details – von Bauweise bis Ausstattung. Besonders spannend war das Museum mit alten, riesigen Büchern und allerlei beeindruckenden Ausstellungsstücken.
Highlight (oder eher leicht gruselig): im Untergeschoss gab es Ausgrabungen mit Schädeln, Zähnen und Knochen in den Wänden. Und in der Kirche selbst: die ausgestellte Hand eines Heiligen, etwa aus dem Jahr 400.
Sagen wir so… faszinierend, aber ich hoffe, mein Unterbewusstsein lässt das heute Nacht einfach mal in Ruhe.
Danach ging’s zurück zu den Velos. Unterwegs noch schnell ein kleines Gemüsekörbchen gekauft und dann ab zurück zum Stellplatz.
Und jetzt kommt’s: Wir haben den Weg fast ohne Verfahren geschafft. Ich wiederhole: fast ohne Verfahren.Ein historischer Moment.
Zurück beim Wohnmobil zauberte Cornelia eine feine Pizza – besser kann ein Tag eigentlich nicht enden. Wir sassen noch draussen, genossen die enge, aber irgendwie gemütliche Stellplatz-Romantik und liessen den Tag ausklingen.
Ich kümmerte mich noch um Polarsteps und das Tagebuch (Multitasking auf höchstem Niveau), und später gab’s noch ein bisschen YouTube.
6. April 2026
Heute hiess es Abschied nehmen von Valencia, und auf dem Stellplatz herrschte schon am Morgen eine Stimmung wie nach einem Festival: alle am Zusammenpacken und bereit zur grossen Weiterreise. Wir waren tatsächlich schon um 10:30 Uhr abfahrbereit, was fast schon verdächtig gut organisiert war. Nur das Grauwasser blieb demonstrativ im Tank – die Schlange beim Ablassen war uns einfach zu lang. Man muss Prioritäten setzen.
Dann kam die grosse Frage des Tages: Wohin eigentlich? Es wurde diskutiert, überlegt, verworfen, neu überlegt – und am Ende waren wir ungefähr gleich schlau wie am Anfang. Also beschlossen wir, einfach mal loszufahren, denn Bewegung bringt ja bekanntlich Klarheit. Spoiler: brachte sie nicht. Also kurzer Zwischenstopp in einem Industriegebiet zur nächsten Diskussionsrunde. Sehr idyllisch. Sehr inspirierend. Am Ende einigten wir uns auf die brillante Strategie: „Wir planen jeweils den morgigen Tag gemeinsam.
Die eigentlich angedachten Stopps in Calp und Altea wurden kurzerhand auf „irgendwann später“ verschoben – Problem elegant vertagt. Stattdessen steuerten wir Benidorm an. Schon von weitem war klar: Das wird sportlich. Wohnmobile standen bereits am Strassenrand wie aufgereihte Dominosteine. Der Stellplatz selbst? Komplett voll. Also reihten wir uns ebenfalls ein und parkten am Strassenrand – Abenteuermodus aktiviert.
Velos raus und ab Richtung Strand. Der Veloweg führte praktischerweise mitten durch die Strasse, was das Ganze zu einem kleinen Reaktionsspiel machte: Ampel beobachten, hoffen, fahren, wieder bremsen, kurz überlegen, ob man jetzt überhaupt fahren darf… irgendwie kamen wir dann doch heil an der Promenade an. Und ja, schön ist es schon: ein weiter Strand, eine gepflegte Promenade, viele Läden und Restaurants – und dahinter Hochhäuser, die gefühlt bis in die nächste Zeitzone reichen. In der Hochsaison muss hier vermutlich Ausnahmezustand herrschen. Ehrlich gesagt war es uns jetzt schon fast zu viel Trubel.
Fazit: Nett zum Anschauen, aber wir müssen hier nicht bleiben. Also zurück zum Wohnmobil und weiter ging’s. Ein kurzer Anruf bei einem Campingplatz in der Nähe brachte die erlösende Nachricht: freie Plätze! Also nichts wie los nach Villajoyosa. Der Name kam uns sofort bekannt vor – danke an Patent Ochsner für den passenden Ohrwurm im Hintergrund.
Auf dem Campingplatz durften wir uns sogar einen Platz aussuchen. Unten war schon alles voll, aber oben hatten wir noch freie Auswahl – fast schon Luxus. Nach dem Check-in stand die nächste lebenswichtige Entscheidung an: zu Fuss oder mit dem Velo ins Zentrum? Ich war klar für laufen, verlor aber kläglich beim Würfeln. Also wieder rauf aufs Velo.
Der Weg dorthin war… sagen wir mal… kreativ navigiert. Aber wir fanden unser Ziel: die berühmten bunten Häuser. Und die waren wirklich sehenswert – praktisch jedes Haus in einer anderen Farbe, als hätte jemand die Farbpalette einmal komplett durchprobiert. Danach ging es weiter zur Strandpromenade, wo wir vor der nächsten Herausforderung standen: eines der unzähligen Restaurants auswählen. Gar nicht so einfach, wenn gefühlt jedes zweite „das beste“ sein will.
Unsere Wahl war solide – vermutlich nicht die absolute Spitzenentscheidung, aber definitiv keine schlechte. Es gab Tacos, Nachos und Wein. Die Portionen waren bisher in Spanien eher auf der kleineren Seite, doch die Nachos machten da keine halben Sachen – ein richtiger Berg. Zum Glück waren die Tacos etwas bescheidener, sonst hätten wir uns vermutlich nach Hause rollen müssen.
Die Rückfahrt hielt natürlich wieder eine kleine Überraschung bereit: Der Veloweg hörte einfach plötzlich auf. Ende. Fertig. Als hätte jemand vergessen, ihn fertig zu bauen. Also kehrten wir ein Stück um und improvisierten uns über die Strasse zurück zum Campingplatz.
Dort angekommen hiess es: Velos verstauen, draussen etwas entspannen und natürlich noch ein kurzer Abstecher zum Strand. Dieser bestand allerdings aus grobem Kies und war auch nicht besonders breit – da haben wir definitiv schon schönere Exemplare gesehen. Aber immerhin: Meer ist Meer.
Am Abend wurde dann doch noch ein bisschen seriös gearbeitet: Planung für den nächsten Tag, Tagebuch schreiben und danach entspannt im Wohnmobil ausklingen lassen.
Das Wetter war zwar sonnig, aber der Wind hatte definitiv eher die kühlere Variante gewählt. In der Sonne ging T-Shirt gerade noch klar, im Schatten war man dann aber ziemlich schnell wieder auf der Suche nach einer Jacke.
7. April 2026
Heute haben wir uns selbst überrascht: Abfahrt schon kurz nach 9 Uhr – wer sind wir und was haben wir mit uns gemacht? Der Campingplatz war übrigens rappelvoll, aber ausgerechnet links und rechts neben uns war alles frei. Entweder hatten wir einen unsichtbaren Schutzschild oder wir strahlen einfach „bitte Abstand halten“ aus – man weiss es nicht genau.
Natürlich startete der Tag ganz klassisch mit Tanken, weil ohne Diesel wird’s mit dem Roadtrip schnell mehr Stand- als Fahrzeug. Danach ging’s Richtung Alicante, und die Landschaft hat unterwegs ein bisschen ihre Persönlichkeit gewechselt: erst hügelig, dann wieder flach – quasi wie unsere Energielevel über den Tag verteilt.
In Alicante angekommen, Parkplatz via Park4Night organisiert (ohne diese App wären wir wahrscheinlich immer noch auf Parkplatzsuche) und dann direkt rein ins Stadtleben. Unser erstes Ziel: die Apotheke. Ja, genau so stellt man sich einen aufregenden Städtetrip vor. Cornelia brauchte Halswehtabletten, Mission erfolgreich, Abenteuer bestanden.
Danach entdeckten wir eine richtig coole halbe Fussgängerzone – in der Mitte gemütlich laufen und links und rechts fahren wenige Autos vorbei. Irgendwie chaotisch und gleichzeitig genial. Unten am Meer wartete dann die Promenade mit riesigen Ficus-Bäumen, bei denen man sich sofort fragt, wie alt die wohl sind und was diese schon alles erlebt haben.
Am Hafen entlang spaziert, zufällig einen Markt gefunden – viele kleine Stände, alles bunt durcheinander, und wir mittendrin… natürlich ohne etwas zu kaufen. Wir sind mittlerweile Profis im „anschauen und weitergehen“. Die Hafenmauer haben wir uns dann geschenkt, wir wollten ja nicht plötzlich sportlich werden, und sind stattdessen noch kurz an den Strand. Dort war ordentlich was los, das Wetter spielte mit – bisschen Wolken, sonst Sonne.
Das Castillo de Santa Bárbara hätten wir theoretisch auch noch erklimmen können, praktisch haben wir uns aber für die deutlich effizientere Variante entschieden: von unten anschauen und so tun, als hätten wir es bewusst so geplant. Höhenmeter gespart, Energie ebenfalls – win-win.
Danach ging’s noch zur Markthalle, zweistöckig und eigentlich genau unser Ding. Und trotzdem: nichts gekauft. Unsere Disziplin ist beeindruckend, fast schon beängstigend. Der Rückweg zum Wohnmobil zog sich dann ein wenig, und als wir ankamen, gab’s noch gratis Unterhaltung auf dem Parkplatz: Ein kleines Drama mit wildem Herumfahren und unklarer Storyline. Am Ende sind alle zusammen weggefahren – wir hoffen einfach, das war ein Happy End und kein Anfang von Teil 2.
Dann ging’s weiter Richtung Mazarrón, ins verheissungsvolle Gebiet von Schlangenbucht und Ziegenwiese – allein die Namen klingen schon nach einem Abenteuer, das entweder grossartig oder leicht fragwürdig wird.
Der Campingplatz dort war erfreulich leer, endlich wieder etwas Luft um uns herum. Es hatte zwar Wind, aber immerhin nicht in der Kategorie „Wohnmobil hebt gleich ab“. Wir machten noch einen Spaziergang zum Strand, der allerdings schnell zum „okay, das reicht jetzt“-Moment wurde, weil der Wind doch ziemlich frisch war. Klassischer Spanien-Move: im Schatten frieren, in der Sonne schwitzen – man weiss nie so genau, wie man sich fühlen soll.
Zurück beim Wohnmobil wurde es dann gemütlich: Telefonat mit Nina, Sonne geniessen, und als Abendessen gab’s einen grossartigen Salat mit allem, was wir so finden konnten. Danach wurde noch entspannt – und vor allem: WLAN genutzt. Plötzlich sitzt man da ganz friedlich… jeder schaut auf sein Gerät und wir schauen Netflix, ohne schlechte Gewissen unser Datenvolumen zu verbrauchen Moderne Camping-Romantik vom Feinsten.
8. April 2026
Heute hatten wir – ganz bewusst – einen grossen Plan. Und genau deshalb beschlossen wir, einfach noch einen Tag hier zu bleiben. Der Stellplatz war riesig, erstaunlich leer und hatte sogar Waschmaschinen. Unsere Bettwäsche hatte nämlich dringend ein Date mit sauberem Wasser nötig.
Also starteten wir entspannt in den Tag: Erst Wäsche waschen, dann gemütlich draussen frühstücken. Während sich unsere Bettwäsche im Trockner drehte, machten wir die Velos startklar und bezahlten gleich noch den Stellplatz. Nebenbei bekamen wir auch noch einen Restaurant-Tipp – immer eine gute Sache!
Frisch ausgeruht (die Bettwäsche, wir eher so mittel 😉) machten wir uns auf den Weg zur sogenannten Ziegenwiese. Der Weg führte uns an unzähligen Folien- und Vliesgewächshäusern vorbei – hauptsächlich voller Tomaten, die schon ziemlich erntereif aussahen. Allerdings roch es dort eher nach Chemielabor als nach mediterranem Gemüsemarkt… aber gut, nur so eine Randnotiz.
Die Ziegenwiese selbst? Naja… sagen wir mal so: Sie war da. Ein paar Büsche, etwa 20 Fahrzeuge und insgesamt nicht wirklich ein Ort, an dem wir nicht länger als nötig bleiben möchten. Auch der Strand hatte schon bessere Tage gesehen – ziemlich viel Müll. Unser Fazit: Kann man sich anschauen, oder auch dort stehen. Für uns eher nichts.
Also weiter zur Schlangenbucht! Ein kleines Stück mussten wir die Velos schieben, aber es hat sich gelohnt: Die Bucht war wunderschön und hätte uns definitiv besser gefallen als Stellplatz. Leider hatte das Restaurant dort geschlossen – unser Timing mal wieder erstklassig.
Also zurück Richtung Campingplatz… und dann zum empfohlenen Restaurant. Diesmal ging’s nach rechts statt nach links – und direkt ins Abenteuer: Im ersten Dorf lieferten wir uns ein spontanes Wettrennen mit einem bellenden Hund. Zum Glück war er klein und wir motorisiert 😄
Danach führte der Weg hinauf in die Hügel. Ein Schild warnte uns, auf Schildkröten zu achten – Cornelias Herz schlug sofort höher! Oben angekommen fühlte es sich plötzlich an wie eine andere Welt: wildere, hügeligere Küste, traumhafte Buchten und Natur pur. Wir fuhren sogar noch ein Stück weiter – die Aussicht war einfach genial. Schildkröten? Fehlanzeige. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
Schliesslich ging’s doch noch zum Restaurant. Die Velos liessen wir vorsichtshalber oben stehen – die steile Naturstrasse hätten wir sonst doppelt verflucht. Bestellt wurden Wolfsbarsch und Crevetten mit Knoblauch – und wir waren ziemlich stolz, dass wir das hier alles so souverän bestellen (und essen!) können.
Einziger Haken: Das Essen liess auf sich warten… und wir sassen im Schatten in T-Shirt. Sagen wir so: Es wurde… frisch 😄 Aber das Essen war dann wirklich richtig gut – also alles verziehen.
Der Rückweg führte uns diesmal ohne Hunde, dafür wieder durch die Gewächshäuser. Unterwegs begegneten wir noch einer Schafherde – fast schon idyllisch zum Abschluss.
Zurück beim Campingplatz hiess es dann: Sonne geniessen, Polarsteps und Tagebuch schreiben, frisch gewaschene Betten beziehen und die Velos wieder aufladen.
Am Abend gab’s noch Teigwaren mit Sauce – unkompliziert und genau das Richtige. Danach wurde aus dem Wohnmobil kurz ein Heimkino mit etwas YouTube… es blieb nur bei einem Video.
Zum Abschluss schaute ich noch „ganz kurz“ Fussball auf dem Handy. 😄
9. April 2026
Heute Morgen begann der Tag überraschend entspannt – fast schon verdächtig entspannt. Unser Brotladen meinte nämlich, er öffne erst um 9:30 Uhr. Also kein hektisches „Wo ist der Kaffee?!“-Drama, sondern gemütliches Abarbeiten von zwei Mails: eines wegen Sandstrahlarbeiten an unserer Fassade zu Hause und eines an unsere Projektleiterin vom Umbau. Produktiv UND entspannt – man kennt uns.
Danach gab’s Frühstück und wir haben noch schnell unser Grauwasser entsorgt (der weniger glamouröse Teil des Camperlebens). Kaum fertig, meldete sich die Bank. Es folgte ein Gespräch der Kategorie „leicht unerfreulich, aber nötig“.
Anschliessend gaben wir unser Badge ab und machten uns wieder auf den Weg – durch Gemüsefelder und Gewächshäuser zurück zur Hauptstrasse. Diese wirkte heute irgendwie… müde. So ein bisschen wie Montagmorgen in Strassenform. Also beschlossen wir spontan: Ab auf die spanische Autobahn!
Beste Entscheidung. Kaum Verkehr, freie Fahrt, und unsere Box funktionierte einwandfrei – wir fühlten uns fast wie VIPs auf Privatstrasse. Links und rechts wieder Hügel und riesige Gemüseplantagen. Wirklich beeindruckend, in welchen Dimensionen hier gearbeitet wird. Die Arbeiter werden mit grossen Bussen aufs Feld gebracht – alles wirkt durchorganisiert und gigantisch.
Was uns echt ins Grübeln brachte: Die Gegend wirkt eher trocken, und trotzdem wächst hier Gemüse ohne Ende. Wie das mit der Wasserversorgung funktioniert, wäre wirklich spannend zu wissen. Meine Grosseltern hatten ja auch ein kleines Gemüsefeld – dagegen ist das hier eine ganz andere Liga. Allerdings sieht man auch viele Spritzarbeiten… das gehört wohl zur Kehrseite dieser Effizienz.
Später verliessen wir die Autobahn wieder und fuhren Richtung Strand von Quitapellejos. Auch hier: überall Gemüseanbau. Dann plötzlich – Meer! Der Strand zog sich gefühlt ewig hin, bestimmt zwei Kilometer.
Wir parkten zuerst beim grossen Parkplatz und gingen auf Erkundungstour. Am Wasser entlang bis ganz nach hinten, wo der Sandstrand langsam endet. Cornelia quatschte noch mit einem deutschen Paar, um die „Steh-Situation“ zu checken (wichtige Camper-Recherche!).
Weiter hinten war auch viel Platz, aber weniger Strand – eher so Kategorie „praktisch, aber nicht ganz so idyllisch“. Also entschieden wir uns für den vorderen Bereich. Inzwischen hatte sich auch noch ein zweites Wohnmobil nach ganz hinten gestellt – wir wären also nicht mehr so allein gewesen. Also vorderen Bereich mit den Bäumen.
Wir holten unser Zuhause auf vier Rädern und parkten schliesslich in einer schönen grossen Lücke. Perfekt! Stühle raus, 20 Meter laufen – und zack, Strand. So muss das sein.
Ein angenehmer Wind hielt uns kühl, während die Sonne ordentlich Gas gab. Später wurde es frischer und wir zogen uns zurück zum Wohnmobil.
Am Abend schrieb ich noch Tagebuch, während Cornelia ein feines Abendessen zauberte: Kartoffeln mit Hackfleisch und Peperoni. Simple Küche, aber genau das Richtige nach so einem Tag.
Danach liessen wir den Abend gemütlich am Meer ausklingen – mit diesem Gefühl von „genau richtig hier gerade“.
10. April 2026
Heute stand wieder einmal die grosse Frage im Raum: Fahren oder doch noch ein bisschen bleiben? Nun ja… Sevilla wartet bekanntlich auf uns, also hiess es irgendwann Motor starten. Aber natürlich nicht ohne einen gemütlichen Abschied. Wir sassen noch draussen, plauderten mit dem Nachbarn – man weiss ja nie, wann man sich wieder sieht – und genossen die Ruhe, bevor es wieder auf Achse ging.
Kaum losgefahren, lachte uns schon ein Consum-Supermarkt direkt an der Strasse an, mit einem Parkplatz so gross, dass man fast hätte dort übernachten können. Also ganz vorbildlich: nächster Kreisel, wenden, einkaufen. Prioritäten müssen schliesslich gesetzt werden. Danach ging es weiter Richtung Cabo de Gata. Die Strasse hatte dabei eine gewisse Unentschlossenheit: mal fühlte sie sich wie eine Autobahn an, dann wieder wie eine Landstrasse mit vielen Schlaglöchern. Links und rechts entweder endlose Plastik-Gewächshäuser oder Landschaften, in denen man jederzeit einen Cowboy erwarten würde. Kein Wunder – Filme wie Spiel mir das Lied vom Tod wurden genau hier gedreht. Kurz überlegt, ob wir als Statisten durchgehen könnten, aber wir liessen Hollywood heute ausnahmsweise links liegen.
Am Cabo de Gata angekommen, wollten wir eigentlich sportlich sein und das letzte Stück mit dem Velo zurücklegen. Wollten. Dann kam die deutlich verlockendere Idee: „Ach komm, das schaffen wir auch mit dem Wohnmobil!“ Google meinte dazu optimistisch: „Geht… mit Engstellen.“ Perfekt, genau unser Spezialgebiet. Und tatsächlich war die Strecke bis auf etwa 500 Meter erstaunlich breit. Dann kam sie, die berühmte Engstelle – inklusive Spiegel, was ja bekanntlich sofort für absolute Entspannung sorgt. Zum Glück kein Gegenverkehr, und wir kamen problemlos durch, auch wenn der Puls kurz leicht erhöht war.
Ganz vorne gab es leider keinen Platz für unser Gefährt, also ging es wieder ein Stück zurück auf einen Parkplatz. Von dort machten wir uns zu Fuss auf den Weg, begleitet von einem Wind, der offensichtlich beschlossen hatte, uns heute persönlich zu testen. Die Felsformationen im Meer waren beeindruckend – spitz, steil und ziemlich dramatisch – der Rest eher überschaubar. Sicher könnte man hier wunderbare Wanderungen machen, aber bei diesem Sturm? Eher nein. Also Fotos gemacht, ordentlich durchgepustet worden und zurück zum Wohnmobil.
Cornelia kündigte zwischenzeitlich an, diese Strecke ganz bestimmt kein zweites Mal zu fahren. Kleines Problem: Es gab keinen anderen Weg. Also hiess es Augen zu und nochmal durch – diesmal sogar mit Gegenverkehr. Aber mit etwas Geduld und gutem Timing war auch diese Herausforderung schnell gemeistert.
Danach ging es zurück Richtung Autobahn. Es war weiterhin windig und dunstig – so eine Mischung aus „mystisch“ und „wo ist eigentlich die Sonne geblieben?“. Ein kleiner Stau brachte uns dann zur nächsten spontanen Entscheidung: Noch zwei Stunden weiterfahren zum Camping? Nein danke. Stattdessen steuerten wir kurzerhand einen Stellplatz in Roquetas de Mar an.
Dort erwartete uns das berühmte „Plastikmeer Europas“. Kilometer um Kilometer Gewächshäuser – wirklich beeindruckend und gleichzeitig ein bisschen surreal. Hier werden rund 3,5 Millionen Tonnen Gemüse produziert, und das in einer Gegend, die eigentlich eher trocken und karg wirkt. Da fragt man sich schon kurz, wie lange das mit dem Wasser noch gut geht.
Am Stellplatz angekommen, standen wir vor einem geschlossenen Tor. Uhrzeit: 15:58. Öffnung: 16:00. Unser Timing war also praktisch auf die Minute perfekt. Hinter uns wartete bereits das nächste Wohnmobil, wir waren also nicht allein mit diesem Gespür. Punkt 16 Uhr ging das Tor auf, wir konnten reinfahren, bekamen unseren Platz zugewiesen und richteten uns gemütlich ein. Der Wind blieb uns treu und sorgte immerhin dafür, dass die Temperaturen erträglich blieben.
Am Abend wurde dann noch gross aufgekocht – beziehungsweise gebraten: selbstgemachte Hamburger mit Plätzli und Brötli, quasi Gourmetküche auf vier Rädern. Danach hiess es wie immer Tagebuch schreiben, ein bisschen spielen und den Tag entspannt ausklingen lassen. Sogar ein paar vereinzelte Regentropfen liessen sich noch blicken, vermutlich einfach, um kurz Hallo zu sagen.
11. April 2026
Heute Morgen begann der Tag ziemlich ungewöhnlich – es tröpfelte. Ja, richtig gelesen: Regen! Das hatten wir schon länger nicht mehr gesehen, vor allem hier in dieser eher trockenen Region. Fast schon ein kleines Ereignis. 🌧️
Nach dem Frühstück und dem leichten Nieselregen entschieden wir uns, noch kurz an den Strand von Roquetas de Mar zu laufen. Der war nur etwa 10 Minuten entfernt und überraschte uns gleich ordentlich – unglaublich breit, wirklich sehr breit. Dazu eine kleine, gemütliche Promenade für Fußgänger und Velos, dahinter ein paar Geschäfte und Restaurants. Alles wirkte noch etwas verschlafen, als wäre der Ort selbst noch nicht ganz wach. Vorne reihten sich Hotels und Ferienwohnungen aneinander, aber auch da war noch wenig los.
Wir spazierten ein Stück der Promenade entlang und machten dann einen kleinen Rundweg durchs Dorf zurück zum Stellplatz. Mit den Velos hätte man sicher auch noch locker bis ins Zentrum fahren können, aber wir hatten ja nicht vor, hier zwei Tage zu bleiben.
Zurück am Stellplatz hieß es dann erstmal: bezahlen – und anschließend das Wohnmobil begutachten. Der Staub der letzten Tage hatte sich in Kombination mit dem Regen zu einer ganz neuen, kreativen „Lackierung“ verbunden. Unser Fahrzeug hatte plötzlich Muster, die so definitiv nicht ab Werk geliefert wurden. 😄 Also: Scheiben putzen angesagt. Danach noch das übliche Pflichtprogramm – Grauwasser ablassen, Frischwasser tanken – und schon waren wir wieder startklar.
Dann ging es los Richtung Malaga. Zuerst über eine Nebenstraße mitten durch ein endloses Meer aus Gewächshäusern und später auch entlang der Autobahn – links und rechts weiterhin nur diese weißen Flächen. Diese Gewächshauslandschaft zieht sich hier über knapp 50 Kilometer, was schon ziemlich beeindruckend ist. Da bekommt man beim nächsten Gemüsekauf mit Herkunft aus Spanien, im Laden, definitiv ein ganz anderes Bild im Kopf.
Nach diesem eher „industriellen“ Abschnitt wurde die Fahrt wieder richtig schön. Die Autobahn führte entlang der Küste, immer wieder mit Blick aufs Meer, und im Landesinneren sah man sogar Berge mit Schneeresten – eine ziemlich spannende Mischung. Das Wetter blieb allerdings etwas unentschlossen: dunstig, bewölkt, zwischendurch ein paar Regentropfen. Erst je näher wir unserem Ziel kamen, desto mehr kämpfte sich die Sonne durch.
Unser Tagesziel war der MiluCar Camper Park in Torrox, nur etwa drei Kilometer von der Autobahn entfernt – perfekt für uns. Wir hatten Glück und bekamen noch einen freien Platz. Also eingeparkt, eingerichtet und erstmal angekommen.
Direkt neben uns standen offenbar Stammgäste mit dem vielversprechenden Motto „das letzte Fischbrötchen vor Afrika“. Wir stellten uns schon innerlich auf etwas mehr Trubel ein – aber überraschenderweise blieb es den ganzen Tag über angenehm ruhig.
Als verspätetes Mittagessen gab es dann ganz unspektakulär, aber ehrlich gesagt ziemlich perfekt: Teigwarenreste von vorgestern. Danach wurde erstmal gechillt – drinnen wie draußen. Draußen war es heiß, solange kein Wind ging, drinnen zwar schattiger, aber irgendwie auch nicht wirklich kühler. Das geplante Mittagsschläfchen wurde daher eher zu einem „ich liege rum und hoffe, dass es angenehmer wird“. 😄
Später stand noch Tagebuch schreiben und Polarsteps auf dem Programm, bevor es am Abend nochmals richtig lecker wurde: Plätzli mit Salat, dazu Hamburgerbrötchen und Baguette.
Den Abend verbrachten wir gemütlich drinnen, spielten noch etwas und ließen den Tag entspannt ausklingen – während draußen der Regen am Abend wieder einsetzte.
12. April 2026
Heute stand eigentlich ein klarer Plan: Malaga besuchen. Eigentlich. Denn wie so oft kam es dann doch ein kleines bisschen anders.
Wir machten uns motiviert und relativ früh abfahrbereit – alles lief wie am Schnürchen… bis auf die Kleinigkeit, dass die Brotlieferung erst um 9:30 kam. Also: warten. Geduld ist ja bekanntlich eine Tugend. 🥖
Dazu kam noch, dass ich heute eher auf Sparflamme lief (Stichwort: Männergrippe 😷) und Cornelia auch nicht ganz bei 100 % war. Beste Voraussetzungen also für einen Städtetrip… oder eben auch nicht. Trotzdem entschieden wir uns tapfer, weiterzufahren – man will ja schließlich nicht einfach einen ganzen Tag „rumstehen“.
Erster Stopp: ein kleines Schloss, angeblich eine Sehenswürdigkeit. Nun ja… „klein“ war hier wirklich Programm. Mit etwa 1,5 Metern Höhe hatte das Ganze eher den Charme eines Playmobil-Schlosses als eines historischen Highlights. 😄Aber gut, wir waren da, wir haben’s gesehen, Haken dran. Immerhin konnten wir auf dem Parkplatz noch gemütlich mit Luca telefonieren, und einige andere Wohnmobile hatten es sich dort wohl für die Nacht eingerichtet.
Danach ging es wieder zurück auf die Autobahn, Ziel: Malaga. Wir steuerten den Bereich rund um den Flughafen an, in der Hoffnung, irgendwo bei einem Stadion oder Sportgelände parken zu können. Schon bei der Anfahrt wurde klar: Heute ist hier was los. Überall Autos, überall Menschen – und gefühlt jeder zweite in einem Trikot. Ein Basketball Spiel fand heute hier statt mit tausenden Zuschauern.
Unser geplanter Parkplatz? Komplett überfüllt. Keine Chance. Also wenden. Klingt einfach, ist es aber nicht, wenn gefühlt ganz Malaga gleichzeitig unterwegs ist. 😅
Wir entdeckten noch weitere Parkmöglichkeiten in Nebenstraßen, was bedeutete: zurück zum Kreisel des Grauens, einmal durch den Verkehrsdschungel und wieder wenden. Beim nächsten Kreisel machten wir noch einen Abstecher zu einem anderen Parkplatz – stellte sich heraus: eher nicht unsere Szene. Also weiter.
Wir fanden tatsächlich noch einen Parkplatz… standen dort… schauten uns an… und dachten beide dasselbe: „Weißt du was? Nein.“ 😄 Malaga wurde kurzerhand auf „irgendwann später“ verschoben. Die Aussicht auf nochmal 45 Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln bis ins Zentrum war in unserem Zustand einfach nicht besonders verlockend. Manchmal muss man sich eingestehen: Heute ist nicht der Tag für große Abenteuer.
Also Plan C: Stellplatz suchen, ausruhen, fertig. Gesagt, getan – wir fuhren in Richtung Estepona. Dort angekommen machten wir noch einen kleinen Spaziergang zum Strand. Die Betonung liegt auf „klein“, denn der Wind hatte offenbar beschlossen, heute die Hauptrolle zu spielen. Es war so stürmisch, dass der Spaziergang eher in die Kategorie „sportliche Herausforderung“ fiel. 🌬️
Wir liefen noch ein Stück die Promenade entlang und entdeckten ein Restaurant, das… sagen wir mal… optisch eher in die Kategorie „schick und wahrscheinlich teuer“ fiel. Also einvernehmlicher Rückzug. 😄
Zurück beim Wohnmobil war dann erstmal Regeneration angesagt, inklusive Vorabendschläfchen – absolute Luxusdisziplin. Zum Abendessen gab es etwas Kaltes, ganz entspannt und zeitlich leicht versetzt: Cornelia früher, ich später, nachdem ich mich wieder halbwegs wie ein Mensch fühlte.
Den Abend ließen wir gemütlich mit einem YouTube-Video ausklingen, bevor wir dann ungewohnt früh ins Bett gingen.
13. April 2026
Heute waren wir offenbar der Meinung, wir seien topfit – also musste natürlich direkt ein ambitioniertes Ziel her: Gibraltar! 💪 Um 9 Uhr kam erstmal der Bäcker (wichtigste Person des Tages), danach wurde gepackt und los ging’s zurück auf die Autobahn. Die mautfreien Strecken waren… sagen wir mal… gut besucht – zweispurig, viel Verkehr und gefühlt null Platz zum Ausweichen. Kaum wurde es mautpflichtig, war plötzlich Ruhe, fast schon verdächtig. 😄Nebenbei änderte sich auch die Landschaft wieder und alles wurde deutlich grüner, wie ein kleines Level-Up der Natur.
Irgendwann kamen wir Gibraltar immer näher und parkten am Hafen auf einem großen Parkplatz. Die „offiziellen Plätze“ waren eher Baustellen mit Wohnmobil-Deko, also stellten wir uns lieber etwas weiter weg, wo auch schon andere Wohnmobile standen – man erkennt sich. 🚐 Danach ging’s zu Fuß los Richtung Gibraltar, für mich ja ein kleiner historischer Moment, da ich noch nie in Großbritannien war. Erster Stopp: der Flughafen – und dann kam’s, Passkontrolle und plötzlich läuft man einfach übers Rollfeld. Ziemlich cool und irgendwie leicht verboten wirkend. 😄
Weiter Richtung Zentrum ging es zunächst durch eine ziemliche Baustellenlandschaft, doch dann, bei der alten Stadtmauer, war es wie ein Szenenwechsel: plötzlich britisches Flair, fast als wäre man kurz nach London gebeamt worden – nur mit besserem Wetter. 🇬🇧 Wir schlenderten durch die Einkaufsstraße, alles hübsch gemacht, viele Leute unterwegs und eine lebendige Stimmung. Am Ende gab es die verdiente Belohnung: Fisch und Chips mit zwei Bier – Pflichtprogramm erfüllt. ✔️
Danach wollten wir eigentlich bequem mit dem Bus zum Europa Point fahren, doch der war komplett voll. Also Plan B: laufen. Sportlich motiviert, vielleicht ein bisschen zu optimistisch. Der Weg führte durch den botanischen Garten und anschließend hinunter zum Meer, wo wir zum ersten Mal Marokko sehen konnten – ein ziemlich beeindruckender Moment. 😍 Leider ging es danach wieder ordentlich bergauf, was bei der Planung wohl etwas unterschätzt wurde. 🥵Kurz vor dem inneren Zusammenbruch kam die Rettung in Form eines Busses, der tatsächlich ein Stück oberhalb anhielt – kurzer Sprint, eingestiegen, überlebt.
Am Europa Point angekommen, genossen wir die Aussicht: steile Klippen, das Meer und gegenüber Afrika. Dazu unzählige Schiffe in allen Größen, die durch die Meerenge fuhren oder in der Bucht vor Anker lagen, viele wohl mit Ziel Algeciras. Man hätte dort locker stundenlang sitzen und einfach nur schauen können. Nebenbei fand sogar ein Pool-Billard-Turnier mit Teams aus ganz Europa statt – Gibraltar hat wirklich einiges zu bieten.
Anschließend ging es entspannt mit dem Bus zurück ins Zentrum. Ein kurzer Abstecher in einen Elektronikladen (Spoiler: nichts Besonderes) und dann wieder zurück nach Spanien – natürlich erneut übers Rollfeld und durch die Kontrollen. Wieder beim Wohnmobil angekommen, setzten wir uns noch kurz an den Hafen, genossen die Ruhe und den Blick aufs Wasser. Zum Abschluss des Tages gab es dann tatsächlich ein Fondue – ja, Fondue, in Spanien, direkt am Hafen. Ein kleiner Spaziergang rundete den Tag ab und wir konnten feststellen: Ganz so fit wie am Morgen gedacht sind wir vielleicht nicht – aber der Tag hat sich definitiv gelohnt. 😄
14. April 2026
Heute hiess es mal wieder: Tschüss, Gibraltar! Unser Hafenplatz war wirklich ein kleines Highlight – auch wenn die Nacht akustisch eher… sagen wir mal „maritim lebhaft“ war. Zwischen klappernden Masten, pfeifendem Wind und einem besonders talentierten Katamaran-Seil (das offenbar eine Leidenschaft fürs rhythmisches klatschen hatte), gab’s quasi ein Gratis-Konzert die ganze Nacht. Einschlafen mit Soundeffekten – auch mal was anderes.
Am Morgen sassen wir noch gemütlich draussen auf der Bank und genossen die Stimmung. Wäre die Gondelbahn gefahren, hätten wir uns wahrscheinlich noch von den berühmten Affen verabschiedet – aber gut, die warten jetzt einfach auf unseren nächsten Besuch. Deal!
Dann ging’s los Richtung Tarifa. Und wow – schon die Fahrt war ein kleines Highlight für sich. Erst hoch in die Hügel nach Algeciras, dann wieder runter Richtung Meer. Unterwegs machten wir noch einen Fotostopp, weil die Aussicht einfach zu schön war: saftig grüne Landschaft und ein glasklarer Blick bis nach Marokko. Heute hatte das Wetter definitiv noch bessere Laune als gestern.
In Tarifa angekommen, parkten wir clever oberhalb vom Lidl (Profi-Move) und holten die Velos raus. Ab ging’s Richtung Hafen! Dort angekommen spazierten wir über den Steg zum Leuchtturm – links das Mittelmeer, rechts der Atlantik. Zwei Meere auf einen Blick – ziemlich cool, nicht schlecht, Tarifa!
Leider war die kleine Insel mit dem Leuchtturm geschlossen… na gut, kein VIP-Zugang für uns heute. Also zurück zu den Velos und weiter durch die Altstadt. Dort war richtig was los: viele Leute, kleine Läden, ein bisschen Gewusel – genau die richtige Mischung für einen kleinen Bummel. Danach strampelten wir wieder hoch zum Wohnmobil (Beine sagen danke), erledigten noch schnell den Einkauf im Lidl und beschlossen spontan: Mittagessen am Kite-Surfer-Strand!
Gesagt, getan… und angekommen im Offroad-Abenteuerpark. Der Parkplatz war nämlich eher Kategorie „Natur pur mit Schlagloch-Deluxe“. Eng, holprig und gut besucht – offenbar ein Hotspot für alle, die ihr Auto mal richtig durchschütteln wollen. Wir als Nicht-Surfer waren definitiv die Exoten.
Am Eingang wurden wir freundlich um einen kleinen Beitrag von 2–3 Euro gebeten. Wir dachten uns: „Klar, später!“ … Spoiler: später war niemand mehr da. Ups.Mittagessen gab’s dann ganz entspannt kalt im Wohnmobil. Danach ein kurzer Spaziergang zum Strand, wo wir den Profis (und den weniger Profis) beim Kite-Üben zuschauten. Einige kämpften mehr mit dem Drachen als mit dem Wind. Zurück über die berühmte Schlaglochpiste (diesmal schon fast mit Routine) ging’s weiter Richtung Cádiz. Die Landschaft blieb traumhaft grün, mit weiten Wiesen und gemütlich grasenden Rindern – fast schon Postkartenmaterial.
In Cádiz parkten wir etwas ausserhalb, wo es sogar einen eigenen Bereich für Wohnmobile gab – sehr angenehm! Kaum angekommen, zog es uns direkt an den Strand. Mutig wie wir sind: kurze Hose, aber Jacke – man weiss ja nie mit dem Atlantik.
Wir spazierten am Strand entlang, sammelten Muscheln und hübsche Steine (die Schatzsuche darf nie fehlen) und setzten uns schliesslich auf einen Steg – dem übrigens die Treppe fehlte. Abenteuerlich, aber perfekt für einen kleinen Apéro mit Meerblick.
Während wir da so sassen, zog sich das Wasser langsam zurück und legte immer mehr Strand frei – fast wie ein kleines Natur-Schauspiel nur für uns. Zurück beim Wohnmobil hiess es dann: entspannen, nichts tun, einfach geniessen. Und als krönenden Abschluss gab’s am Abend noch einen feinen Salat und einen wunderschönen Sonnenuntergang am Strand.
15. April 2026
Nun war er endlich da – der grosse „Jetzt geht’s nach Sevilla!“-Tag. Ein Datum, das wir schon länger im Kopf hatten, inklusive reserviertem Stellplatz und einer grossen Vorfreude. Entsprechend motiviert machten wir uns früh daran, unseren aktuellen Parkplatz zu verlassen. Cádiz liessen wir schweren Herzens aus – manchmal muss man Prioritäten setzen, und unser Zeitplan war eher Team „ambitioniert“ als „entspannt“.
Also: erst noch schnell tanken (man weiss ja nie, wann die nächste Tankstelle plötzlich zum Abenteuer wird), und dann ab auf die Autobahn Richtung Sevilla. Die Landschaft unterwegs: viel Landwirtschaft, frisch gepflanzte Olivenbäume, fleissige Menschen auf den Feldern und hier und da schon laufende Bewässerungsanlagen. Alles wirkte produktiv – im Gegensatz zu uns, die hauptsächlich sassen und aus dem Fenster schauten.
In Sevilla angekommen wurde es dann direkt etwas lebhafter. Mehr Verkehr, mehr Chaos, mehr „wo müssen wir jetzt eigentlich hin?!“. Vor einer grossen Brücke staute sich alles, und die richtige Spur zu erwischen fühlte sich ein bisschen an wie ein Strategiespiel auf Expertenlevel. Aber: Wir haben es geschafft – und wurden auf der Brücke gleich mit einem ersten Blick auf die Stadt belohnt.
Danach ging’s… ins Industriegebiet. Romantisch. Dort befand sich nämlich unser Stellplatz. Allerdings: alle Tore zu. Kurz dachten wir schon „Super, reserviert und jetzt stehen wir draussen“, aber an der Rezeption wurde schnell klar: Alles gut, das ist hier einfach Sicherheitslevel „James Bond“. Das Tor wird nur geöffnet, wenn jemand rein oder raus will – inklusive Auto, das jedes Mal vor- und zurückgefahren wird.
Drinnen suchten wir uns einen Platz – ganz nach dem Motto: vorne voll, hinten entspannt. Also natürlich nach hinten. Dann ging’s direkt weiter mit Plan „Stadt erkunden“: Velos raus, Helm auf, los!
Über eine Brücke (inklusive Zugbrücke mit Geleisen – Bonuspunkte!) fuhren wir Richtung Zentrum und landeten bald im wunderschönen Parque de María Luisa. Riesig, grün, gepflegt und erstaunlich ruhig – ein kleines Paradies mitten in der Stadt.
Von dort aus ging’s weiter zum beeindruckenden Plaza de España. Velos parkiert, zu Fuss weiter – und wow, dieser Platz hat schon was. Wunderschöne Architektur, Boote auf dem Wasser, Kutschen, Gitarrenmusik im Hintergrund… fast ein bisschen kitschig, aber genau auf die gute Art. Besonders cool: die Mosaike mit den verschiedenen Regionen Spaniens – quasi einmal durchs ganze Land spaziert, ohne sich zu verlaufen.
Danach wieder rauf auf die Velos und weiter Richtung Kathedrale von Sevilla. Dort angekommen schauten wir uns erstmal alles von aussen an und schlenderten ein bisschen durch die Gassen. Parallel dazu schrieben wir mit Nina – die war gerade in einem Restaurant unterwegs. Perfektes Timing: Wir machten uns direkt auf den Weg zu ihr.
Treffpunkt: Metropol Parasol – diese riesige Holzkonstruktion, die aussieht wie eine Mischung aus Pilz, UFO und moderner Kunst. Dort trafen wir Nina und Lara, und das war ganz klar das Highlight des Tages. Einfach zusammen sitzen, etwas trinken, quatschen – genau das, was man sich wünscht, wenn man unterwegs ist und Familie trifft.
Nach diesem schönen Wiedersehen drehten wir noch eine kleine Runde über den Platz und machten einen kurzen Abstecher zu Decathlon auf der Mission „Karabinerhaken für Veloschlüssel“. Ergebnis: Mission gescheitert. Aber wir haben uns wenigstens sportlich gefühlt, als wir den Laden betreten haben.
Zurück bei den Velos wollten wir noch gemütlich zum Fluss fahren. Wollten. Stattdessen landeten wir plötzlich mitten in einer Menschenmenge, fein geschniegelt, viele mit Hemd, Hut und offensichtlich einem klaren Ziel. Kurz waren wir verwirrt, dann fiel der Groschen: Stierkampf. Zack – falsche Abzweigung, falsche Welt. Schnell wieder raus aus der Menge und zurück auf vertrauteres Terrain.
Wir fanden schliesslich wieder eine Strasse und überquerten den Fluss. Auf der anderen Seite: kein Veloweg. Dafür eine schmale Strasse, viel Verkehr und – natürlich – Kopfsteinpflaster. Unsere Velos haben innerlich wahrscheinlich geweint. Wir legten zwischendurch einen kurzen Stopp ein, einfach um nicht komplett durchgeschüttelt zu werden.
Auf dem Fluss entdeckten wir ein Ausflugsboot – und da wir wussten, dass Nina am Abend auch so eine Tour macht, schrieben wir ihr. Und tatsächlich: Sie war nicht auf diesem Boot… aber auf dem nächsten! Also standen wir da und winkten wie zwei begeisterte Fans vom Ufer. Ihr Boot war zwar etwas gemütlich unterwegs, aber wir konnten sie tatsächlich noch einmal sehen. Unerwarteter Bonus-Moment!
Wenig später entdeckten wir ein Restaurant und machten Halt für eine kleine Stärkung: Patatas Bravas und Kroketten mit Schinkenfüllung.
Dann ging’s zurück Richtung Stellplatz. Unterwegs kamen wir noch am riesigen Gelände der Feria de Abril vorbei – aktuell noch im Aufbau, aber schon jetzt beeindruckend. Über 1000 Festzelte! Wir nahmen eine kleine Abkürzung mitten hindurch und fühlten uns kurz wie heimliche VIPs.
Zurück beim Wohnmobil hiess es dann: Stühle raus, Füsse hoch und einfach den Abend geniessen. Ein bisschen erschöpft, ein bisschen verschwitzt, aber vor allem sehr zufrieden.
Fazit des Tages: Ankommen in Sevilla, Stadt erkunden, leicht verlaufen, Tapas essen und vor allem Nina treffen – besser kann ein Reisetag eigentlich kaum laufen. 😄
16. April 2026
Unser zweiter Tag in Sevilla – stand unter einem ganz klaren Motto: Nina treffen. Alles andere war eigentlich nur schönes Beiwerk.
Der Morgen begann entspannt vor dem Wohnmobil, ein bisschen draussen sitzen, ein bisschen Sonne tanken und dann gemütlich frühstücken. Wir hatten kurz überlegt, in die Stadt zu gehen – aber ganz ehrlich: Frühstück in Ruhe schlägt Frühstück im Trubel. Also blieb alles schön unkompliziert.
Danach schwangen wir uns wieder auf die Velos und überquerten den Fluss, mit dem ambitionierten Ziel, einen Weg direkt am Wasser zu finden. Routenplanung ist ja bekanntlich nicht unsere Kernkompetenz, aber irgendwie – vermutlich durch eine Mischung aus Glück, Bauchgefühl und „einfach mal probieren“ – schafften wir es tatsächlich, am Fluss entlangzufahren.
Allerdings: Kopfsteinpflaster des Todes. Also wirklich. So eine Mischung aus „historisch schön“ und „modern unangenehm“. Zwischendurch wurde es dann zu einer Art Kies-Sand-Erde-Experimentierstrecke. Unsere Velos haben wahrscheinlich kurz überlegt, zu kündigen.
Irgendwann wechselten wir wieder die Flussseite, stellten die Velos ab und schauten uns eine Markthalle an. Überschaubar, aber charmant – alles da, was man braucht. Gekauft haben wir nichts, schliesslich wollten wir den ganzen Tag noch durch die Stadt ziehen und nicht schon morgens mit Einkaufstaschen rumrennen wie zwei ambitionierte Wochenmarktbesucher.
Ein kurzer Spaziergang durch die Gassen zeigte uns schnell: Hier ist es deutlich weniger touristisch. Also so richtig „hier lebt man halt einfach“-Vibe. Nach ein paar hundert Metern kehrten wir aber wieder um – wir hatten ja noch grössere Pläne.
Zurück bei den Velos gab’s noch einen wichtigen Zwischenstopp bei Ale-Hop – wo wir einen Schlüsselanhänger für unsere Veloschlüssel kauften. Absolut essenziell, versteht sich. Sicherheit geht vor.
Dann wieder zurück über den Fluss, Parkplatzsuche in der Nähe der Kathedrale (mit unserer legendären Routenplanung – also eher „finden durch Zufall“), und dann ging’s zum Treffpunkt für unsere gebuchte Tour.
Mit QR-Code bewaffnet luden wir den Audioguide herunter und warteten brav auf den Guide und bis wir in die heiligen Hallen der Kathedrale von Sevilla geführt wurden. Durch einen Nebeneingang hinein – schon ein bisschen VIP-Feeling.
Drinnen ging’s direkt Richtung Turm, die berühmte Giralda. Und hier kam die Überraschung: keine endlosen Treppen, sondern ein ansteigender Weg, der sich in Quadratform nach oben schlängelt. Fast wie eine Parkgarage für Menschen – aber deutlich schöner. Hochlaufen war also erstaunlich angenehm.
Oben angekommen: viele Menschen. Sehr viele Menschen. Eine Art langsam rotierende Menschenschlange mit Aussicht. Die Plattformen boten zwar schöne Blicke über die Stadt, aber alles war vergittert – fotografisch eher so mittel. Ich kämpfte mit den Fotos, Cornelia hingegen lieferte offenbar preisverdächtige Ergebnisse.
Danach wieder runter im selben „Gegenverkehr-Menschenstrom“ und weiter in die Kathedrale selbst. Und die ist… riesig. Wirklich riesig. Fünf Schiffe, ein gigantischer Chor und diese beeindruckende geschnitzte Wand mit biblischen Szenen – alles aus Holz, unglaublich detailliert und einzigartig.
Mein persönliches Highlight: das Grab von Christoph Kolumbus. Der Sarg wird von vier Figuren getragen, die verschiedene Regionen Spaniens symbolisieren. Schon ziemlich eindrücklich – und definitiv einer dieser Momente, wo man kurz innehält und denkt: „Okay, das ist jetzt schon irgendwie Geschichte zum Anfassen.“ Auf dem Sarg steht « Hier ruht Christophe Kolumbus, erster Admiral und Entdecker der neuen Welt, er Ruhe in Frieden» dies hat mir besonders gefallen.
Ein paar Kapellen später war der königliche Bereich leider geschlossen (natürlich), also traten wir wieder hinaus ins pralle Leben – und direkt in zwei Sangrias in einem Restaurant. Die waren… sagen wir mal: bemüht. Also eher Kategorie „Durst gelöscht, Erwartungen nicht erfüllt“.
Deshalb zog es uns schnell zu unserem eigentlichen Tageshighlight: Treffen mit Nina. Auf dem Platz mit der grossen Holzkonstruktion – Metropol Parasol – trafen wir sie zusammen mit Lara. Perfekter Ort, entspannte Stimmung, Drinks, und dazu Tapas: Patatas Bravas, Tintenfischringe und Baguette mit Tomaten (so eine Art minimalistische Bruschetta). Genau unser Ding.
Nebenbei war die Stadt heute auch im Fussballmodus: grün-weisse Fans von Real Betis und rot-weisse Anhänger von Sporting Braga mischten sich überall. Europa-League-Viertelfinal, Rückspiel – Stimmung also inklusive. (Spoiler: Betis verlor später 2:4. Stimmung vermutlich danach eher gedämpft.)
Nach einem gemeinsamen Foto verabschiedeten wir uns – nächstes Wiedersehen voraussichtlich im Juni. Ein bisschen Wehmut, aber vor allem ein richtig schöner Moment.
Danach machten wir noch einen kleinen Abstecher zu einer Kirche ausserhalb des Zentrums. Ergebnis: nett, aber kein Highlight. Also wieder zurück in die Stadt, Velos suchen (und tatsächlich wiederfinden – ein kleiner Sieg!) und noch ein bisschen am Fluss entlangfahren.
Allerdings: Die Velowege hatten heute offenbar Feierabend. Mal hier zu Ende, mal da plötzlich weg. Also wieder Brücke, wieder zurück, quasi einmal Replay vom Morgen.
Ein letzter Stopp an einer Bar direkt am Fluss – noch etwas trinken, kurz durchatmen, und dann zurück zum Wohnmobil. Der Weg dorthin führte uns über eine Hauptstrasse, weil ein Abschnitt gesperrt war. Und am grossen Kreisel vor dem Stellplatz… ja, da warteten wir wieder. Und warteten. Und warteten. Gefühlt ein halbes Leben, bis die Ampel endlich grün wurde.
Zurück beim Wohnmobil dann: Stühle raus, durchatmen – und feststellen, dass inzwischen deutlich mehr Camper da waren als am Vorabend. Stellplatz-Feeling deluxe: eng, gesellig, ein bisschen wie Festival ohne Musik.
Und die Hitze? Immer noch da. Drinnen wie draussen um die 30 Grad. Also blieben wir einfach lange draussen sitzen, mitten im Camper-Gewusel, irgendwo zwischen „leicht verschwitzt“ und „eigentlich ganz gemütlich“.
Fazit des Tages: Kopfsteinpflaster überlebt, Kultur eingesogen, Fussballstimmung gespürt – und vor allem: eine richtig schöne Zeit mit Nina verbracht. 😄
17. April 2026
Es hiess Abschied nehmen von Sevilla – und gleich auch von Spanien insgesamt. Und das fiel uns ehrlich gesagt nicht ganz leicht… vor allem, weil uns die Nacht vorher ziemlich „eingeheizt“ hatte. Rund 30 Grad im Wohnmobil, kaum Abkühlung, alle Dachfenster offen und trotzdem das Gefühl, man schläft in einer leicht überhitzten Sauna. Entsprechend gönnten wir uns am Morgen eine kleine Verlängerung und krochen erst gegen 8:30 aus den Federn – da war es wenigstens minimal angenehmer.
Nach einem gemütlichen Frühstück draussen packten wir langsam zusammen und machten uns abfahrbereit. Der Plan war klar: Richtung Portugal, irgendwo in der Nähe von Faro. Entsorgen und Frischwasser tanken? Theoretisch ja. Praktisch nein – die Schlange war so lang, dass wir beschlossen: Das Problem lösen wir ein anderes Mal.
Dann ging’s los… oder besser gesagt: Es ging erstmal nicht los. Der erste Kreisel hatte es in sich – gefühlt eine halbe Stunde Stillstand. Perfektes Timing natürlich, denn genau dort war auch noch die Zufahrt zu einem Festgelände, das gerade in den Endspurt-Vorbereitungen war. Verkehrstechnisch also ein kleines Highlight. Irgendwann hatten wir es aber geschafft und kämpften uns Richtung Autobahn.
Rund um Sevilla war noch ordentlich Verkehr, aber mit jedem Autobahnwechsel wurde es entspannter. Die Landschaft blieb hügelig und grün, wenn auch nicht mehr ganz so üppig wie weiter südlich. Kurz vor der Grenze legten wir noch einen Zwischenstopp ein und gönnten uns zwei Sandwiches – ich mit Poulet und Käse, Cornelia klassisch mit Salami und Käse. Solide Verpflegung für den Grenzübertritt.
Dann kam der Moment: Brücke überquert – und wir waren in Portugal. Ehrlich gesagt änderte sich landschaftlich erstmal gar nicht so viel. Hügel, Grün, ähnliche Häuser – wobei wir beide das Gefühl hatten, dass hier und da alles ein kleines bisschen gepflegter wirkt. Kann aber auch Einbildung gewesen sein.
In Boliqueime legten wir noch einen Einkaufsstopp beim Lidl ein – man weiss ja nie, wann der nächste Glace-Notfall eintritt. Danach ging’s auf teilweise etwas schmaleren Strassen weiter zum Stellplatz. Unser Navi hatte zwischendurch eine „geniale“ Abkürzung mit Wohnwagen-Verbotsschild im Angebot – wir haben dankend abgelehnt und uns stattdessen vertrauensvoll an Google Maps gehalten. Man muss ja nicht alles ausprobieren.
Am Stellplatz angekommen konnten wir immerhin direkt beim Entsorgen halten und den Grauwassertank loswerden. Danach: freie Platzwahl… theoretisch. Praktisch waren nicht mehr viele Plätze frei, also wurde die Entscheidung eher zu einem „Nimm, was du kriegen kannst“-Spiel. Wir entschieden uns für einen Platz und hofften insgeheim, dass unsere Schattenberechnung (hochkomplexes System, basiert auf Bauchgefühl) aufgehen würde.
Kaum angekommen, zog es uns direkt an den Strand – nur etwa 400–500 Meter entfernt. Über eine Holztreppe-Holzsteg-Kombination ging es hinunter, und unten erwarteten uns schöne Klippen (so 20–40 Meter hoch) und ein etwa 20–30 Meter breiter Sandstrand. Wir liefen zuerst nach links, dann wieder zurück und nach rechts, bis zu ein paar Liegestühlen, und nahmen dort die Treppe nach oben.
Oben angekommen fanden wir eine kleine Bar und spazierten noch ein Stück weiter durch die Natur. Der Weg war so halb offiziell – also genau unser Ding – aber er brachte uns problemlos zurück zum Ausgangspunkt. Abenteuerlevel: leicht, aber zufriedenstellend.
Zurück beim Wohnmobil wurde erstmal die Sonnenstore ausgefahren – obwohl sie eigentlich gar nicht nötig gewesen wäre, da ein Baum schon ziemlich grosszügig Schatten spendete. Aber hey, wenn man sie schon hat…
Zum Zvieri gab’s Trauben, Glace und das restliche Sandwich von Cornelia. Danach stand wieder Tagebuch schreiben auf dem Programm – schliesslich müssen all diese dramatischen Entscheidungen (Sonnenschirm ja/nein, Schatten hier oder dort) dokumentiert werden.
Am Abend wurde dann noch der Grill angeworfen: Plätzli und Salat – simpel, aber perfekt. Wir sassen noch lange draussen, genossen die endlich angenehmere Temperatur und waren einfach froh, dass die Hitze des Tages verschwunden war.
18. April 2026
Der heutige Tag, stand ganz im Zeichen von: Wir bleiben einfach mal da. Eine Entscheidung, die wir übrigens schon bei der Ankunft getroffen hatten – vermutlich, weil wir tief im Inneren wussten, dass ein „Nichtstun-Tag“ dringend nötig war. Und siehe da: Schon am Morgen konnten wir gemütlich draussen sitzen und sogar unser Frühstück an der frischen Luft geniessen.
Danach machten wir uns bereit für eine kleine Velotour – mit einem ganz klaren, streng geheimen Nebenziel: Sonnenschirm beschaffen. Nach den gestrigen Erfahrungen am Strand war klar, dass wir entweder Schatten organisieren oder langsam anfangen würden, uns selbst zu grillieren.
Vor der grossen Expedition wollten wir noch schnell Wäsche waschen. Kleines Detail: Es gab drei Maschinen… und gefühlt den halben Kontinent an Campern, die exakt dieselbe Idee hatten. Ergebnis: kläglich gescheitert. Aber gut, wir bleiben optimistisch – nächster Campingplatz, nächster Versuch.
Also rauf auf die Velos! …und etwa 10 Minuten später wieder runter. Cornelia wurde von Magen-Darmproblemen ausgebremst. Ende von Versuch Nummer 1. Kurze Pause, Reset, neuer Anlauf.
Versuch Nummer 2: deutlich erfolgreicher. Diesmal schafften wir es tatsächlich bis nach Vilamoura. Die erste Brücke unterwegs war eher so Kategorie „für ambitionierte Fussgänger mit Bergsteiger-Ambitionen“ ( wenn man ein Velo dabei hat) , also suchten wir uns eine entspanntere Variante – und wurden auch fündig. Ein paar Meter Veloschieben durch den Sand gehörten natürlich trotzdem dazu, damit es nicht zu einfach wird.
Der Strand dort war riesig – wirklich breit und beeindruckend, allerdings ohne die dramatischen Klippen im Hintergrund. Dafür ging’s dann weiter Richtung Hafen, und dort war plötzlich richtig was los: Restaurants ohne Ende, Menschen aus aller Welt, überall Englisch, Angebote für Bootstouren, Ausflüge und vermutlich auch „Werde Kapitän in 5 Minuten“-Kurse.
Wir parkten die Velos und erkundeten den Hafen zu Fuss. Zwischen all den Läden entdeckte Cornelia einen Ale-Hop und gönnte sich einen Hut – stylisch und gleichzeitig Sonnenschutz, also praktisch ein Doppelsieg.
Danach noch ein kurzer Abstecher an den Strand bei den grossen Hotelanlagen – Fazit: ganz nett, aber kein „Wow“. Also wieder zurück Richtung Hafen. Und da war er: ein Laden mit Sonnenschirmen. Ohne gross zu vergleichen, ohne Preisstudium, ohne Excel-Tabelle im Kopf – einfach gekauft. Spontan. Effizient. Fast schon beängstigend erwachsen.
Zur Feier des erfolgreichen Einkaufs setzten wir uns in ein Restaurant mit italienischem Touch – wobei der Hauptgrund eigentlich der Schatten war. Bestellung: zwei Drinks und eine Pizza mit Burrata. Ergebnis: Die Pizza kam schneller als die Drinks. Prioritäten der Küche waren klar gesetzt.
Gut gestärkt ging’s zurück zu den Velos und auf den Heimweg. Unterwegs machten wir noch einen kurzen Stopp bei einem Restaurant (rein aus Neugier, versteht sich) und schauten uns einen grossen Parkplatz mit einigen Wohnmobilen an – man will ja schliesslich Optionen prüfen. Ein Supermarkt durfte natürlich auch nicht fehlen, also noch schnell ein paar Einkäufe erledigt und dann zurück zum Wohnmobil.
Aber lange Pause? Fehlanzeige. Der neue Sonnenschirm musste schliesslich getestet werden! Also wieder los Richtung Strand, die bekannte Holztreppe-Holzsteg-Kombination runter, Platz gesucht, Tücher ausgebreitet – und dann der grosse Moment: Sonnenschirm aufstellen. Bei ordentlich Wind natürlich direkt im „Profi-Modus“ (nur das Oberteil). Hat aber gehalten – wir waren stolz.
Es fühlte sich ein bisschen an wie früher: Strand, Wind, Sand, einfach sein. Cornelia wagte sich sogar ins Meer – was bei der starken Strömung eher nach „kleines Abenteuer“ als nach entspanntem Baden aussah. Rein- und rauskommen war definitiv kein Selbstläufer.
Nach einer Weile ging’s zurück zum Wohnmobil: duschen, chillen, kurz durchatmen. Zum Abendessen gab’s dann wieder Plätzli vom Grill und verschiedene Salate – solide, lecker, genau richtig.
Später zog leichter Nebel auf, und wir entschieden uns für einen Abendspaziergang zum Strand. Die Stimmung war plötzlich richtig mystisch – fast schon wie in einem Film, es fehlte nur noch das Piratenschiff, dass aus dem Nebel auftauchte. Erst nur bis zur Klippe… und dann natürlich doch noch runter an den Strand. Wenn schon, denn schon. Der Nebel machte alles irgendwie ruhig und speziell – auch wenn der Sonnenuntergang dadurch eher Kategorie „unsichtbar“ war.
Zurück beim Wohnmobil wurden noch die Velos verräumt und der Abend gemütlich beendet. Tagsüber war es wieder richtig warm, aber am Abend kühlte es angenehm ab – genau die Mischung, die man sich wünscht.
19. April 2026
Der Plan für den 19. April war eigentlich glasklar: weiterfahren. Wirklich. Ganz sicher. Also… theoretisch. Praktisch kam es – wie so oft auf Reisen – ein kleines bisschen anders. Statt Kilometer zu machen, entschieden wir uns ganz spontan, noch einen Abstecher nach Albufeira einzulegen. Wenn man schon mal in der Nähe ist und die Velos dabei hat… warum nicht?
Gesagt, getan: Stellplatz kurzerhand um eine Nacht verlängert, Velos rausgeholt und los ging’s. Etwa 35 Minuten Fahrt lagen vor uns – leider grösstenteils auf der Hauptstrasse, weil Velowege hier offenbar eher ein optionales Feature sind. Der Verkehr war entsprechend lebhaft, sagen wir’s mal so, und die Fahrt eher „aufmerksamkeitsfördernd“ als entspannt. Aber immerhin gab’s unterwegs einiges zu sehen: Hotels, Ferienanlagen und Restaurants in allen Variationen – alles schrie förmlich „Tourismus!“.
Am ersten Strandabschnitt angekommen, parkten wir unsere Velos und wechselten in den Barfussmodus. Schuhe aus, rein in den Sand und einfach mal loslaufen. Der Strand war gut besucht, aber erstaunlich wenige Leute waren im Wasser – wahrscheinlich hatte das Meer wieder diese „erfrischende“ Temperatur, die einen kurz an der eigenen Lebensentscheidung zweifeln lässt. Wir spazierten bis ans Ende des Strandes, beobachteten das bunte Treiben und hielten Ausschau nach den schönsten Muscheln (Spoiler: natürlich findet man immer genau dann keine, wenn man gezielt sucht).
Am Ende entdeckten wir noch einen kleinen Weg entlang der Klippen – klang vielversprechend, endete aber nach etwa 30 Metern in einer eher ambitionierten Klettereinlage. Wir entschieden einstimmig: Heute nicht. Also zurück und stattdessen die lange Treppe hoch in die Stadt. Bei der Hitze eine kleine Challenge, aber wir zogen durch wie zwei motivierte Bergziegen – ohne Pause bis nach oben.
Oben angekommen ging’s zuerst Richtung Hafen, inklusive Stopp bei einer Aussichtsplattform mit wirklich schönem Blick über die Stadt. Danach zurück und weiter Richtung Zentrum, wo wir ein Restaurant entdeckten – perfekte Lage auf einer Klippe, offenes Fenster, Meerblick… wir wollten eigentlich nur etwas trinken. Wirklich. Am Ende standen zwei Bier, Spaghetti Bolognese für Cornelia und ein Lachs-Salat für mich auf dem Tisch. Man muss flexibel bleiben.
Gestärkt ging’s weiter durch die Altstadt: enge Gassen, unzählige Läden, Restaurants an jeder Ecke – klassischer Ferienort, aber irgendwie trotzdem charmant. Besonders praktisch: ein Tunnel, der Strand und Altstadt verbindet. Kein Umweg, kein Stress, einfach durch und zack – Perspektivenwechsel.
Auf einem grossen Platz wurde es dann plötzlich sportlich: überall Grossbildschirme, lauter Jubel, und mittendrin lief ein Spiel der Premier League – Liverpool FC war gerade im Einsatz. Die Stimmung war so laut und intensiv, dass man kurz dachte, man sitzt direkt im Stadion. Fussball verbindet eben.
Natürlich durfte auch ein bisschen Sightseeing nicht fehlen: ein Platz mit Skulpturen, ein Boot, das obligatorische „Love Albufeira“-Schild – Fotos gemacht, Mission erfüllt. Danach ging’s mit der Rolltreppe wieder nach oben. Wobei… nicht ganz. Ich entdeckte noch einen „Ostkurve Bern“-Kleber und musste den unbedingt fotografieren. Ergebnis: Ich fuhr die untere Rolltreppe gleich zweimal. Prioritäten müssen gesetzt werden.
Dann wieder zurück zu den Velos und – Trommelwirbel – nochmals die Hauptstrasse entlang zurück zum Wohnmobil. Dort angekommen zog es uns direkt wieder an den Strand. Diesmal etwas ruhiger, ein paar Fischer, weniger Leute. Perfekt, um einfach zu entspannen. Sonnenschirm aufgestellt, Wind genossen – wobei es im Schatten fast schon kühl war und in der Sonne gefühlt sofort Hochsommer. Die perfekte Temperatur blieb ein Mythos.
Cornelia verzichtete heute aufs Baden (verständliche Entscheidung), und wir verbrachten die Zeit einfach gemütlich am Strand, mal mit, mal ohne Sonnenschirm, immer auf der Suche nach der perfekten Balance zwischen „zu heiss“ und „zu frisch“.
Am Abend wurde es dann ganz entspannt: kein grosses Programm mehr, sondern Polarsteps aktualisieren, Tagebuch schreiben – und statt Abendessen gab’s einfach Snacks.
20. April 2026
Wir haben heute offiziell kapituliert vor der schieren Menge an schönen Küstenabschnitten in der Algarve. Man könnte ja alles sehen – aber dann müsste man vermutlich wandern statt mit dem Wohnmobil fahren. Also haben wir uns ganz erwachsen entschieden: Fokus auf die Highlights, und der Rest darf einfach weiterhin hübsch sein ohne uns.
Der Morgen begann entsprechend entspannt. Cornelia telefonierte gemütlich mit Omi und Thomas, ich lud noch brav das Tagebuch hoch – und zack, war es schon 11 Uhr. Klassischer „wir fahren früh los“-Tag also.
Unser Ziel: Cabo de São Vicente – das südwestlichste Ende des europäischen Festlands. Historisch gesehen ein Ort, an dem früher ordentlich auf See geprügelt wurde. Heute dagegen eher ein Ort, an dem Touristen fotografieren und Würste essen. Fortschritt, würde ich sagen.
Die Fahrt führte uns über alles, was das Strassennetz hergibt: Hauptstrassen, Autobahn, wieder Landstrassen – quasi ein Best-of der portugiesischen Verkehrsplanung. In Sagres haben wir uns schon mal potenzielle Parkplätze gemerkt – man weiss ja nie, wann man wiederkommt oder spontan müde wird.
Am Kap angekommen, parkten wir etwas weiter hinten (Wohnmobil-Realität: „passt irgendwie schon“) und liefen den Rest zu Fuss. Und dann: Wow. Klippen, etwa 60 Meter hoch, Wind, Meer – richtig dramatisch schön. Also Kameras raus.
Der Leuchtturm sah auch beeindruckend aus – allerdings nur von aussen, weil: geschlossen. Klassiker. Dafür gab’s davor alles, was das Herz begehrt: Snacks, Souvenirs und… den legendären Bratwurststand „der Letzte vor Afrika“. Der kam uns verdächtig bekannt vor – offenbar sammeln wir jetzt kulinarische Superlative („letztes Fischbrötchen“, „letzte Bratwurst“… was kommt als Nächstes?).
Natürlich konnten wir da nicht widerstehen: zwei Thüringer mit speziellem Senf. Warum Thüringer? Gute Frage. Aber lecker war’s. Und als Bonus gab’s sogar ein Zertifikat – offiziell bestätigt: Wir waren da. Und wir haben gegessen. Historischer Moment.
Nach der Stärkung ging’s nochmal in die Natur: kurzer Abstecher zum Felsen Pedra das Gaivotas, inklusive blühender Pflanzen und noch mehr Klippen-Drama. Danach zurück zum Wohnmobil und weiter zum nächsten Stopp.
Ein Parkplatz mit Treppe zum Strand klang verlockend – bis die Treppe irgendwann beschloss, zur sportlichen Herausforderung zu werden. Wir haben uns dann diplomatisch fürs Umdrehen entschieden. Andere Leute waren unten am Strand und im Wasser – wir waren oben zufrieden.
Letzter Halt: wieder Sagres und die Fortaleza de Sagres. Eintritt? 10 Euro pro Person. Überlegungszeit: ungefähr 1,5 Sekunden. Ergebnis: 20 Euro weniger, aber definitiv lohnenswert.
Drinnen erwartete uns ein riesiges Gelände mit spektakulären Ausblicken, alten Verteidigungsanlagen und ordentlich Geschichte. Unter Heinrich der Seefahrer war das hier wohl mal ein Hotspot für Seefahrt und Entdeckungen. Heute eher ein Hotspot für Spaziergänge mit Wow-Effekt.
Wir liefen gemütlich der Klippe entlang, entdeckten eine geheimnisvolle Felsspalte (sehen konnte man nichts – aber hören! Sehr dramatisch) und beobachteten sogar einen Fischer, der aus schwindelerregender Höhe angelte. Und tatsächlich: Er hat einen Fisch gefangen. Ein kleines Wunder, dass die Möwen nicht schneller waren.
Danach ging’s zurück zum Wohnmobil und weiter zum Stellplatz – klein, aber fein. Die Dame am Empfang hatte offenbar einen sehr minimalistischen Zugang zu Freundlichkeit, aber hey: 13 Euro inklusive Strom und ein Lidl direkt daneben – wir nehmen, was wir kriegen.
Kaum geparkt, schon einkaufen. Danach entspannt draussen gesessen, kurz mit Zürchern geplaudert (Gesprächsdauer: eher Kurzfilm als Serie) und den Abend mit kaltem Essen, YouTube und Tagebuch ausklingen lassen.
Wettertechnisch: morgens sonnig, später etwas bewölkt.
Fazit des Tages: weniger gesehen als möglich, aber dafür dies richtig genossen.
21. April 2026
Heute zeigte sich der Morgen erstmal von seiner eher schüchternen Seite – statt strahlendem Sonnenschein gab’s graue Wolken mit gelegentlichen Regentropfen, quasi ein Wetter, das sich nicht so recht entscheiden konnte. Wir waren zwar ungewohnt früh wach (fast schon verdächtig), aber unsere Abfahrtszeit blieb davon völlig unbeeindruckt. Erst wurde brav Buchhaltung gemacht und die Route geplant – Abenteuer mit Struktur, wie sich das gehört.
Das Tagesziel war Sines, wobei wir unterwegs locker hundert Dinge hätten anschauen können… aber man muss ja auch noch Gründe für ein Comeback haben. Also ging’s los, mit einem kurzen Abstecher zum Aldi im Dorf. Der Parkplatz sah allerdings so aus, als wäre er für Smart-Autos mit Yoga-Erfahrung gebaut worden – eng, voll, und irgendwie nicht einladend. Also: Mission abgebrochen, weiter geht’s!
Die Strasse? Eine Mischung aus „Hauptstrasse light“ und „Nebenstrasse mit Ambitionen“ – nicht besonders breit, aber immerhin wenig Verkehr. Erstes Ziel: Praia da Bordeira. Dort stand zwar ein Fahrverbot für Wohnmobile… allerdings erst direkt vor dem grossen Parkplatz. Ein klassischer Fall von „zu spät gesehen, jetzt stehen wir schon hier“. Und da auch andere Wohnmobile dort waren, fühlten wir uns gleich viel weniger rebellisch.
Zu Fuss ging’s weiter – zuerst zu einem kleinen Fluss, wo ein regelrechtes Froschkonzert stattfand. Wirklich, die Jungs haben alles gegeben. Gesehen haben wir vor allem kleinere Frösche, die grossen Stars blieben eher scheu. Hinter dem Fluss wartete eine wunderschöne Dünenlandschaft – viel Sand, viel Weite, einfach herrlich.
Dann der Aufstieg zu einem Aussichtspunkt über einen sandigen Weg. Ob das ein Wanderweg oder ein Reitpfad war? Gute Frage. Die Pferdeäpfel sprachen eine ziemlich klare Sprache, und nachdem uns schon zwei Reiter begegnet waren, fühlten wir uns ein bisschen wie Statisten in einem Western – nur ohne Pferd.
Unterwegs fanden wir dann eine verlorene Lederjacke. Kurz darauf kam tatsächlich ein Reiter zurück und fragte danach – perfektes Timing! Wir zeigten ihm die Stelle, er war glücklich, wir waren gute Menschen für den Tag. Win-win.
Weiter ging’s über einen leicht wackeligen Holzsteg (Abenteuerfaktor inklusive) und schliesslich zu einer Aussichtsplattform mit Top-Blick. Fotos gemacht, kurz gestaunt, und dann wieder zurück. Natürlich nicht ohne kleinen Umweg zum Strand – Schuhe aus, durch den Fluss waten, und schon standen wir an einem riesigen Strand voller Surfer. Die Wellen waren eher gemütlich unterwegs, perfekt für Anfänger und Surfschulen. Wir spazierten einfach am Strand entlang und genossen die entspannte Stimmung, bevor es über Dünen und Fluss wieder zurückging.
Danach ging’s – mit leicht knurrendem Magen – weiter zum nächsten Strand: Praia de Vale dos Homens. Spontan angesteuert, weil Hunger bekanntlich die besten Entscheidungen trifft. Erst wurde gegessen, dann erkundet. Auch hier gab’s einen Steg zu einem Aussichtspunkt, diesmal in der luxuriösen WPC-Version. Aussicht wieder top. Eine Treppe führte bis ganz runter zum Strand – ich habe sie teilweise genutzt, mehr fürs Fotografieren als fürs sportliche Ehrgefühl.
Dann ging’s weiter Richtung Sines. Die Strassen wechselten munter zwischen „ganz okay“ und „naja, geht so“, ein kleines Abenteuer für sich. In Sines angekommen, machten wir erstmal eine Hafenrundfahrt… mit dem Wohnmobil. Containerhafen, Industrie, Tanks – alles dabei, ein bisschen wie eine Doku live.
Der ausgesuchte Parkplatz? Sagen wir mal so: Drei Autos mit Insassen, leicht schräg, und ein Bauchgefühl, das ziemlich laut „Nein!“ rief. Also hörten wir brav darauf und suchten uns einen Campingplatz in der Nähe.
Dort angekommen: Anmeldung erledigt, Platz erkundet – und dann der Jackpot: zwei freie Waschmaschinen! Unser Wäscheberg hatte inzwischen die Ausmasse eines kleinen Gebirges angenommen, also nichts wie rein damit. Zwei Maschinen später war die Welt wieder in Ordnung. Ein Teil kam in den Trockner, der Rest wurde draussen aufgehängt – ganz klassisch.
Zum Abschluss des Tages gab’s Teigwaren mit Tomatensauce – simpel, warm und genau das Richtige bei dem frischen Küstenwind. Die Sonne hatte sich am Nachmittag endgültig verabschiedet, und mit dem Wind war’s ordentlich kühl. Aber hey – ein Tag voller kleiner Abenteuer, Frösche, Pferde und Waschmaschinen.
22. April 2026
Der Tag begann ganz entspannt mit Kaffee draussen und dieser ruhigen Morgenstimmung. Während Cornelia schon fleissig war und die Wäsche aufhängte (und später erfolglos versuchte, vor 9 Uhr an Brot zu kommen – mutiger Versuch!), entschieden wir uns kurzerhand, den Spiess umzudrehen: erst Strand, dann Frühstück. Eine Entscheidung, die sich absolut gelohnt hat.
Schon die ganze Nacht hatten wir das Meer gehört, obwohl wir gefühlt ewig weit weg an einer Lagune standen. Am Strand angekommen wurde klar, warum: Die Wellen waren beeindruckend, kraftvoll und irgendwie hypnotisch. Der Strand selbst – riesig, fast endlos und komplett menschenleer – hatte etwas richtig Magisches. Wir machten das, was man an solchen Orten eben macht: stehen bleiben, schauen, durchatmen… und natürlich Muscheln suchen, als gäbe es einen geheimen Wettbewerb. Danach ging’s noch zur Lagune, hübsch getrennt durch eine breite Düne. Vögel gab es einige, Flamingos leider nicht – die hatten wohl gerade frei.
Zurück im Dorf klappte es dann auch endlich mit dem Brot, und nach dem Frühstück machten wir unser Zuhause wieder fahrbereit: Wäsche runter, Grauwasser entsorgen, Frischwasser bunkern – die glamouröse Seite des Camperlebens.
Unser nächster Stopp führte uns Richtung Praia da Galé. Dort fanden wir eine richtig hübsche Feriensiedlung – ein Haus schöner als das andere, einige bewohnt, viele eher nicht. Erste Reihe mit Meerblick… sagen wir mal so: Man beginnt unweigerlich, gedanklich Immobilienpläne zu schmieden. Der Zugang zum Meer gestaltete sich allerdings etwas abenteuerlicher. Ein Holzsteg führte zu beeindruckenden Klippen – bestimmt 50 bis 60 Meter hoch – mit spektakulären Ausblicken und ebenso spektakulären Warnschildern. Runtergehen? Theoretisch möglich, praktisch eher eine Einladung zum Problem. Wir entschieden uns klugerweise fürs Geniessen von oben.
Auch ein zweiter Versuch über den Campingplatz brachte uns nicht weiter nach unten – der Weg war zwar vorhanden, aber so ausgewaschen, dass wir schnell wieder umdrehten. Dafür wurden wir erneut mit grossartigen Felsformationen und Ausblicken belohnt. Das Restaurant dort erinnerte eher an eine Kantine – gut besucht zwar, aber wir liessen es aus.
Dann kam noch ein klassischer Roadtrip-Moment: Tanken. Erst zu teuer, dann doch nötig, dann wieder zurück – und siehe da: plötzlich günstiger. Manchmal muss man einfach dran glauben.
Weiter ging’s nach Seixal, mit einem Zwischenstopp auf der Raststätte für improvisierte Gourmet-Sandwiches im Wohnmobil. Am Parkplatz angekommen checkten wir die Lage – und beschlossen ziemlich spontan: Wir fahren heute noch nach Lissabon.
Also wieder los, Fähre genommen und rüber in die Stadt. Lissabon empfing uns lebendig, laut und ein bisschen chaotisch – auf eine ganz eigene Art charmant. Wir spazierten am Wasser entlang Richtung Zentrum, plauderten kurz mit einem Tuk-Tuk-Fahrer über mögliche Touren und tauchten dann ins Gassengewirr ein. Irgendwo zwischen Menschenmengen fanden wir ein Restaurant, gönnten uns eine Paella mit Poulet und zwei Drinks zur Happy Hour – Timing kann man ja doch manchmal.
Die Stadt gefiel uns auf Anhieb. Cornelia war begeistert, während ich mich in den Menschenmengen ein klein wenig weniger entspannt fühlte als in anderen Städten – aber genau dafür haben wir ja noch einen zweiten Tag.
Der Rückweg hatte dann noch eine kleine Pointe: natürlich verpassten wir die Fähre um exakt fünf Minuten. Also mussten wir uns „leider“ die Zeit mit Drinks in diesen charmanten Holzhäuschen vertreiben, irgendwo zwischen Weihnachtsmarkt-Feeling und Strandbar. Ein DJ sorgte für Stimmung, und ich rundete das Ganze mit einem Pastel de Nata ab – wir hatten uns vorher zwei in der Stadt geholt. Absolut grossartig.
Zurück beim Wohnmobil wartete dann noch der Endgegner des Tages: mein Autoschlüssel. Seit Tagen zickt er herum, also neue Batterie rein – zumindest war das der Plan. Das Batteriefach sah das allerdings anders und leistete erbitterten Widerstand. Nach einigem Gefummel war die Batterie zwar drin… aber der Schlüssel? Streikt weiterhin. Offenbar hat er beschlossen, sich einen eigenen Urlaub zu gönnen.
23. April 2026
Tag zwei in Seixal, Tag zwei „Wir fahren mal schnell nach Lissabon“. Klingt inzwischen schon fast nach Pendler-Alltag. Am Morgen liessen wir es gemütlich angehen – kein Stress, kein Zeitdruck, einfach ein bisschen in den Tag hineinleben, bevor wir uns wieder auf den Weg zur Fähre machten.
Die Überfahrt verlief entspannt, aber dann kam er wieder: der legendäre „Steg des Todes“. Dieses Ding schwankt so stark, dass man jedes Mal kurz überlegt, ob man wirklich festen Boden erreicht oder direkt ins Wasser plumpst. Aber gut, wir haben auch diesen Parcours erneut gemeistert und betraten Lissabon – leicht wackelig, aber stolz.
Diesmal entschieden wir uns gegen den gemütlichen Weg am Wasser entlang und für die sportliche Variante: direkt hoch in die Stadt. Und „hoch“ meint hier wirklich hoch. Es ging stetig bergauf, über Brücken, darunter zwei besonders schöne, fotogene Gassen mit hängenden Regenschirmen – mental abgespeichert für später.
Unser erstes Ziel: ein Aussichtspunkt. Oben angekommen warteten wieder diese kleinen Holzhäuschen mit Snacks und Drinks. Der Sangria sah verdächtig gut aus, aber wir rissen uns zusammen – es war noch früh genug, um so zu tun, als hätten wir Disziplin. Also genossen wir einfach die Aussicht und erspähten schon unser nächstes Ziel: das Castello.
Vom Miradouro ging es dann eine steile Straße hinunter, die mit Graffiti-Kunst verziert war. Ganz nett, aber kein „Wow, das verändert mein Leben“-Moment. Erst später am Abend fiel uns auf, dass genau diese Straße die Unglücksstelle der berühmten Standseilbahn war. Wir hatten die Gleise gesehen und einfach gedacht: „Ah, stillgelegt.“ Tja… manchmal ist Unwissenheit tatsächlich entspannter.
Unten angekommen landeten wir auf einem größeren Platz mit schicken Hotels – eindeutig die gehobenere Ecke. Von dort spazierten wir durch eine parkähnliche Anlage hoch zu einem Kriegsdenkmal, wo gerade ein Markt stattfand. Viel Kunsthandwerk, Kleidung und vor allem: richtig coole, bemalte Fliesen. Da hätte man sich problemlos finanziell ruinieren können.
Dann kam der Plan: „Jetzt gehen wir hoch zum Castello.“
Die Realität: „Wir gehen erstmal auf den falschen Hügel.“
Oben angekommen, leicht ausser Atem und durchaus stolz auf uns, stellten wir fest: Das Castello ist… noch weiter entfernt. Auf einem anderen Hügel. Natürlich. Also machten wir das Beste daraus, schossen ein paar schöne Fotos und traten den Rückweg an. Immerhin: definitiv keine Touristenroute, die wir da entdeckt hatten.
Zurück unten dann ein kleiner Glücksmoment: eine Rolltreppe! Diese wurde selbstverständlich genutzt, als hätten wir im Lotto gewonnen. Danach ging’s nochmal steil bergauf – diesmal aber wirklich zum Castello.
Nur… den Eingang zu finden, war eine eigene Challenge. Gefühlt umrundeten wir einmal die komplette Burg, gönnten uns unterwegs eine Fanta zur moralischen Unterstützung und fanden schliesslich doch noch den Eingang. Vor uns: eine lange Schlange.
Aber Cornelia hatte eine bessere Idee: ein Restaurant direkt daneben, das eine Spezialität anbot – Pastel de Bacalhau. Also rein da. Wir bestellten zwei Stück, jeweils mit Fisch und Käse – ich mit Bier, Cornelia mit Portwein. Fazit: spannend zu probieren, aber preislich eher „Erlebnisgastronomie“ und geschmacklich gut, aber kein Wiederholungstäter.
Zurück zum Eingang – und plötzlich: keine Schlange mehr. Timing ist alles.
Im Castello angekommen wurden wir mit einer fantastischen Aussicht belohnt. Lissabon von oben, Fotos ohne Ende, einfach schön. Dann ging’s weiter in Richtung Burg, wo uns plötzlich… Pfaue begrüßten. Lautstark. Wirklich laut. Einer zeigte sogar stolz sein Feder-Rad, während zwei kleine Pfauen-Kinder herumtapsten – extrem herzig.
Natürlich erkundeten wir auch die Burg selbst: Innenhöfe, Mauern, alles einmal abgelaufen. Die Mauer war stellenweise ziemlich hoch – sagen wir so, ich blieb lieber auf der sicheren Seite, während wir die Anlage fast komplett umrundeten.
Danach ging es wieder hinunter in die Stadt – und diesmal merkten wir: DAS wäre der richtige Weg gewesen, um hochzukommen. Naja. Hinterher ist man immer schlauer und vorher immerhin fitter.
Zur Belohnung gab’s erstmal einen Drink – Happy Hour sei Dank. 5 Euro pro Drink, da kann man nicht meckern. Danach machten wir uns noch auf die Mission „Jacke finden“, weil es im Schatten mit Wind doch überraschend frisch war. H&M wurde inspiziert, ich probierte sogar eine an… entschied mich dann aber doch dagegen. Auch im Shoppingcenter wurden wir nicht fündig. Mission gescheitert.
Also zurück Richtung Fähre – diesmal nicht unten am Fluss entlang, sondern etwas höher durch die Stadt. Und siehe da: Wir landeten genau in der Gasse mit den aufgehängten Regenschirmen. Viele Restaurants, viel Leben, richtig schöne Stimmung.
Vor der Fähre noch schnell in den Supermarkt, dann zurück nach Seixal.
Am Abend: YouTube an, Füsse hoch – wobei „hoch“ eher symbolisch gemeint ist. Unsere Füsse waren nämlich kurz davor, die Zusammenarbeit zu kündigen.
24. April 2026
Spontanität am Morgen: Wir bleiben. Noch eine Nacht. Und wenn wir schon bleiben, dann richtig – also doch noch nach Belém, obwohl wir das ursprünglich elegant von der Liste gestrichen hatten.
Der Tag startete direkt mit etwas Chaos: Vor unserem Parkplatz wurde plötzlich alles abgesperrt. Absperrband inklusive – und das kam unserem Auto verdächtig nahe. Unsere Begeisterung hielt sich in Grenzen. Zum Glück wurde das Band dann doch an einen Baum verlegt. Ein freundlicher Portugiese klärte uns auf: Hymer-Treffen, offiziell bewilligt. Er bot uns sogar einen Platz neben ihm an – nett, aber wir entschieden uns trotzdem für einen strategischen Rückzug, etwas Abstand schadet nie.
Nach dem Umparken ging’s wieder Richtung Fähre und rüber nach Lissabon. Dort begann das kleine Abenteuer „Tagesticket kaufen“. Erst Info am Schalter, dann zur Metrostation, wo uns eine Reinigungskraft erklärte, wie der Automat funktioniert – und zwar besser als jeder offizielle Mitarbeiter. Trotzdem waren wir misstrauisch, weil der Preis so komisch war, es war zu günstig, also nochmal zurück zum Schalter. Ergebnis: Alles korrekt. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist… offenbar unser Stil.
Dann Bus suchen (immer ein kleines Abenteuer), einsteigen (klappte semi-gut), und kurze Zeit später Kontrolle – aber hey, unsere Tickets waren gültig. Sieg auf ganzer Linie.
In Belém angekommen, erstmal Überblick verschafft und dann das beeindruckende Mosteiro dos Jerónimos von außen bestaunt. Danach ein kurzer Telefon-Check-in mit Nina im Park, bevor wir weiter zum Padrão dos Descobrimentos spazierten – riesige Statue, riesige Figuren, alles sehr imposant. Von dort aus ging’s am Fluss entlang zum Torre de Belém.
Dort geschah dann etwas Wichtiges: Cornelia entdeckte einen Piña-Colada-Stand. Serviert in einer Ananas. Natürlich musste das getestet werden. Wir saßen auf den Treppen vor dem Turm, schlürften stilvoll unseren Drink und genossen das Leben. Und weil man die Ananas für 5 Euro nachfüllen konnte (Erstkauf 15 Euro – man will ja den Schnitt verbessern), gab’s Runde zwei. Dieses Mal auf einer Bank. Wissenschaftlich sauber verglichen: schmeckt beim zweiten Mal genauso gut.
Danach schlenderten wir zurück und machten Halt bei den berühmten Pastéis de Belém – quasi das Original der Pastéis de Nata. Orientierung? Einfach einer Gruppe hinterherlaufen. Hat funktioniert. Fazit: sehr gut – aber ganz ehrlich, die aus Lissabon selbst waren fast noch besser. (Ja, wir wagen diese steile These.)
Nebenbei erfüllte sich Cornelia noch einen kleinen Wunsch: etwas, das sie schon lange von Plakaten kannte – von einem Restaurant mit meinem Anfangsbuchstaben drauf. Beides genossen wir dann draußen im Gartenrestaurant vom bekannten M.
Mit dem Tram ging’s zurück nach Lissabon, wo wir noch ein paar Kleiderläden unsicher machten. Ergebnis: ein Hemd für mich – modisch sind wir also auch noch unterwegs.
Weiter ging’s zum Archäologischen Museum, untergebracht in einer Kirche ohne Dach. Wir bestaunten es von aussen. Sehr speziell. Fast noch spannender war danach der Versuch, wieder runterzufinden – aber wir haben es geschafft. Orientierung 1, wir 2.
Zurück im Zentrum: Happy Hour! Zwei Drinks, zweimal frittierter Tintenfisch (einmal Ringe, einmal Stäbchen – für die Forschung natürlich), dann nochmal zwei Drinks. Solide Basis für den Abend.
Am Hauptplatz schauten wir noch eine Show – viele Zuschauer, ein Junge aus dem Publikum wurde eingebaut, wir erwarteten Magie, Tanz oder irgendwas Spektakuläres… und dann: plötzlich Ende. Einfach so. Verwirrung überall. Kurz darauf kam die Polizei – offenbar war das der Grund. Cornelia gab ihm trotzdem ein paar Euro. Für den Mut oder die Improvisation – wer weiß.
Dann kam die Idee: Tram 28E fahren – die legendäre Linie. Also wieder los, warten, hoffen. Die meisten Trams waren komplett überfüllt, aber dann: ein zweites kam, fast leer. Jackpot! Wir fuhren durch enge Gassen, bergauf, bergab, teilweise so schmal, dass man automatisch die Luft anhält. Großartig.
An der Endstation mussten alle aussteigen – nichts mit gemütlicher Rundfahrt. Und da schon eine riesige Menschenmenge wartete, beschlossen wir: Laufen ist besser als Warten.
Also noch einmal quer durch die Stadt und zurück Richtung Fähre. Über den „Steg des Todes“ (der Name bleibt Programm) und zurück nach Seixal.
Dort gönnten wir uns noch einen Schlummertrunk auf einer Bank direkt am Wasser, genossen die Abendstimmung und ließen den Tag entspannt ausklingen – inklusive YouTube-Video zum Abschluss.
25. April 2026
Heute nahmen wir uns fest vor: entspannt in den Tag starten… obwohl wir weiterfahren wollten. Klassischer Widerspruch, aber hey – Kaffee auf der Bank am Wasser schlägt jeden Zeitplan. Also saßen wir da, schlürften gemütlich unseren Kaffee, Cornelia übernahm die Müll-Entsorgungsmission, ich schrieb Tagebuch, und nebenbei beobachteten wir das bunte Treiben auf dem Stellplatz. Fast schon wie Reality-TV, nur ohne Werbung.
Irgendwann siegte dann doch die Vernunft: Abfahrbereit machen. Erstes Ziel – Gas tanken. Klang einfach. War es nicht. Denn: Freedom Day in Seixal. Bedeutet: Straßen gesperrt, Festgelände überall, gefühlt die halbe Stadt unterwegs. Die Abfahrt wurde zur kleinen Schnitzeljagd, aber wir fanden tatsächlich einen Weg raus – und sogar zur Tankstelle.
Diese Tankstelle… sagen wir mal: „herausfordernd“. Eng, voll, chaotisch – und unser Gasanschluss natürlich auf der falschen Seite. Perfektes Setup. Wir entschieden uns für die Minimalversion: 20 Euro tanken, nicht länger als nötig bleiben und schnell wieder raus aus diesem mobilen Escape Room.
Dann endlich: Autobahn. Und die große Brücke – ein bisschen wie die Golden Gate Bridge, nur portugiesisch. Hoch, viel Verkehr, aber beeindruckend. Maut: etwa 2 Euro. Aussicht: unbezahlbar. Danach wurde es langsam ruhiger, auch wenn uns Lissabon gefühlt noch ewig begleitet hat.
Highlight unterwegs: der Teambus von Benfica, eskortiert von Polizei, auf der Gegenfahrbahn. Sah wichtig aus – wir fühlten uns kurz wie Teil eines geheimen VIP-Transports.
Ein paar Autobahnwechsel später landeten wir auf der „Ozeanic“-Route Richtung Nazaré (Name leicht geraten, klang aber gut). Dann wieder das Thema Gas: Versuch Nr. 1 – kein GPL. Versuch Nr. 2 – irgendwie auch nicht. Also Plan B: Hilfe holen. Zwei freundliche Damen erklärten uns geduldig, dass wir zwar den richtigen Adapter hatten… aber offenbar nicht die richtige Technik. Kleine Hebel, große Wirkung. Die Dame übernahm kurzerhand selbst das Tanken – wir standen daneben wie Statisten und durften am Ende immerhin bezahlen. Teamarbeit!
Weiter ging’s nach Nazaré, wo wir einen großen Parkplatz fanden – offiziell erlaubt, also schon mal ein gutes Gefühl. Bei der Anfahrt waren sich Google und Garmin mal wieder nicht einig. Wir vertrauten Garmin. Garmin gewann.
Zu Fuß Richtung Stadt – beziehungsweise Strand. Nach etwa 200 Metern dann die Erkenntnis: Jacken fehlen. Natürlich. Also zurück zum Wohnmobil, Jacken holen, zweiter Anlauf. Diesmal besser vorbereitet, auch wenn das Wetter ein klassisches „Jacke an – Jacke aus“-Spiel war. Hauptgegner: Wind.
Am Strand angekommen entdeckten wir ein Restaurant – und damit war klar: Pause. Zwei kleine Bier, ein Hamburger und eine Bifana (portugiesisches Sandwich mit Fleischfüllung). Solide Entscheidung.
Danach: Strandtest. Schuhe aus, Richtung Wasser, Temperatur checken (vorsichtig natürlich). Es waren einige Surfschulen da, perfekte Bedingungen – kleine Wellen, ideal zum Üben. Wir schauten ein bisschen zu und genossen die entspannte Atmosphäre.
Nächster Programmpunkt: Standseilbahn. Erst dachten wir, die fährt gar nicht – weit und breit nichts zu sehen. Kaum angekommen, rollte natürlich genau eine ein. Perfektes Timing. Tickets gekauft, eingestiegen und dann ging’s zügig nach oben. Schon verrückt, wie schnell man Höhe gewinnt.
Oben angekommen: sofort zur Aussicht. Und die war wirklich stark – Blick auf die Stadt, den Strand, das Meer… einfach schön. Wir liefen am Rand entlang, immer wieder neue Perspektiven. Dazu kleine Verkaufsstände, viele Frauen, die Nüsse und Snacks anboten – irgendwie alles sehr lebendig.
Wir liefen weiter bis zum Leuchtturm. Alternativ hätte man für 2 Euro Tuk Tuk fahren können… aber wo bleibt da der Spaß? Also laufen. Von dort oben dann der erste Blick auf den legendären Praia do Norte. Heute allerdings eher „Mini-Version“: Wellen so um die 2,5 Meter statt der berühmten Monsterwellen. Drei Surfer im Wasser – vermutlich die Mutigsten des Tages.
Der Leuchtturm selbst war auch ein kleines Surfer-Museum. Viele Boards, spannende Einblicke – und das Highlight: Man konnte aufs Dach. Aussicht Level: nochmal gesteigert.
Danach ging’s zu Fuß zurück zur Standseilbahn (ja, wieder kein Tuk Tuk – wir bleiben uns treu), runter in die Stadt und dann noch schnell einkaufen. Ein Spar wurde gefunden, Mission erfolgreich.
Am Abend stellten wir noch kurz die Stühle raus… entschieden uns dann aber doch recht schnell für die gemütliche Variante drinnen. Es gab einen feinen Tomaten-Mozzarella-Salat, ich schrieb Tagebuch, Cornelia schaute Fernsehen – und so klang der Tag ganz entspannt aus.
26. April 2026
Heute stand Großes an – nämlich: absolut gar nichts. Ruhetag in Nazaré. Der ursprüngliche Plan, den Praia do Norte zu besuchen, wurde im Laufe des Tages elegant beerdigt. Die Wellen hatten offenbar auch frei und das Wetter lieferte eher Hochnebel statt Aussicht. Also kurzer Webcam-Check und einstimmiger Entscheid: lohnt sich nicht. Verschoben auf „irgendwann mit spektakulären Monsterwellen“.
Stattdessen ging’s gemütlich Richtung Zentrum – mittlerweile mit einem kleinen „Stammlokal“, was nach nur kurzer Zeit schon ein bisschen nach Einheimischen-Feeling riecht (oder zumindest reden wir uns das ein). Dort gönnten wir uns erstmal eine gepflegte 5dl weisse Sangria – Hydration ist wichtig. Dazu eine portugiesische Vorspeise: Fleischstücke mit Sauce und Essiggemüse. Geschmacklich top, auch wenn das Fleisch eher die Kategorie „gut beschäftigt beim Kauen“ war.
Danach ein entspannter Spaziergang durch die Gassen bis zum Spar. Highlight des Einkaufs: Kaffee-Rahm in kleinen Fläschchen. Wir fühlten uns kurz wie Schatzjäger, die etwas extrem Wertvolles entdeckt haben – und haben natürlich direkt zugeschlagen.
Zurück beim Wohnmobil dann der ambitionierte Plan: Mittagsschlaf. Ergebnis: gescheitert an der Realität, gleich Hitze im Camper. Während ich innerlich geschmolzen bin, hat Cornelia draussen Stellung bezogen. Neuer Plan: schlafen am Strand. Klang gut, war es aber nur bedingt. Viele Leute, ziemlich viel Wind und irgendwie alles mehr „Halb-Entspannung“ als echtes Siesta-Feeling. Jacke am Strand – auch eher so mittel mediterran.
Also Planänderung Nummer 47: Cornelia machte einen kurzen Boxenstopp beim Stammlokal (inklusive WC-Notfall-Management) und gleich noch zwei Becher Sangria zum Mitnehmen organisiert. Diese wurden dann ganz stilvoll auf unserer Decke am Strand genossen – fast wie ein Picknick, nur mit mehr Wind und nur ein wenig Romantik.
Nebenbei haben wir noch Muscheln gesammelt – oder das, was davon übrig war. Viele sahen aus wie kleine Engelflügel, was schön war… ja es waren Muschelreste.
Als die Sonne sich dann endgültig zurückgezogen hat, dachten wir: jetzt aber – Nachmittagsschlaf im Wohnmobil. Tja… auch eher ein Versuch mit mässigem Erfolg. Cornelia telefonierte noch mit Pia, und wir entschieden uns danach ganz konsequent für das, was heute wirklich funktioniert hat: zurück ins Stammlokal.
Zwei Drinks und eine Portion Pommes später war die Welt wieder in Ordnung. Der Sonnenuntergang wollte heute zwar nicht so richtig performen – kurz Hoffnung, dann wieder Wolken – aber wir haben uns das Ganze trotzdem gemütlich von einer Bank auf der Promenade aus angeschaut.
Zum Abschluss ging’s zurück ins Wohnmobil – draussen mittlerweile eher frisch und windig. Ein klassischer „Wir wollten entspannen und haben es irgendwie auch versucht“-Tag… mit erstaunlich viel Sangria-Beteiligung.
27. April 2026
Der Plan war eigentlich simpel: früh losfahren. Die Realität: Ich habe den Plan verschlafen – sauber umgesetzt. Also haben wir das Ganze sportlich genommen, noch gemütlich gefrühstückt, ein bisschen Buchhaltung erledigt (man gönnt sich ja sonst nichts) und uns dann irgendwann doch in Bewegung gesetzt. Vor der Abfahrt noch schnell die Scheiben geputzt und den Müll entsorgt – der Glamour des Camperlebens in seiner vollen Pracht.
Unser Ziel: das Kloster von Alcobaça. Wäre auch ganz einfach gewesen… wenn nicht ausgerechnet unsere Autobahnausfahrt gesperrt gewesen wäre. Also Plan B: 10 Kilometer weiterfahren und dann Google Maps vertrauen. Ein mutiger Schritt, denn Google liebt bekanntlich schmale Strässchen. Aber diesmal hatten wir Glück – ein paar enge Stellen, bisschen Nervenkitzel, und plötzlich waren wir wieder auf einer anständigen N-Strasse.
Am Parkplatz angekommen sah es erst ziemlich voll aus, aber wie so oft täuscht der erste Eindruck: oben rechts standen ein paar Wohnmobile, und wir fanden locker noch ein schönes Plätzchen.
Das Kloster selbst? Wirklich beeindruckend. Erst ein kurzer Blick in die Kirche, dann Tickets geholt und rein ins historische Abenteuer. Ein Highlight war definitiv der Innenhof mit den Orangenbäumen – fast schon zu idyllisch. Und dann die Küche! Riesig, komplett gefliest, mit einem Kamin, in dem man vermutlich auch ein ganzes Wildschweinherde hätte grillen können. Das Beste: ein Bach wurde direkt durch die Küche geleitet, inklusive Becken für frische Fische. Quasi ein mittelalterlicher Kühlschrank – nachhaltig und praktisch.
Auch der Speisesaal konnte sich sehen lassen, und oben gab es noch mehr riesige Räume und einen weiteren Innenhof mit hübschem Garten… der allerdings dringend mal eine Runde Unkrautjäten vertragen könnte. Man konnte sich dort herrlich verlaufen – jede Ecke sah ein bisschen anders aus.
Ein kleiner Minuspunkt: kein Audioguide. Wir haben uns mit Übersetzungen der Tafeln durchgeschlagen, aber das ist halt nicht ganz das Gleiche. Trotzdem absolut sehenswert – danke an Marianne für den Tipp!
In der Kirche dann noch zwei besonders eindrucksvolle Gräber: König Pedro und seine große Liebe – riesige, kunstvoll verzierte Steinsärge. Ziemlich beeindruckend und auch ein bisschen romantisch auf die tragische Art.
Danach war klar: Essen! Cornelia bleibt ihrem aktuellen Bifana-Feldzug treu, ich habe mich für einen Poulet-Salat entschieden. Beide zufrieden, Mission erfüllt.
Zurück im Wohnmobil dann der nächste Schock: gefühlte 60 Grad. Sauna wäre untertrieben. Also ausnahmsweise Motor an und Klimaanlage – nicht unser Stil, aber manchmal muss man einfach überleben.
Weiter ging’s ins Landesinnere. Unterwegs wieder viele umgestürzte Bäume – die Spuren des Sturms waren überall sichtbar, schon zuvor an der Küste und in Nazaré.
Am Ende entschieden wir uns für einen Campingplatz statt des kleinen Stellplatzes am Fluss (5 Plätze und noch 30 Minuten weiter – klang plötzlich weniger attraktiv). Den Fluss erkunden wir dann einfach morgen mit den Bikes.
Der Campingplatz: geführt von einem holländischen Paar, Begrüssung auf Deutsch – läuft. Wir durften uns unseren Platz aussuchen und landeten auf einem richtig schönen Rasenplatz. Frischer Rollrasen vermutlich – ein ungewohnt luxuriöses Gefühl im Vergleich zu unserem üblichen Schotterleben.
Abends noch mit Luca telefoniert, gemütlich Teigwarensalat gegessen, mich über eine absolut nutzlose E-Sim aufgeregt (Technik kann so schön sein…) und den Tag dann ganz entspannt mit etwas YouTube ausklingen lassen.
28. April 2026
Heute begann der Tag mit einem Plan – und wie so oft endete er damit, dass wir ihn sehr professionell nicht umgesetzt haben. Eigentlich wollten wir mit den Velos die Flusslandschaft erkunden. Klingt idyllisch, oder? Tja… schon beim Frühstück zog die erste Gewitterzelle vorbei und hat uns freundlich zugeblinzelt nach dem Motto: „Na, viel Spass da draussen.“
Parallel dazu haben wir uns noch eine Route auf Google Maps und Komoot zusammengesucht. Sah auf den ersten Blick machbar aus… bis man genauer hinschaut: wir auf etwa 360 Metern, der Fluss auf 110. Übersetzt: viele Höhenmeter und laut Komoot alles in der Kategorie „viel Spass beim Leiden“. Spätestens da war die Motivation nicht mehr ganz auf Touren-Niveau.
Also haben wir uns für die deutlich realistischere Expedition entschieden: Einkaufen im Dorf. Abenteuerlevel moderat.
Wir nahmen eine andere Strecke als bei der Hinfahrt – was sich als kleine Rundfahrt durch Sturmfolgen entpuppte. Überall umgestürzte Bäume, teilweise ganze Waldstücke flach. Schon eindrücklich, aber auch ein bisschen gespenstisch.
Im Dorf dann kurzer Stopp beim Spar, das Nötigste eingekauft und einmal durch die Gassen spaziert. Danach ging’s wieder zurück zum Campingplatz – diesmal ganz entspannt auf bekannter Strecke.
Dort wartete das nächste Highlight: Abwasch. Und heute mal nicht im Wohnmobil, sondern im Sanitärgebäude. Ein kleines Upgrade im Camper-Alltag.
Danach folgte die grosse Entscheidungsrunde: „Machen wir die Radtour noch oder nicht?“
Ergebnis nach intensiver Beratung: Nein. Wirklich nein. Sehr nein.
Stattdessen haben wir uns dem hingegeben, was wir heute eindeutig besser konnten: Reiseplanung und gepflegtes Nichtstun. Das Wetter hat dabei auch sein eigenes Programm durchgezogen – morgens noch etwas bewölkt, dann plötzlich Sonne auf Anschlag, sodass wir tatsächlich wieder die Sonnenstore ausfahren mussten. Klassiker.
Am Nachmittag wurde dann endgültig in den Entspannungsmodus geschaltet. Wir spielten eine Runde Tutto, was natürlich wie immer völlig ohne Ehrgeiz und absolut friedlich ablief… also fast.
Abends gab’s Kartoffeln und die letzten Reste des Teigwarensalats – kulinarisches Recycling auf hohem Niveau.
Einziger kleiner Wermutstropfen: das Internet hier ist ungefähr so stabil wie unsere Fahrrad-Motivation heute. Heisst konkret: kein YouTube und – noch schlimmer – kein Champions-League-Halbfinale. Das tat ein bisschen weh.
Fazit des Tages: keine Höhenmeter gemacht, aber dafür auch keine gelitten. Man muss Prioritäten setzen.
29. April 2026
Der Tag begann – wie ein guter Drama-Film – mit Regen. Nicht so ein bisschen Niesel, sondern genau genug, um uns klarzumachen: Der Fluss wird heute eher ein Mythos bleiben, irgendwo hinter Nebel und nasser Luft versteckt. Also beschlossen wir ganz souverän: Wir bleiben einfach noch einen Tag. Warum auch nicht? Zeit haben wir ja offensichtlich – fast schon verdächtig viel.
Und so wurde dieser Tag zu einer Meisterleistung im gepflegten Nichtstun. Ein bisschen Reiseplanung hier, ein bisschen Tagebuch da, zwischendurch Texte auf die Webseite hochladen – also quasi „produktives Faulenzen“ auf hohem Niveau. Das Wetter spielte dabei sein eigenes Spiel: morgens Regen, nachmittags überraschend brauchbar, sodass wir sogar draußen sitzen konnten, bevor es abends wieder beschloss, dramatisch gewittrig zu werden.
Das geliebte Mittagsschläfchen – sonst ein fester Bestandteil unseres hochprofessionellen Reiseplans – wurde heute auf eher unsanfte Weise beendet. Kaum hatten wir es uns gemütlich gemacht, trafen neue Nachbarn ein… inklusive Kleinkind mit beeindruckender Stimmkraft.
Dieses kleine Energiebündel entschied sich offenbar, seine Ankunft nicht still und heimlich zu genießen, sondern der gesamten Umgebung akustisch mitzuteilen: „Ich bin jetzt auch da!“ – und das mit einer Hingabe, die selbst erfahrene Opernsänger kurz innehalten lässt.
Das absolute Highlight – oder sagen wir die epische Herausforderung des Tages – war der Abwasch. Ja, genau. Der Abwasch. Bezwinger von Tellern, Bezwinger von Fett. Wir haben überlebt. Vor allem das Abtrocknen dauerte gefühlt Stunden.
Trotz allem tat dieser ruhige Tag richtig gut. Einer von denen, bei denen nichts passiert und genau das perfekt ist. Aber wir spüren schon: Die nächsten Tage wollen wir wieder los, fahren, Dinge anschauen, uns bewegen – fast schon wie richtige Reisende.
Am Abend gab es dann Bratkartoffeln mit allem, was das Herz so begehrt – kulinarisch also ein voller Erfolg. Und als krönenden Abschluss spielte sogar das Internet mit (ein seltenes Naturphänomen), sodass wir ein YouTube-Video schauen konnten. Ich habe mir außerdem noch das Champions-League-Halbfinale zwischen Atletico und Arsenal angeschaut – 1:1, also genau das richtige Ergebnis, um emotional weder komplett auszurasten noch völlig einzuschlafen.
30. April 2026
Heute hieß es Abschied nehmen – und zwar von unserem geliebten „Rollrasen-Luxusplatz“. Ein Stellplatz, der sich fast wie ein eigener Garten angefühlt hat. Entsprechend emotional (und praktisch) startete der Tag: Abwasch, alles verstauen, fahrbereit machen – das übliche „Wir tun so, als hätten wir unser Leben im Griff“-Programm. Gegen 10 Uhr ging’s dann los.
Der erste kleine Nervenkitzel: Kommen wir überhaupt vom nassen Rasen runter? Spoiler: Ja. Und der Rasen hat’s auch überlebt – keine Reifenspuren des Grauens, kein Drama. Sauber gelöst.
Dann stand der Fluss Zessere auf dem Plan – ursprünglich als sportliche Velotour gedacht. Tja… sagen wir mal so: Schon beim Hinfahren haben wir gesehen, dass wir eher Team „motorisiert“ sind. Diese Höhenmeter hätten uns vermutlich in neue Dimensionen des Leidens geführt.
Der erste Aussichtspunkt war direkt ein Volltreffer: wunderschöner Blick auf den Fluss. Und gleichzeitig die Bestätigung, dass unsere Fahrrad-Verweigerung eine exzellente Entscheidung war. Danach ging’s weiter bis zur Brücke, einmal drüber, auf der anderen Seite wieder hoch, irgendwo gewendet und dann das Ganze wieder zurück – ein klassischer „Wir fahren einfach mal und schauen“-Ausflug.
Natürlich hatte Garmin noch eine „Abkürzung“ parat – was in Garmin-Sprache ja meistens bedeutet: schmal, enger, spannender als nötig. Vier Kilometer Nebenstraße später waren wir wieder auf vertrauterem Terrain, nämlich der Autobahn. Dort wurde noch getankt und dann ging’s mit ein paar Autobahnwechseln Richtung Vagos.
In Vagos begann dann die große Einkaufs-Odyssee:
Supermarkt 1 – kein guter Parkplatz.. Supermarkt 2 (Lidl) – eigentlich okay, aber irgendwie nicht das, was wir wollten. Supermarkt 3 – Jackpot! Gute Parkplätze, sogar für Wohnmobile. Also rein und… eskaliert. Der Einkauf war entsprechend umfangreich – und der Preis auch. Aber gut, Vorräte sind wichtig, sagt man sich dann.
Danach ging’s auf den Stellplatz hinter einer Düne – und dahinter: direkt das Meer. Klingt traumhaft, der Empfang war allerdings… sagen wir mal „leicht speziell“. Auch die Platzeinteilung hatte ihren eigenen Charakter: ohne Strom steht man gefühlt Tür an Tür, mit Strom lebt man plötzlich im Luxussegment – teilweise sogar mit Rasenteppich. Aber hey, 10 Euro pro Nacht? Da kann man nicht meckern. Erstmal wurde die Infrastruktur gerettet: Grauwasser fast übergelaufen – erledigt. Frischwasser fast leer – wieder aufgefüllt. System läuft wieder. Dann stellte sich heraus: Unser zugeteilter Platz war schon besetzt. Klassiker. Also nochmal nachfragen, neuen Platz bekommen, Problem gelöst.
Fun Fact am Rande: Neben uns stehen Deutsche, die wir schon aus der Ferne in Lissabon und Nazaré gesehen haben – ihr großes Alpha-Wohnmobil ist quasi nicht zu übersehen. Ein bisschen wie ein alter Bekannter, den man nie wirklich kennengelernt hat.
Dann endlich das, worauf wir uns gefreut haben: Strand! Ganze 20 Meter Fußweg – das ist schon fast unanständig nah. Danach gab’s ein verspätetes Mittagessen: kleine Pouletstücke, kombiniert mit Salat, Gurke und Tomaten, verwandelt in richtig feine Sandwiches. Absolute Spitzenklasse.
Frisch gestärkt ging’s nochmal los mit Decke im Gepäck: Strandspaziergang, Muscheln suchen, zwischendurch einfach rumliegen und aufs Meer schauen. Das Wetter war eher bewölkt, mit Jacke okay, ohne eher frisch – der Wind hatte definitiv was zu sagen. Die Wellen waren ordentlich unterwegs, also auch optisch einiges geboten.
Am Abend saßen wir noch draußen, bevor wir nochmal einen Abstecher zum Strand machten. Danach wurde’s aber zu frisch – also Rückzug ins warme Wohnmobil, wo wir den Tag gemütlich ausklingen ließen. Ein bisschen YouTube durfte natürlich nicht fehlen, und ich habe mir noch das Europa-League-Halbfinale Braga gegen Freiburg angeschaut – inklusive kleiner Flashbacks zu den Braga-Fans, die wir schon in Sevilla gesehen hatten.
Wir informieren hier und auf anderen Kanälen, was wir so erleben auf unserer Reise.
Du kannst uns auf Instagram folgen: womozeit.ch
oder Polarsteps/CorneliaMartinSchneider