1. Juni 2026
Eigentlich war heute eine etwas frühere Tagwache geplant, da wir wieder weiterziehen wollten. Das Problem dabei: Wir hatten zwar die Absicht weiterzufahren, aber noch keinen konkreten Plan, wohin genau. Die bisherige Zeit hatten wir nämlich nicht gerade dafür genutzt, die nächsten Etappen zu planen. Klar war nur, dass wir noch etwas der Küste entlangfahren und danach langsam Kurs auf Paris nehmen wollten.
Cornelia stand deshalb schon vor 8 Uhr unter der Dusche. Da unser Warmwasser nicht einfach auf Knopfdruck verfügbar ist, musste auch ich als Erstes duschen gehen. Eigentlich bevorzuge ich Duschen am Abend, aber manchmal muss man nehmen, was man bekommt. Als wir fertig waren, war es allerdings bereits halb neun und der Vorsatz, früh loszufahren, war eigentlich schon wieder Geschichte.
Nach Kaffee und Frühstück – Cornelia hatte sogar schon einen frühen Einkauf im Supermarkt erledigt – machten wir das Wohnmobil fahrbereit. Die Velos mussten eingeladen, das Grauwasser entsorgt und Frischwasser aufgefüllt werden. Anschliessend entschieden wir uns für Utah Beach als nächstes Ziel. Dort gab es sowohl einen Gratisparkplatz als auch einen Stellplatz von Camping Car Park.
Unterwegs legten wir in Saint-Lô beim E.Leclerc einen Einkaufsstopp ein. Vor allem unser Getränkevorrat brauchte dringend Nachschub. Ausserdem kauften wir ein mit Kebabfleisch, Käse und scharfer Sauce gefülltes Baguette. Das wurde uns sogar noch aufgewärmt und diente anschliessend als leckeres Mittagessen im Wohnmobil.
Danach ging es über Schnellstrassen und später über Landstrassen Richtung Küste. Am Utah Beach angekommen, parkten wir zunächst auf dem Gratisstellplatz in der Nähe des Museums und machten uns auf den Weg Richtung Strand.
Bereits nach der Autobahn begegneten uns einige Militärfahrzeuge aus dem Zweiten Weltkrieg – viele liebevoll gepflegte Oldtimer-Versionen. Die Geschichte interessiert uns zwar durchaus, ist aber nicht der Hauptgrund für unseren Besuch. Uns reizte vor allem der Strand, und dass er praktisch auf unserer Route lag. Die historische Kulisse ist eher ein spannender Nebeneffekt.
Wir waren bereits 2018 am Omaha Beach gewesen. Natürlich ist Utah Beach nicht ganz dasselbe, aber die Atmosphäre ist dennoch sehr ähnlich. Je näher wir dem Strand kamen, desto mehr sah man die Vorbereitungen für den bevorstehenden 6. Juni. Überall standen Flaggen, und viele Häuser waren festlich geschmückt.
Am Strand angekommen, passierten wir das Museum, zahlreiche Informationstafeln und verschiedene Denkmäler. Anschliessend widmeten wir uns einer Beschäftigung, die deutlich mehr unserem Stil entspricht: Muscheln sammeln. Und davon gab es hier wirklich einige schöne Exemplare. Wir spazierten immer weiter den Strand entlang. Je weiter wir uns vom Museum entfernten, desto weniger Menschen waren unterwegs. Unterwegs sahen wir sogar jemanden mit Pferd und Wagen, fast wie bei einem Trabrennen.
Später machten wir noch einen Abstecher Richtung Campingplatz und Stellplatz, um uns diese anzuschauen. Der etwa einen Kilometer lange Weg ins Landesinnere hätte allerdings nicht sein müssen. Der Stellplatz gefiel uns überhaupt nicht, und damit war die Entscheidung gefallen: Wir bleiben auf dem Gratisparkplatz.
Zurück ging es wieder am Strand entlang. Die Strasse war wenig einladend, da gelegentlich Autos vorbeifuhren und es weder Trottoir noch Seitenstreifen gab. Wieder beim Wohnmobil angekommen, stellten wir fest, dass es inzwischen ziemlich heiss geworden war. Schatten war definitiv Mangelware.
Ich nutzte die Zeit, um Tagebuch zu schreiben. Polarsteps hatte ich bereits während der Fahrt aktualisiert. Cornelia zog es nochmals ans Meer, wo sie weiter nach Muscheln und anderen interessanten Fundstücken suchte.
Zum Abendessen gab es gewürztes Poulet und einen Fertigreis, der schon erstaunlich lange mit uns durch Frankreich reist. Höchste Zeit also, ihn seiner Bestimmung zuzuführen.
Am Abend machten wir noch einen weiteren Spaziergang zum Strand. Inzwischen hatten wir die Gegend fast für uns allein. Nur eine kleine Gruppe war noch unterwegs und machte Fotos in originalgetreuen Uniformen. Ansonsten herrschte angenehme Ruhe.
Zuerst schauten wir noch kurz beim Museum vorbei. Dort steht ein Flugzeug ausgestellt, das ich ganz interessant finde. Leider konnten wir es nur von hinten betrachten. Anschliessend gingen wir wieder an den Strand. Cornelia entdeckte eine Sandbank, die sie unbedingt besuchen wollte, und watete durch eine bereits teilweise mit Wasser gefüllte Vertiefung. Ich beobachtete den steigenden Wasserstand und entschied mich vorsichtshalber dagegen.
Das erwies sich als gar keine schlechte Idee. Das Wasser stieg erstaunlich schnell an. Als Cornelia zurückkam, musste sie bereits deutlich weiter durchs Wasser laufen als noch wenige Minuten zuvor. Und kaum hatte sie wieder festen Boden unter den Füssen, verschwand die Sandbank praktisch vor unseren Augen vollständig unter den Fluten.
Kurz darauf begann es leicht zu regnen. Cornelia machte sich auf den Weg, um unsere Stühle in Sicherheit zu bringen, während ich noch einige Fotos am Strand machte. Anschliessend trafen wir uns wieder beim Wohnmobil, schauten gemeinsam ein YouTube-Video und liessen den Tag gemütlich ausklingen.
Wenig später ging es dann ins Bett – begleitet vom beruhigenden Geräusch des Regens auf dem Dach.
2. Juni 2026
Der Tag begann wettertechnisch mit einer gewissen Unentschlossenheit. Mal regnete es, mal schien die Sonne, und manchmal schien es, als könne sich das Wetter selbst nicht entscheiden, was es eigentlich wollte. Zum Frühstück wagten wir ein neues Experiment: Skyr mit Granola und frischen Beeren. Die Idee war hervorragend, die Umsetzung hatte noch etwas Luft nach oben. Sagen wir es so: Das Verhältnis zwischen Skyr und Granola befand sich noch in der Testphase.
Anschliessend stand etwas Kultur auf dem Programm. Schliesslich kann man nicht nur von Stränden, Aussichtspunkten und Wohnmobilparkplätzen leben. Bevor wir jedoch das Museum besuchten, machten wir noch einen kurzen Abstecher an den Strand. Dort staunten wir nicht schlecht: Von dem grossen Sandstrand, den wir zuvor gesehen hatten, war wegen der Flut nur noch ein bescheidener Rest übriggeblieben. Das Meer hatte sich offensichtlich entschieden, vorübergehend Eigentümer des Strandes zu werden.
Danach ging es ins Museum. Zunächst wurden verschiedene Ausrüstungsgegenstände der deutschen Armee gezeigt, bevor sich die Ausstellung ausführlich dem D-Day, seinen Vorbereitungen und seiner Durchführung widmete. Es gab unzählige Ausstellungsstücke, Fahrzeuge, Waffen und persönliche Gegenstände zu sehen. Besonders interessant war ein Film, der die Ereignisse veranschaulichte und durch Originalaufnahmen ergänzt wurde. Dadurch konnte man sich vieles deutlich besser vorstellen. In einer grossen Halle stand zudem ein alter Bomber, der wirklich beeindruckend war. Es gab auch noch einen Schwimmpanzer zu sehen und zahlreiche weitere Informationen. Praktisch war auch, dass man QR-Codes scannen konnte und die Erklärungen anschliessend auf Deutsch erhielt. Wir schauten uns alles aufmerksam an, gehörten aber wohl eher zu den Besuchern, die etwas schneller unterwegs waren als die ganz grossen Geschichts-Enthusiasten.
Nach dem Museumsbesuch spazierten wir zurück zum Wohnmobil, machten uns fahrbereit und fuhren weiter zum amerikanischen Soldatenfriedhof in der Normandie. Dort angekommen fanden wir problemlos einen Parkplatz, obwohl das Gelände bereits gut gefüllt war. Bevor wir den Friedhof besichtigten, wurde erst einmal Mittag gegessen. Bei mir gab es einen Teigwarensalat vom Vortag, während Cornelia sich ein Sandwich zubereitete.
Gut gestärkt machten wir uns auf den Weg über das beeindruckende Gelände. Schon der Zugang führt durch einen schönen Park mit Blick hinunter auf den Omaha Beach. Zuerst besuchten wir das grosse Denkmal, wo sich zahlreiche Besucher aufhielten. An den Wänden links und rechts waren die Ereignisse der Invasion und der anschliessende Vormarsch der Alliierten dargestellt. Anschliessend gingen wir durch die langen Reihen der weissen Kreuze und liessen die besondere Atmosphäre auf uns wirken. Mit den Kindern waren wir bereits einmal hier gewesen, weshalb uns vieles bekannt vorkam. Dennoch beeindruckte uns der Ort erneut. Besonders eindrücklich waren die unzähligen Kreuze, die perfekt ausgerichtet in Reih und Glied standen und immer wieder neue Fotoperspektiven boten.
Am Ende des Friedhofs spazierten wir entlang der Küste. Über uns flogen einige Flugzeuge im Tiefflug die Küste entlang, was der Szenerie zusätzlich etwas Besonderes verlieh. Zudem waren einige Militärangehörige vor Ort. Besonders auffällig war ein älterer Herr im Rollstuhl, der wie ein Zeitzeuge wirkte und von vielen Menschen umringt wurde. Ob er tatsächlich damals dabei gewesen war, wissen wir nicht, aber es hätte gut sein können.
Zurück beim Wohnmobil telefonierte Cornelia noch mit ihrer Mutter, bevor wir uns auf den Weg nach Arromanches-les-Bains machten. Die Fahrt führte teilweise über recht schmale Strassen, sodass man gelegentlich froh war, wenn einem gerade niemand entgegenkam. Am Stellplatz angekommen hatten wir grosses Glück: In der ersten Reihe mit direktem Meerblick waren tatsächlich noch einige Plätze frei. Da mussten wir nicht lange überlegen.
Das Bezahlen der Parkgebühr entwickelte sich dann allerdings zu einem kleinen Abenteuer. Die EasyPark-App wollte nicht so recht mitspielen, und einem Engländer, dem wir zwischenzeitlich halfen, ging es genauso. Wir marschierten zu einem anderen Automaten, stellten dort jedoch fest, dass man nur Tickets für zwei oder vier Stunden lösen konnte. Also wieder zurück. Nach etwas Knobeln fanden wir schliesslich die richtige Lösung, konnten unser Ticket lösen und gleich auch noch dem Engländer helfen. Internationale Wohnmobilistenhilfe funktioniert eben überall.
Danach machten wir eine erste Erkundungsrunde. Es gab verschiedene Ausstellungsstücke zu entdecken, darunter eine grosse Kanone und ein Denkmal, das mir deutlich neuer vorkam als bei unserem letzten Besuch. Besonders faszinierend waren die zahlreichen Überreste der Landungsbrücken, die noch immer draussen im Meer liegen und der Küste ihren ganz eigenen Charakter verleihen. Auf einer kleinen Anhöhe genossen wir die Aussicht und studierten die zahlreichen Informationstafeln.
Zurück beim Wohnmobil schrieb ich noch Tagebuch, während Cornelia die Kunst des entspannten Nichtstuns perfektionierte. Gegen 18 Uhr machten wir uns erneut auf den Weg. Bei Ebbe wollten wir die Überreste des Mulberry-Hafens genauer erkunden. Der Weg führte uns bei kräftigem Gegenwind zum Strand. Unterwegs passierten wir einen ausgestellten Panzer, diverse Informationstafeln und mehrere Gedenkstätten.
Am Strand konnten wir die Überreste der schwimmenden Hafenanlagen aus nächster Nähe betrachten. Einige alte Militärjeeps fuhren über den Strand und sorgten für zusätzliches historisches Flair. Der Sand war noch sehr nass, und in vielen Vertiefungen standen kleine Wasserflächen. Muschelsammler hätten allerdings wenig Freude gehabt – Muscheln waren praktisch keine zu finden.
Schliesslich erreichten wir die grossen Überreste des ehemaligen Mulberry-B-Hafens aus dem Jahr 1944. Dort standen weitere historische Jeeps, und selbstverständlich wurden wieder zahlreiche Fotos gemacht. Anschliessend spazierten wir durch die Einkaufs- und Restaurantstrasse zurück Richtung Wohnmobil. Kurz überlegten wir, in einem Restaurant essen zu gehen, entschieden uns dann aber dagegen. Stattdessen stöberten wir durch einige Souvenirläden, studierten weitere Informationstafeln und traten danach den etwas steilen Rückweg an.
Das Wetter blieb den ganzen Tag über wechselhaft und sehr windig. Trotzdem hatten wir grosses Glück und wurden während unserer Spaziergänge kein einziges Mal nass. Am Abend gab es Chicken Nuggets mit Salat. Danach liessen wir den Tag gemütlich im Wohnmobil ausklingen, schauten YouTube und genossen die fantastische Aussicht auf das Meer und die Überreste des ehemaligen Hafens.
3. Juni 2026
Heute präsentierte sich die Normandie in ihren berühmten fünfzig Grautönen. Der Himmel war stark bewölkt, aber immerhin blieb es am Morgen noch trocken. Überraschenderweise stand ich bereits gegen 8 Uhr auf – für Ferienverhältnisse beinahe mitten in der Nacht. Während ich den ersten Kaffee genoss, machte sich Cornelia auf den Weg zum Bäcker im Dorf, um frisches Brot zu besorgen.
Beim Frühstück versuchten wir unseren Tag zu planen. Das Problem dabei: Wir hatten keinen Plan. Da wir erst am 6. Juni nach Paris können, haben wir plötzlich einen zusätzlichen Tag in der Normandie. Ein Luxusproblem, aber trotzdem eines. Nach einiger Ratlosigkeit entschieden wir uns schliesslich für Honfleur. Dort gibt es einen grossen Stellplatz, während die kleineren Plätze in der Gegend bereits aussahen, als hätten sie ihre Kapazitätsgrenze vor drei Tagen erreicht. Der Stellplatz in Caen meldete in der App weiterhin „kein Platz frei“, also wurde uns die Entscheidung praktisch abgenommen.
Bevor wir jedoch losfuhren, wollten wir noch das Museum in Arromanches-les-Bains besuchen. Besonders gefiel mir, dass die Informationen auch auf Deutsch verfügbar waren. Keine QR-Codes, keine Handy-Akkus, die genau im falschen Moment leer sind, und kein hektisches Übersetzen im Kopf – einfach zuhören. So mag ich Museen.
Auf dem Weg ins Städtchen sahen wir, dass das Meer heute deutlich lebhafter war als gestern. Es war gerade Flut und vom Strand blieb nur noch ein schmaler Streifen übrig. Die Überreste des Mulberry-Hafens lagen viel tiefer im Wasser.
Und dann waren da wieder diese drei Propellermaschinen. Bereits beim Soldatenfriedhof waren sie zweimal über uns hinweggeflogen. Heute wiederholte sich das Ganze erneut. Einmal beim Wohnmobil und später nochmals beim Museum. Langsam entstand der Verdacht, dass die Piloten unseren Reiseplan kannten und extra vorbeischauten.
Im Museum bekamen wir Headsets und Audiogeräte umgehängt. Der erste Film erklärte die Geschichte der Region, den Weg zum Zweiten Weltkrieg und die Ereignisse rund um die Landung in der Normandie. Danach folgten Berichte von Zeitzeugen und Soldaten, die ihre Erlebnisse an den verschiedenen Strandabschnitten schilderten.
Besonders spannend war die Ausstellung über den berühmten Mulberry-Hafen. Hier wurde erklärt, wie die einzelnen Teile gebaut, transportiert und vor Ort zusammengesetzt wurden. Beeindruckend fand ich die Transportgeschwindigkeit der riesigen Bauteile: ganze 5 km/h. Da wäre vermutlich selbst ein gemütlicher Spaziergänger ungeduldig geworden.
Die Ausstellung zeigte auch die versenkten Schiffe und riesigen Stahlblöcke, die als Wellenbrecher dienten. Modelle veranschaulichten die verschiedenen Konstruktionen und wie sich die beweglichen Piers den Wellen anpassten. Zum Schluss bestaunten wir eine riesige Nachbildung des Hafens. Eine Lichtshow zeigte Schritt für Schritt, wie alles aufgebaut wurde. Es war faszinierend zu sehen, welche logistische Meisterleistung dahintersteckte. Heute plant man ein Paket und verfolgt es per App. Damals baute man einfach einen kompletten Hafen und schleppte ihn über den Ärmelkanal.
Nach einem kurzen Blick von der Dachterrasse machten wir uns wieder auf den Weg ins Zentrum. Dort entdeckten wir einen Burgerladen, der offenbar der heimliche Mittelpunkt der Stadt war. Die Warteschlange davor erinnerte eher an den Eingang eines Freizeitparks als an ein Restaurant. Nach kurzem Überlegen beschlossen wir, nein wir gehen weiter.
Zum Glück fanden wir wenig später ein anderes Restaurant mit Burgern auf der Karte. Mit 16 Euro lag der Preis zwar leicht über unserem geplanten Budget, aber Ferienbudgets sind bekanntlich eher Empfehlungen als Regeln. Der Burger war ausgezeichnet und die Pommes ebenfalls.
Anschliessend kämpften wir uns den steilen Weg zurück zum Wohnmobil hinauf. Danach begann der nächste Programmpunkt: „Mit dem Wohnmobil durch die engsten Strassen der Normandie“. Google Maps und Garmin arbeiteten dabei offenbar nach dem Motto: Der kürzeste Weg ist immer der spannendste Weg. Glücklicherweise hatten wir über längere Zeit einen Traktor mit Anhänger vor uns. Er wurde unfreiwillig zu unserem Testfahrzeug. Wenn er durchpasste, hatten wir zumindest Hoffnung.
Dank Cornelia erreichten wir schliesslich unbeschadet die Autobahn. Auf dem Weg nach Honfleur kamen wir an Caen vorbei und stellten fest, dass die Stadt deutlich grösser war, als wir erwartet hatten. Im Nachhinein waren wir fast froh, keinen Platz mehr auf dem Stellplatz bekommen zu haben.
In Honfleur angekommen, war selbst der riesige Stellplatz mit seinen rund 230 Plätzen schon erstaunlich gut gefüllt. Offenbar hatten noch andere Menschen die Idee, Anfang Juni in die Normandie zu reisen.
Wir machten uns direkt auf den Weg in die Stadt. Zuerst spazierten wir am Hafen entlang, wo sogar ein grosses Flusskreuzfahrtschiff lag. An einem weiteren Hafen gönnten wir uns einen Mojito beziehungsweise einen Gin Tonic und beobachteten das bunte Treiben.
Währenddessen verschlechterte sich das Wetter zunehmend. Erst nieselte es leicht, dann etwas weniger leicht und schliesslich so, dass man sich ernsthaft Gedanken über wasserdichte Kleidung machte. Trotzdem schlenderten wir noch durch die hübschen Gassen, vorbei an Souvenirgeschäften, Kunstgalerien und zahlreichen schönen Häusern.
Eine Baustelle zwang uns zu einem Umweg. Währenddessen telefonierten wir noch mit Luca. Als der Regen stärker wurde und wir bemerkten, dass uns der Umweg sowieso in die komplett falsche Richtung führte, beschlossen wir, den Rückzug anzutreten. Die weitere Erkundung von Honfleur wurde auf morgen verschoben.
Zurück beim Wohnmobil liessen wir den Abend gemütlich ausklingen. Zum Abendessen gab es für mich einen Salat. Als Dessert gönnte ich mir ein Törtchen mit Calvados. Das Besondere daran: Der Calvados wurde mit einer kleinen Plastikspritze in das Gebäck injiziert. Ein Dessert mit eingebautem medizinischem Eingriff hatte ich bis dahin auch noch nicht erlebt.
Cornelia hatte sich zuvor noch ein feines Sandwich aus einer Bäckerei geholt. Danach schauten wir gemeinsam etwas YouTube. Cornelia verabschiedete sich schliesslich früher ins Bett, während ich noch meinen täglichen Kampf mit dem leeren Tagebuchblatt aufnahm und den Tag niederschrieb.
4. Juni 2026
Gestern Abend hatten wir beschlossen, noch einen weiteren Tag in Honfleur zu bleiben. Das Städtchen hatte uns einfach gut gefallen, und wir hatten bei unserem ersten Rundgang längst nicht alles gesehen. Ausserdem hätten wir die heute gefahrenen Kilometer morgen und übermorgen wieder doppelt aufholen müssen, um rechtzeitig nach Paris zu gelangen. Da erschien uns dies, die deutlich vernünftigere Lösung: einfach noch einen Tag hier anhängen.
Der Morgen begann entsprechend entspannt. Kaffee trinken, frühstücken, etwas herumtrödeln Profis wissen schliesslich, dass man sich dabei nicht hetzen darf. Das Wetter hingegen schien komplett überfordert zu sein. Mal strahlte die Sonne, dann kamen innert Minuten dunkle Wolken aufgezogen, es regnete kurz und heftig, bevor die Sonne wieder so tat, als wäre überhaupt nichts passiert. Offenbar konnte sich der Wettergott heute nicht zwischen Frühling, Sommer und Herbst entscheiden.
Nach dem Frühstück geschah dann ein kleines Wunder. Plötzlich funktionierte unser Stromanschluss wieder. Warum genau, bleibt ein Rätsel. Vielleicht hat jemand die richtige Person angerufen. Vielleicht hatte Cornelia den entscheidenden Knopf gedrückt. Oder vielleicht hatte der Strom einfach selbst genug Ferien und kam zurück. Die Wahrheit werden wir wohl nie erfahren.
Anschliessend machten wir uns wieder auf den Weg ins Städtchen. Diesmal spazierten wir auf der anderen Seite des Hafens entlang. Dort lagerten die Fischer allerlei Material. Einiges davon war allerdings derart rostig, dass man sich fragte, ob es noch zur Ausrüstung gehörte oder bereits als historisches Kulturgut eingestuft worden war.
Hier stand auch das grosse Riesenrad, das über den Hafen wachte. Über eine andere Brücke gelangten wir schliesslich wieder zurück Richtung Altstadt. Unterwegs hielten wir Ausschau nach möglichen Bootstouren auf der Seine und schlenderten danach gemütlich durch die Strassen.
Als uns ein Regenschauer überraschte, flüchteten wir in ein sehr gemütliches Café. Dort genossen wir einen Latte Macchiato – meiner warm, Cornelias kalt – dazu ein Schokoladenbrötchen und ein Croissant. Das Café war so gemütlich, dass wir kurz überlegten, ob wir den restlichen Tag einfach dort verbringen sollten. Doch irgendwann siegte der Entdeckergeist.
Am Ende der Strasse befand sich eine Art Papiliorama. Wir schauten kurz hinein – ursprünglich wegen der Schmetterlinge, in Wahrheit aber eher wegen der Toilette. Wenige Minuten später waren wir bereits wieder draussen und setzten unseren Weg fort.
Danach ging es Richtung Schleuse und Seine. Dort beobachteten wir gerade noch, wie ein Ausflugsboot in die Schleuse einfuhr. Der Wasserstand vor und nach der Schleuse unterschied sich allerdings so wenig, dass das Ganze etwas von einer sehr aufwendigen Türöffnungszeremonie hatte. Trotzdem spannend anzusehen.
Kurz darauf setzte heftiger Regen ein und wir suchten in einem kleinen Waldstück Schutz. Als der Schauer nachliess, liefen wir weiter bis zur Seine. Dort zeigte sich die Natur deutlich entschlossener als das Wetter zuvor: kräftiger Wind und ordentliche Wellen. Vor Anker lag ein grosses Kreuzfahrtschiff, während wir in der Ferne die riesige Brücke und den Containerhafen bestaunten.
Auf dem Rückweg kamen wir an einem historischen Haus vorbei, das wir unbedingt sehen wollten. Es war durchaus hübsch, aber nicht ganz das war wir uns vorgestellt hatten. Daher ein respektvolles Nicken und weitergehen.
Wenig später erreichten wir den grossen Platz mit der wunderschönen Holzkirche. Rundherum reihten sich Souvenirläden, Kunstgalerien und Restaurants aneinander. Man hatte fast den Eindruck, dass in Honfleur jeder entweder Künstler, Restaurantbesitzer oder Souvenirverkäufer ist.
Wir besichtigten die Kirche, zündeten eine Kerze an und setzten uns noch eine Weile hinein. Natürlich auch aus spirituellen Gründen. Und weil draussen gerade wieder ein Wolkenbruch niederging.
Als der Regen etwas nachliess, machten wir uns auf den Rückweg zum Wohnmobil. Dabei bestaunten wir die vielen Bilder in den Schaufenstern der Galerien. Einige davon hätten wir gerne mitgenommen, sofern wir gleichzeitig im Lotto gewonnen hätten.
Zurück beim Wohnmobil gab es ein feines Mittagessen mit Plätzli und Chips. Anschliessend stand Erholung auf dem Programm. Heute wurde sogar offiziell ein Mittagsschläfchen genehmigt. Wir tagten kurz und genehmigten den Antrag einstimmig.
Am Abend zog es uns nochmals in die Stadt. Diesmal erkundeten wir den vorderen Teil rund um eine weitere Kirche. Die Umgebung war wunderschön bepflanzt und wirkte fast wie aus einem Bilderbuch. Die Kirche selbst war leider geschlossen, sah aber beeindruckend aus. Besonders die Pflanzen, die sich bereits in der Fassade niedergelassen hatten, verliehen ihr etwas Verwunschenes.
Durch weitere hübsche Gassen gelangten wir zurück zum Hafen. Unterwegs kamen wir an mehreren Immobilienbüros vorbei. Das Studieren der Angebote gehört mittlerweile fast schon zu einem unserer Ritualen. Besonders spannend ist jeweils die Frage, ob wir für den Preis einer kleinen Wohnung in der Schweiz hier ein halbes Schloss kaufen könnten.
Am Hafen gönnten wir uns einen Apéro. Cornelia bestellte einen Mimosa, der ungefähr 15 Euro kostete. Ich blieb beim Rosé und war damit ebenfalls sehr zufrieden.
Danach machten wir uns auf die Suche nach einer Bäckerei. Die erste war praktisch ausverkauft, die Auslagen wirkten sehr leer. Bei der zweiten hatten wir mehr Glück und kauften zwei Sandwiches fürs Abendessen. Anschliessend erledigten wir noch einen kleinen Einkauf im Carrefour, bevor wir zum Wohnmobil zurückkehrten.
Dort genossen wir unsere Sandwiches, schauten etwas YouTube und liessen den Tag gemütlich ausklingen. Draussen führte das Wetter seine tägliche One-Man-Show weiter auf: Sonne, Regen, Wind, Sonne, Regen – alles im schnellen Wechsel. Der Wind blieb dabei der einzige verlässliche Begleiter.
Und auch wenn das Wetter offensichtlich nicht wusste, was es wollte – wir wussten es: Noch einen Tag hier zu bleiben, war die richtige Entscheidung.
5. Juni 2026
Heute verabschiedeten wir uns von Honfleur. Kurz überlegten wir noch, ob wir ein letztes Mal durch das hübsche Städtchen schlendern sollten, entschieden uns dann aber für die deutlich entspanntere Variante: gemütlich Kaffee trinken, frühstücken und den Tag ganz ohne Hektik beginnen.
Danach machten wir uns auf die Suche nach einem Stellplatz für die kommende Nacht. Per Zufall entdeckten wir einen Gratisstellplatz direkt beim Haus und den Gärten von Monet. Da meine Mutter Monets Bilder geliebt hat – besonders die berühmten Seerosen – war das sofort ein perfektes Ziel für den Nachmittag.
Die Fahrt führte uns heute bewusst über Landstrassen. Wir wollten uns die Maut sparen und Frankreich einmal abseits der Autobahnen erleben. Unser Garmin meinte allerdings: „Ich kenne da ein paar ganz besondere Strassen.“ Meistens waren diese tatsächlich gut ausgebaut, teilweise sogar richtige Schnellstrassen mit zwei Spuren. Zwischendurch schickte uns das Navi jedoch auch durch Dörfer, in denen man bei jeder Kurve hoffte, dass gerade kein Traktor oder Gegenverkehr auftaucht.
Trotzdem kamen wir problemlos in Giverny an und reihten uns zu den anderen Wohnmobilen. Nach nur einem Umparkmanöver hatten wir einen ausgezeichneten Platz ergattert – direkt vorne in einer Reihe mit Blick Richtung Dorf.
Das Wetter zeigte sich etwas launisch und leicht regnerisch. Also machten wir zunächst das, was vernünftige Wohnmobilreisende tun: Wir kochten Gnocchi. Die tiefgekühlten Exemplare fuhren nämlich schon seit geraumer Zeit mit uns durch Frankreich und hatten sich ihren grossen Auftritt redlich verdient. Danach telefonierten wir noch mit Nina und Mario.
Natürlich durfte auch ein kurzer Powernap nicht fehlen. Schliesslich wollte man für Monet ausgeruht sein.
Am Nachmittag machten wir uns zu Fuss auf den Weg ins Zentrum. Anfangs verliefen wir uns leicht, fanden aber schnell die einfachste Lösung: den Menschenmassen hinterherlaufen. Das funktionierte erstaunlich gut. Bald standen wir vor dem Eingang zu Monets Anwesen und reihten uns in die Schlange ein. Nach etwa fünfzehn Minuten hielten wir unsere Tickets in den Händen.
Zuerst erkundeten wir die Gärten. Vor dem Haus hatte sich bereits eine lange Warteschlange gebildet. Kleiner Spoiler: Als wir später zurückkamen, war sie ungefähr doppelt so lang.
Die Irisbeete waren zwar schon verblüht, dafür standen unzählige andere Blumen in voller Pracht in diesen Beeten neben den Irisen. Besonders Cornelia war vom riesigen roten Mohn begeistert. Gemütlich spazierten wir durch die Anlagen und machten uns anschliessend auf den Weg zum berühmten Teich.
Unterwegs kamen wir an einem kleinen Bachlauf vorbei. Dort gab es eine Insel mit Bambus und wenig später sogar eine Schwanenfamilie mit zwei Jungen, die direkt bei einer Brücke gemütlich am Fressen war.
Dann lag er endlich vor uns: der berühmte Seerosenteich. Es war wirklich etwas Besonderes, diesen Ort einmal mit eigenen Augen zu sehen.
Also ich könnte hier problemlos auch Seerosen malen. Gar kein Problem.
Der Teich war gross, wunderschön angelegt und von üppiger Vegetation umgeben. Die berühmten grünen Brücken, die Monet so oft gemalt hat, spannten sich über das Wasser, und man konnte sogar darüber spazieren. Wir umrundeten den Teich bestimmt fast zweimal und hätten hier problemlos den ganzen Nachmittag verbringen können – vorausgesetzt, man hätte die übrigen Besucher kurz ausgeblendet.
Eine Weile sassen wir auch einfach auf einer Bank, schauten auf das Wasser und dachten daran, wie gerne meine Mutter wohl einmal hier gesessen hätte.
Irgendwann hiess es Abschied nehmen vom Teich und zurück zur Schlange vor dem Haus. Diese war inzwischen tatsächlich etwa doppelt so lang wie zuvor. Also hiess es: Geduld haben. Wir rechneten mit ungefähr dreissig Minuten Wartezeit und waren entsprechend überrascht, als wir bereits nach fünfzehn Minuten im Haus standen.
Der erste Raum beeindruckte uns sofort mit einer grossen Sammlung von Bildern. Danach folgten mehrere weitere Räume, die wir uns natürlich ebenfalls anschauten. Sagen wir es so: Wir haben sie gesehen.
Besonders schön fanden wir am Ende das Esszimmer mit seinem grossen Tisch und den kräftigen Gelbtönen. Direkt daneben lag die Küche mit ihren leuchtend blauen Fliesen. Diese beiden Räume waren wirklich grossartig.
Anschliessend schlenderten wir noch einmal durch den Garten und verbrachten überraschend viel Zeit im Shop. Ich kaufte mir ein Bild – vermutlich nicht das Original, aber man weiss ja nie – sowie noch ein kleines Geschenk.
Danach spazierten wir quer durchs Dorf bis zur Kirche. Wir umrundeten sie einmal und besuchten auch das Familiengrab der Monets. Ehrlich gesagt war beides eher unspektakulär. Die Kirche wirkte ziemlich düster, und auch das Grab löste keine grossen Begeisterungsstürme aus.
Also machten wir uns wieder auf den Rückweg durch die Dorfmitte und schliesslich zurück zum Wohnmobil.
Dort sassen wir noch eine Weile draussen. Allerdings gab es gefühlt mehrere Millionen Rapskäfer, die uns unbedingt näher kennenlernen wollten. Deshalb verlegten wir den Abend bald nach drinnen. Zum Znacht gab es Brot, Fleisch und Käse, bevor wir den Tag ganz gemütlich mit ein paar YouTube-Videos ausklingen liessen.
6. Juni 2026
Heute ging es für uns weiter nach Paris, dem letzten grossen Ziel dieses Reiseabschnitts. Den Morgen liessen wir in Giverny noch gemütlich angehen. Gegen halb neun trafen die ersten Touristenbusse ein und der Parkplatz füllte sich erstaunlich schnell. Währenddessen rief Cornelia auf dem Campingplatz in Paris an und fragte nach, ob wir vielleicht schon vor 14 Uhr einchecken könnten. Beim ersten Anruf hiess es noch, wir sollten später nochmals anrufen, da man gerade erst überprüfe, welche Plätze frei seien. Eine halbe Stunde später kam dann die erfreuliche Nachricht: Es hatte freie Plätze und wir durften früher anreisen.
Also machten wir das Wohnmobil abfahrbereit und nahmen Kurs auf Paris. Unterwegs stand noch ein wichtiger Punkt auf unserer Liste: Gas tanken. In Époné fanden wir eine passende Tankstelle nahe der Autobahn. Dort herrschte allerdings ein kleines Durcheinander. Es hatte viele Autos, wenig Platz und jeder schien gleichzeitig irgendwo hinzuwollen. Mit etwas Geduld und ein wenig Warten klappte aber alles problemlos. Danach ging es endgültig Richtung Paris.
Je näher wir der Hauptstadt kamen, desto dichter wurde der Verkehr. Entsprechend gross war unser Respekt vor der Anfahrt zum Campingplatz. Rückblickend war dieser völlig unbegründet. Wir verliessen die Autobahn, fuhren noch etwa vier Kilometer gemütlich der Seine entlang und standen schon auf dem Campingplatz. Nach dem Einchecken bekamen wir einen schönen Platz an einem Seitenarm der Seine. Kaum hatten wir uns eingerichtet, machten wir uns bereit, Paris zu erkunden.
Da wir Tickets für den Louvre hatten, ging es zunächst zu Fuss zur Bushaltestelle, anschliessend mit dem Bus zur Metro und von dort weiter Richtung Louvre. An der Metrostation hatten wir etwas Mühe, den richtigen Eingang und die passende Linie zu finden. Mit ein wenig Nachfragen klappte aber auch das. Beim Louvre angekommen wollten wir zuerst eine Kleinigkeit essen. Zwar hatte es dort einen McDonald's, aber schon beim Anblick der Menschenmassen verging mir der Appetit. Überhaupt fühlten wir uns in diesem riesigen Einkaufszentrum unter dem Louvre zuerst etwas erschlagen. So viele Menschen hatten wir seit Tagen nicht mehr auf einem Haufen gesehen. Also flüchteten wir wieder an die frische Luft, kauften uns zwei Sandwiches und genossen diese entspannt auf einer Bank bei einem Brunnen.
Danach ging es zurück zum Louvre. Zuerst wurde kurz das Ticket kontrolliert, dann mussten wir durch eine Sicherheitskontrolle. Wir dachten bereits, nun seien wir im Museum. Waren wir aber noch nicht. Hinter der Kontrolle befanden sich erst einmal zahlreiche Geschäfte, Restaurants und weitere Gänge. Irgendwann fanden wir dann doch den richtigen Eingang. Kurz überlegten wir noch, einen Audioguide zu mieten. Acht Euro zusätzlich schienen uns aber etwas viel und wir verzichteten darauf. Im Nachhinein war das eine ausgezeichnete Entscheidung. Der Louvre ist derart riesig, dass man mit Audioguide vermutlich mehrere Tage darin verbringen könnte.
Wir schlenderten durch unzählige Säle und Galerien. Besonders beeindruckt waren wir von den Räumen selbst. Die gewaltigen Dimensionen, die prächtigen Decken und die aufwendigen Verzierungen waren oft noch eindrucksvoller als die Kunstwerke. Die Bilder waren natürlich schön, aber nicht unbedingt unser bevorzugter Stil. Natürlich schauten wir uns auch die Mona Lisa an. Nun ja, wir haben sie gesehen. Danach folgten weitere Räume voller Gemälde, Skulpturen und Kunstwerke aller Art. Mal ging es eine Treppe hinauf, dann wieder hinunter. Irgendwann verlor man jedes Gefühl dafür, wo man sich eigentlich befand. Wir hielten auch Ausschau nach Bildern von Monet und fanden tatsächlich ganze zwei Stück. Nach dem Besuch seiner Gärten am Vortag hätten wir ehrlich gesagt etwas mehr erwartet.
Besonders beeindruckend waren die Napoleon-Appartements. Es war erstaunlich, welcher Luxus und welcher Prunk damals bereits existierten. Gold, Kronleuchter und prachtvolle Säle soweit das Auge reichte. Anschliessend besuchten wir noch die grosse Skulpturensammlung im Innenhof und machten uns auf die Suche nach einem Raum mit einer berühmten blauen Decke. Nach längerem Herumirren fanden wir diesen tatsächlich – irgendwo und irgendwann.
Nach knapp drei Stunden hatten wir genug Kunst für einen Tag gesammelt und verliessen den Louvre wieder. Im Jardin des Tuileries gönnten wir uns zur Belohnung zwei kleine Biere und spazierten anschliessend gemütlich durch den Park. Am Ende wollten wir die Seine überqueren, doch der Ausgang, den wir benutzen wollten, war geschlossen. Also mussten wir wieder ein Stück zurücklaufen und eine andere Brücke nehmen. Paris machte uns bereits am ersten Tag klar, dass hier die Stadt bestimmt, wer wohin läuft.
Danach ging es weiter Richtung Eiffelturm. Bereits auf der Autobahn und aus der Ferne hatten wir ihn gesehen. Ehrlich gesagt wirkte er dort eher klein und unscheinbar. Als wir dann direkt davorstanden, hatte er offenbar beschlossen, spontan zu wachsen. Plötzlich war er riesig. Wirklich beeindruckend und natürlich einige Fotos wert.
Wir umrundeten den Turm fast vollständig und suchten entlang der Seine nach einem Restaurant. Da uns aber nichts wirklich überzeugte, gingen wir weiter zum Trocadéro. Von dort bot sich ein herrlicher Blick auf den Eiffelturm. Genau dort beschlossen wir auch, unser Abendessen einzunehmen. Bei einem Händler kauften wir eine Flasche Rosé. Der Startpreis lag bei 20 Euro. Nach kurzer Verhandlung wechselte die Flasche für 10 Euro den Besitzer. So sassen wir auf den Treppen des Trocadéro, assen Sandwiches, tranken Rosé und bestaunten den Eiffelturm.
Langweilig wurde es dabei keine Sekunde. Überall liefen Händler herum und verkauften kleine Eiffeltürme. Zwischendurch gab es Diskussionen, hektische Gespräche und mindestens einen Verkäufer, der recht schnell verschwand, nachdem jemand die Polizei erwähnte. Es gab also immer etwas zu beobachten.
Später fuhren wir mit dem Bus zurück zum Campingplatz. In Porte d’Auteuil mussten wir umsteigen. Dort war offenbar gerade irgendeine Sportveranstaltung im Gange. Man hörte laute Zuschauer und viel Jubel. PSG war es vermutlich nicht, obwohl das Stadion nicht weit entfernt lag. Zurück auf dem Campingplatz sassen wir noch eine Weile draussen und liessen die Eindrücke des Tages auf uns wirken. Danach fielen wir müde, glücklich und leicht erschlagen von Kunst, Menschenmassen und Grossstadttrubel ins Bett.
Und ganz nebenbei war heute auch noch unser Hochzeitstag. Kein schlechter Ort, um diesen zu verbringen.
7. Juni 2026
Für heute Mittag hatten wir Tickets für das Schloss Versailles und dessen berühmte Gärten. Entsprechend liessen wir den Morgen gemütlich angehen. Den Kaffee genossen wir draussen vor dem Wohnmobil, das Frühstück wegen der etwas frischen Temperaturen lieber drinnen. Cornelia holte noch frisches Brot im Campingladen und anschliessend verbrachten wir noch einige Zeit draussen. Ich nutzte die Gelegenheit, um Tagebuch zu schreiben, während die Sonne langsam für angenehmere Temperaturen sorgte.
Irgendwann hiess es dann aber doch: auf nach Versailles. Wie jeden Morgen stand zunächst die wichtigste Frage des Tages im Raum: Welche Jacke zieht man an? Aktuell war es noch frisch, für den Nachmittag war besseres Wetter angekündigt, aber Wetterberichte und Realität sind bekanntlich nicht immer die besten Freunde. Also entschieden wir uns für die etwas wärmeren Jacken. Zur Sicherheit hatten wir den kleinen Coop-Rucksack dabei, damit überflüssige Kleidungsstücke notfalls verstaut werden konnten.
Heute führte unser Weg einmal in eine andere Richtung. Mit dem Bus ging es über die Seine zu einer Bahnstation. Dort mussten wir allerdings feststellen, dass unser geplanter Zug gerade vor unserer Nase abgefahren war. Also verbrachten wir die nächste Zeit damit, einem leeren Gleis beim Existieren zuzuschauen. Schliesslich nahmen wir einen anderen Zug, der uns ebenfalls nach Versailles brachte. Die Fahrt war überraschend angenehm. Der Zug war modern, bunt gestaltet und verfügte sogar über farbige Beleuchtung.
In Versailles angekommen, mussten wir noch etwa 25 Minuten bis zum Schloss laufen. Im Zentrum fand gerade Markt statt. Diesen wollten wir zunächst auslassen, da unser Termin beim Schloss angeblich bald bevorstand. Als ich unterwegs nochmals die Tickets kontrollierte, stellte ich jedoch fest, dass ich mich um exakt eine Stunde vertan hatte. Der Einlass war nicht um 12.30 Uhr, sondern erst um 13.30 Uhr.
Also machten wir das, was vernünftige Touristen in so einer Situation tun: Wir drehten um und gingen doch noch auf den Markt.
Kaufen konnten wir zwar nichts, da wir die Sachen den ganzen Tag hätten herumschleppen müssen, aber anschauen durfte man ja. Der Markt war riesig und rundherum gab es zusätzlich noch Markthallen, die ebenfalls voller Menschen waren. Nach dem Rundgang kauften wir in einer Bäckerei zwei Poulet-Curry-Sandwiches und assen diese direkt vor dem Geschäft an einem kleinen Tisch.
Im Nachhinein wäre ein Sandwich für uns beide völlig ausreichend gewesen. Aber offenbar gehört es zu unseren Ferienritualen, regelmässig festzustellen, dass wir zu viel Essen kaufen.
Danach ging es nun wirklich zum Schloss. Wir reihten uns brav hinten in die Warteschlange ein und waren erstaunt, wie schnell diese vorwärtskam. Als unser Ticket kontrolliert wurde, erklärte man uns allerdings freundlich, dass wir in der falschen Schlange standen. Diese sei für Besucher mit Einlass um 13 Uhr.
Was lernen wir daraus? In Versailles kommt man offenbar besser etwas zu spät als zu früh. Wir waren rund 15 Minuten vor unserer Zeit da und mussten dafür besonders lange warten. Die pünktlichen Besucher hatten gefühlt die längste Wartezeit überhaupt.
Als unsere 13.30-Uhr-Gruppe schliesslich eingelassen wurde, ging alles sehr schnell und kurz darauf standen wir tatsächlich im Schloss.
Wie üblich liefen wir einfach der Menschenmasse hinterher und schauten uns Raum um Raum an. Besonders beeindruckt waren wir von den prachtvollen Decken mit ihren riesigen Gemälden. Was mir allerdings etwas fehlte, waren eingerichtete Räume. Abgesehen von zwei Schlafzimmern waren die meisten Räume leer und hauptsächlich mit Bildern oder Skulpturen ausgestattet.
Natürlich war alles sehr beeindruckend, aber man hätte sich manchmal gewünscht, etwas besser zu sehen, wie die Menschen damals tatsächlich gelebt haben.
Besonders gefallen hat uns der berühmte Spiegelsaal mit seiner riesigen Länge, den Verzierungen und den prachtvollen Decken. Hier konnte man sich durchaus vorstellen, wie damals Könige und Adelige stolz durch die Hallen geschritten sind.
Anschliessend ging es hinaus in die Gärten. Auch dort musste man nochmals das Ticket zeigen. Zunächst erreichten wir einen schön angelegten Garten mit Wasserbecken, Springbrunnen und gepflegten Rasenflächen. Von dort blickten wir auf einen weiteren Garten mit Blumenbeeten und Brunnenanlagen.
Mein erster Gedanke war: „Sehr schön, aber irgendwie habe ich mir das grösser vorgestellt.“
Wenig später bemerkte ich, dass wir uns gar nicht auf der Hauptseite des Schlosses befanden.
Das war also lediglich die Aufwärmrunde.
Als wir anschliessend auf die eigentliche Schlossseite gelangten, wurde klar, warum Versailles einen solchen Ruf besitzt. Vor uns erstreckte sich eine gewaltige Gartenanlage mit mehreren Ebenen, grossen Brunnen, kunstvollen Verzierungen und unzähligen goldenen Figuren. Links und rechts lagen riesige Waldstücke mit Wegen, versteckten Plätzen und weiteren Brunnenanlagen.
Man konnte problemlos mehrere Tage damit verbringen, alles anzuschauen.
In einem der Waldstücke kauften wir etwas zu trinken und spazierten weiter bis zu einem riesigen Wasserbecken. Dort stand eine monumentale Skulpturengruppe mit Pferden und Wagen, die aussah, als würde gleich ein Wagenrennen aus einem Gladiatorenfilm starten.
Ich umrundete den ganzen Teich, während Cornelia klugerweise im Schatten auf einer Bank wartete.
Hinter dem Wasserbecken begann ein weiterer Bereich mit einem riesigen künstlichen See. Dort konnte man sogar Boote mieten. Der See war ungefähr zwei Kilometer lang und soll zusätzlich noch seitliche Arme besitzen, die ähnlich gross sind. Zumindest haben wir das so verstanden, als wir unauffällig einer Reisegruppe mit Guide lauschten.
Diesen Bereich sowie weitere Aussenanlagen liessen wir aus. Selbst nach dem grossen See wäre der Park noch lange nicht zu Ende gewesen. Dahinter folgten weitere Wiesen und nochmals grosse Waldflächen.
Irgendwann beschlossen wir deshalb, den Rückweg anzutreten.
Oben angekommen schauten wir uns noch die rechte Seite des Schlosses an. Dort fuhr eine kleine Bimmelbahn zu den entfernteren Bereichen. Wirklich spektakulär war dieser Teil aber nicht mehr.
Vor dem Schloss blieb ich nochmals stehen und stellte fest, dass man von der Terrasse aus eigentlich nur den ersten Teil der Gärten sieht. Der Rest verschwindet komplett hinter dem Horizont. Wenn der König dort sass, musste er wohl regelmässig aus dem Fenster im oberen Stockwerk schauen, um überhaupt zu sehen, was er alles besass.
Anschliessend ging es zurück zum Bahnhof von Versailles. Die morgendliche Zugfahrt hatte noch etwas von Wellness gehabt. Die Rückfahrt war das genaue Gegenteil. Der Zug war hoffnungslos überfüllt und entsprechend warm. Wir standen dicht gedrängt mit gefühlt halb Paris im Wagen.
Irgendwann erreichten wir aber unser nächstes Ziel: Notre-Dame.
Von aussen war ich zunächst etwas überrascht. Irgendwie hatte ich mir die Kirche grösser vorgestellt. Nach einem kurzen Blick auf Google stellten wir fest, dass der Eintritt kostenlos war. Also reihten wir uns in die Warteschlange ein undwir kamen wir recht schnell hinein.
Drinnen war dann jede Skepsis verschwunden.
Die Kirche wirkte plötzlich riesig. Gleichzeitig begann gerade ein Gottesdienst und Musik erfüllte den Raum. Das sorgte für eine wunderschöne Atmosphäre. Besonders beeindruckten uns die grossartigen Glasfenster. Wir zündeten eine Kerze an und schlenderten anschliessend durch die Seitenschiffe. Für mich war dies bisher eine der schönsten Kirchen der Reise. Sie wirkte nicht überladen, sondern eher schlicht und elegant, mit wunderbaren Fenstern und den schönen Galerien oberhalb der Seitenschiffe.
Nach unserem Rundgang verliessen wir die Kirche wieder. Direkt daneben entdeckten wir ein Restaurant und gönnten uns einen Drink sowie zwei Crêpes. Diese mussten wir allerdings zweimal bestellen, weil unsere erste Bestellung offenbar irgendwo zwischen Küche und Universum verloren gegangen war.
Danach wollten wir noch eine weitere Kirche besichtigen. Allerdings liefen wir gefühlt einmal um den gesamten Häuserblock herum und fanden den Eingang einfach nicht. Nach ungefähr einem Kilometer Suchaktion beschlossen wir, die Kirche auf einen anderen Tag zu verschieben.
Anschliessend spazierten wir an einem grossen Turm vorbei durch einen kleinen Park zur Metrostation. Dort wurde es nochmals spannend. Die Metro war voll und wir etwas spät dran. Cornelia schaffte es noch hinein, ich gerade so ebenfalls. Die Türen schlossen sich allerdings automatisch und sehr entschlossen. Es war wirklich knapp.
Wir beschlossen danach einstimmig, solche Experimente künftig zu vermeiden.
Über Porte Maillot und den Bus ging es zurück zum Campingplatz. Dort kauften wir im Laden noch Getränke und genossen den warmen Abend vor dem Wohnmobil.
Zum Abendessen gab es für mich Chips, während Cornelia die Reste ihres Curry-Sandwiches vom Mittag ass. Danach schrieb ich noch Tagebuch und liess den Tag Revue passieren.
Ein Tag voller Könige, Gärten, Kirchen, Menschenmassen und der wichtigen Erkenntnis, dass Versailles grösser ist, als man sich das vorstellen kann – und Metro-Türen schneller sind, als man denkt.
8. Juni 2026
Heute liessen wir es am Morgen erst einmal gemütlich angehen. Als Erstes stand duschen auf dem Programm. Wenn man schon einmal auf einem Campingplatz mit ordentlichen Sanitäranlagen steht, sollte man diese schliesslich auch nutzen. Cornelia ging zuerst, ich etwas später. Danach folgte das übliche Ferienritual mit Kaffee und Frühstück. Anschliessend schrieb ich draussen noch Tagebuch, während Cornelia mit ihrer Mutter telefonierte.
Irgendwann hiess es dann wieder: ab in die Stadt. Mit dem Bus ging es zunächst nach Porte Maillot und von dort mit der Metro weiter zum Arc de Triomphe. Zuerst betrachteten wir ihn noch von der anderen Strassenseite. Dabei entdeckten wir auch einen Roland-Garros-Shop. Natürlich mussten wir kurz hineinschauen. Vielleicht fand sich ja noch ein Geschenk oder Souvenir. Die Preise erinnerten uns allerdings daran, dass das Turnier zwar vorbei war, die Turnierpreise aber offenbar noch nicht. Also schauten wir nur kurz und gingen wieder.
Danach nahmen wir die Unterführung und standen direkt vor dem Arc de Triomphe. Erst aus der Nähe merkt man, wie gewaltig dieses Bauwerk tatsächlich ist. Die Verzierungen, Inschriften und riesigen Steinfiguren beeindruckten uns sehr. In der Mitte befindet sich auch das Grab des unbekannten Soldaten mit der ewigen Flamme. Wir umrundeten den Triumphbogen einmal komplett und bestaunten ihn aus allen Blickwinkeln, bevor wir weiterzogen.
Das nächste Ziel war Sacré-Cœur. Schon der Weg nach oben war ein Erlebnis. Links und rechts reihten sich Souvenirgeschäfte aneinander. Taschen, Schlüsselanhänger, Magnete, T-Shirts, Mini-Eiffeltürme und alles, was ein Tourist eigentlich nicht braucht, aber plötzlich unbedingt haben möchte. Die Preise waren hier sogar deutlich angenehmer als im Zentrum. Dann begann der Aufstieg. Zahlreiche Treppenstufen führten nach oben. Natürlich hielten wir unterwegs immer wieder an. Ausschliesslich zum Fotografieren versteht sich. Ganz sicher nicht zum Verschnaufen.
Oben angekommen bot sich eine herrliche Aussicht über Paris. Vor der Basilika hatte sich allerdings eine lange Warteschlange gebildet. Wir beobachteten sie eine Weile und kamen zum Schluss, dass sie sich ungefähr gleich schnell bewegte wie ein Gletscher. Also entschieden wir uns gegen die Besichtigung und stattdessen für einen Spaziergang durch Montmartre.
Diese Entscheidung gefiel uns ausgesprochen gut. Montmartre hatte eine wunderbare Atmosphäre. Überall kleine Restaurants, Künstlerateliers, Galerien und Souvenirläden. Auf einem Platz sassen zahlreiche Künstler und malten Portraits oder arbeiteten direkt vor Ort an ihren Bildern. Die Stimmung war entspannt und lebendig zugleich. Weil es uns so gut gefiel, beschlossen wir auch gleich dort zu essen. Cornelia bestellte ein Pfeffersteak, ich ein Rumpsteak, dazu zwei Bier. Die Rechnung betrug am Ende stolze 85 Euro. In diesem Moment wurde uns bewusst, dass die Schweiz vielleicht doch nicht immer das teuerste Land Europas ist. Das Essen war allerdings gut und wir genossen die Pause mitten in diesem lebhaften Quartier.
Danach spazierten wir noch zu einem Aussichtspunkt, von dem man den Eiffelturm sehen sollte. Zwischen Bäumen und Häusern entdeckten wir ihn tatsächlich irgendwo am Horizont. Im Winter dürfte dieser Aussichtspunkt vermutlich deutlich spektakulärer sein. Anschliessend ging es weiter hinunter zur Metrostation und von dort zum Hôtel des Invalides.
Dort angekommen wussten wir zunächst gar nicht so genau, was es hier eigentlich alles zu sehen gibt. Das Gebäude selbst beeindruckte uns jedoch sofort. Also zückten wir Google und informierten uns kurz. Anschliessend fragten wir beim Sicherheitspersonal nach, ob man Tickets kaufen könne. Das ging problemlos. Leider gab es das Ticket nur in Kombination mit dem Militärmuseum und dem Grab Napoleons. Das Militärmuseum interessierte uns ungefähr so sehr wie die Bedienungsanleitung einer Waschmaschine, aber wenn man schon einmal da ist, nimmt man halt das Gesamtpaket.
Zunächst gelangten wir in die oberen Stockwerke und konnten rund um den Innenhof spazieren. Das gefiel uns erstaunlich gut. Ehrlich gesagt interessierten wir uns zeitweise sogar mehr für die Bauarbeiten im Innenhof als für manche Ausstellung. Als wir das Gebäude wieder verlassen wollten, fanden wir statt des Ausgangs lediglich die Toiletten. Also gingen wir wieder hinauf. Wenigstens hatten die Toiletten trotzdem ihren Zweck erfüllt.
Danach machten wir doch noch einen kurzen Rundgang durchs Militärmuseum. Wir sahen einige alte Waffen, Kanonen und andere militärische Gegenstände. Nach ungefähr zwei Räumen waren wir mit unserer militärhistorischen Weiterbildung aber zufrieden und machten uns auf den Weg zum eigentlichen Highlight: dem Grab Napoleons.
Hier mussten wir nochmals das Ticket vorzeigen und gelangten anschliessend in die gewaltige Kuppelhalle. In der Mitte befand sich eine grosse Vertiefung mit dem berühmten roten Marmorsarkophag Napoleons. Rundherum standen weitere Sarkophage, Figuren und monumentale Verzierungen. Man konnte auch hinunter in die Krypta gelangen und den Sarkophag aus nächster Nähe betrachten. Die Wände waren mit Reliefs geschmückt und rund um die Grabstätte standen zahlreiche Figuren. Egal wie man zu Napoleon steht – sein Grabmal ist wirklich beeindruckend.
Danach suchten wir nochmals die Kathedrale, die laut Ticketshop kostenlos zugänglich sein sollte. Beim zweiten Versuch fanden wir den Eingang tatsächlich. Die Kirche selbst konnte uns allerdings nicht besonders begeistern. Zusätzlich gab es ein hochfrequentes Geräusch, das klang wie ein besonders aggressiver Marderschreck. Wir hielten es deshalb nicht lange aus und verliessen die Kirche recht schnell wieder.
Nun ging es mit dem Bus zurück Richtung Seine. Eigentlich wollten wir nur einmal schauen, wie die Bootsfahrten auf der Seine organisiert sind. Als wir bei der Anlegestelle ankamen, gingen gerade die ersten Passagiere an Bord. Perfektes Timing. Spontan beschlossen wir deshalb, ebenfalls mitzufahren. Also Tickets kaufen, aufs Boot steigen und einen Platz auf dem Oberdeck sichern.
Etwa zehn Minuten später legten wir ab. Die Fahrt führte die Seine hinunter bis hinter die Île Saint-Louis und anschliessend wieder zurück Richtung Eiffelturm. Es war sehr angenehm, Paris einmal vom Wasser aus zu betrachten. Viele Sehenswürdigkeiten hatten wir zwar bereits vom Land aus gesehen, trotzdem war die Perspektive eine ganz andere. Besonders schön war der Blick auf Notre-Dame. Auch der Eiffelturm wirkte vom Fluss aus nochmals beeindruckend. Die ganz grossen Fotomotive entstehen unserer Meinung nach zwar eher vom Land aus, aber die gemütliche Atmosphäre auf dem Wasser machte die Fahrt absolut lohnenswert.
Währenddessen wurde das Wetter allerdings immer grauer. Dunkle Wolken zogen auf und kündigten bereits den Abend an. Nach der Schifffahrt spazierten wir zur Metrostation. Für heute hatten wir genug Paris gesammelt. Schliesslich stand morgen noch ein weiterer Tag in der Hauptstadt bevor.
Nach der Metro mussten wir erneut auf den Bus umsteigen. Inzwischen hatte der Regen eingesetzt. Wir vertrieben uns die Wartezeit in einem kleinen Supermarkt nahe der Haltestelle, kauften aber erstaunlicherweise nichts. Als der Bus endlich kam, dauerte die Freude nur wenige Stationen. Plötzlich mussten alle Fahrgäste aussteigen und in einen anderen Bus wechseln. Weshalb, wusste offenbar niemand. Immerhin erschien der Ersatzbus praktisch sofort.
So erreichten wir schliesslich den Campingplatz. Dort schauten wir kurz im Restaurant vorbei, entschieden uns aber für die deutlich günstigere Variante. Also kauften wir ein frisches Baguette und einige Kleinigkeiten im Laden und assen gemütlich im Wohnmobil. Zum Dessert gönnte ich mir noch zwei Pastéis de Nata, die wir tagsüber in Paris gekauft hatten. Danach telefonierten wir noch mit Luca. Anschliessend schrieb ich Tagebuch, während Cornelia auf dem Handy Netflix schaute.
So endete ein weiterer Tag in Paris – mit Triumphbögen, Künstlern, Napoleon und einer spontanen Schifffahrt.
9. Juni 2026
Heute stand bereits unser vierter und letzter voller Tag in Paris auf dem Programm. Am Morgen zeigte sich das Wetter von seiner freundlichen Seite. Die Sonne schien, allerdings war es noch ziemlich kühl. Nach Kaffee und Frühstück machten wir uns deshalb gut eingepackt auf den Weg zur Bushaltestelle.
Heute nahmen wir nochmals eine andere Buslinie. Also ging es wie gewohnt durch das kleine Wäldchen, diesmal jedoch zu einer Haltestelle an einer anderen Strasse bei der grossen Kreuzung. Von dort fuhren wir Richtung Parc d’Auteuil. Unser erstes Ziel war das Fussballstadion von Paris Saint-Germain.
Nun ja.
Wie soll man es freundlich formulieren?
Von aussen erinnerte das Stadion eher an einen etwas in die Jahre gekommenen Betonbunker als an die Heimat eines europäischen Spitzenclubs. Wir fotografierten einen der Eingänge und schauten uns kurz um. Man hätte auch ein Museum besuchen oder vermutlich das Stadion von innen besichtigen können. Da ich aber kein PSG-Fan bin, fehlte mir die Motivation, dem Verein auch noch Geld zu überweisen. Also zogen wir weiter.
Unser nächstes Ziel war das Pantheon. Google überraschte uns heute und schickte uns nicht mit der Metro, sondern mit dem Bus quer durch die Stadt. Die Fahrt dauerte fast vierzig Minuten, war aber ausgesprochen interessant. Man sieht eine Stadt doch ganz anders vom Bus aus als aus einer Metro, die hauptsächlich Tunnelwände präsentiert.
In der Nähe des Louvre stiegen wir aus, überquerten die Seine und nahmen einen weiteren Bus, der uns direkt zum Pantheon brachte. Das Gebäude beeindruckte sofort mit seinen gewaltigen Säulen und seiner monumentalen Erscheinung. Wir verzichteten allerdings auf eine Besichtigung und warfen stattdessen einen Blick in eine Kirche, die uns gleich daneben aufgefallen war. Leider begann dort gerade eine Messe, weshalb wir nach einem kurzen Blick die Kirche wieder verliessen.
Danach machten wir uns auf den Weg zu einem Ort, den vermutlich viele Menschen sofort erkennen würden, ich allerdings nicht: dem Wohnhaus von Emily in Paris.
Hier zeigte sich einmal mehr, wie unterschiedlich Interessen sein können. Cornelia fand die Serie grossartig und freute sich entsprechend auf den Besuch. Ich hingegen stand vor einer recht gewöhnlichen Holztür und dachte: „Das ist also die berühmte Wohnung?“
Immerhin war der kleine Platz davor wirklich hübsch. Der Blumenladen existierte tatsächlich und auch Gabriels Restaurant gab es in echt. Dort war allerdings alles abgesperrt. Ob Dreharbeiten vorbereitet wurden oder einfach nur renoviert wurde, konnten wir nicht herausfinden.
Danach führte uns der Weg zu einem Restaurant, das Anita und Rolf während ihrer Aufenthalte in Paris regelmässig besucht hatten. Cornelia bestellte eine Zwiebelsuppe, ich entschied mich für Ente mit Kartoffeln und Salat. Das Essen war ausgezeichnet und die Empfehlung absolut gerechtfertigt.
Anschliessend schlenderten wir noch etwas durch das Quartier Latin. Diese Gasse hier gefiel uns besonders gut. Sie war voller kleiner Restaurants, Cafés und Geschäfte und hatte genau die Atmosphäre, die man sich von Paris vorstellt. Allerdings mussten wir feststellen, dass eigentlich genau diese eine Gasse unser Favorit war. Der Rest des Quartiers wirkte zwar nett, konnte uns aber nicht ganz so begeistern.
Danach ging es weiter zum Musée d’Orsay. Dort stellten wir uns in die Warteschlange und mussten erst einmal geduldig warten. Das erschien uns etwas seltsam, denn Besucher mit Online-Tickets durften praktisch sofort hinein, während wir die Warteschlange dekorativ verlängerten.
Irgendwann waren auch wir an der Reihe.
Die riesige Halle des ehemaligen Bahnhofs beeindruckte sofort. Zunächst führten uns die Ausstellungen durch zahlreiche Räume mit Gemälden und Kunstwerken, die stilistisch noch etwas an den Louvre erinnerten. Danach ging es hinauf in den fünften Stock. Glücklicherweise hatten die Franzosen dort Rolltreppen installiert, sonst wären wir vermutlich irgendwann auf halber Höhe liegen geblieben.
Oben wartete dann genau das, weshalb wir eigentlich gekommen waren: die Impressionisten.
Besonders die Bilder von Claude Monet gefielen uns sehr. Natürlich gab es auch zahlreiche Werke von Van Gogh, und entsprechend viele Besucher drängten sich vor seinen Bildern. Insgesamt bot das Museum eine beeindruckende Sammlung aus Gemälden, Skulpturen und Kunstwerken aller Art.
Nach rund zwei Stunden hatten wir allerdings genug Kunst für diesen Tag gesammelt. Schliesslich wollten wir nicht riskieren, am Abend plötzlich selbst impressionistische Landschaften zu malen.
Also verliessen wir das Museum, überquerten erneut die Seine und spazierten durch den Park bis zum Place de la Concorde. Von dort ging es die Champs-Élysées hinauf Richtung Arc de Triomphe.
Unterwegs machten wir Halt in einer Art Renault-Museum oder Showroom. Ganz genau wussten wir nicht, wie man es nennen sollte. Auf jeden Fall gab es dort Autos, Cocktails und Sitzgelegenheiten. Das reichte uns vollkommen. Wir genossen unsere Cocktails draussen auf der Champs-Élysées und danach, schauten wir uns einige ausgestellte Fahrzeuge an und warfen einen Blick in die Ausstellung.
Kurz darauf begann es leicht zu regnen, sodass wir kurz Schutz suchen mussten. Danach liefen wir weiter Richtung Arc de Triomphe und kauften unterwegs im Nike-Store noch ein Geschenk.
Am Triumphbogen angekommen, stellten wir fest, dass dort gerade eine Zeremonie stattfand. Der Verkehr wurde gestoppt, verschiedene Gruppen marschierten mit Fahnen über den Platz und rund um das Grab des unbekannten Soldaten standen mehrere Soldaten. Wir rätselten eine Weile, ob es sich um Schulklassen oder eine offizielle Veranstaltung handelte.
Besonders interessant war allerdings der Moment, als die Sperrung aufgehoben wurde.
Innerhalb weniger Sekunden erwachte der Verkehr wieder zum Leben. Autos setzten sich in Bewegung, Motorroller schossen durch jede noch so kleine Lücke und natürlich wurde auch wieder gehupt. Paris kehrte zurück zu seinem natürlichen Zustand.
Anschliessend nahmen wir die Metro zum Trocadéro. Dort herrschte ebenfalls ungewöhnlich viel Betrieb. Vor einem Theater standen zahlreiche Polizisten und Sicherheitskräfte. Immer wieder wurden Fussgänger angehalten, während schwarze Limousinen oder Vans vorfuhren.
Wir beobachteten das Geschehen eine ganze Weile.
Erkannt haben wir allerdings niemanden.
Fairerweise muss man sagen, dass wir wahrscheinlich ohnehin die meisten prominenten Persönlichkeiten Frankreichs nicht erkennen würden. Nach unserem Eindruck ging es den übrigen Zuschauern ähnlich. Es gab weder Fotografen noch kreischende Fans. Also vermutlich wichtige Leute – aber nicht so wichtig, dass man wusste, wer sie waren. Macron war jedenfalls nicht dabei.
Leider begann es nun wieder zu regnen. Wir kauften bei einem Imbissstand noch einen Crêpe und einen Hot Dog und verzogen uns damit unter einige Bäume etwas unterhalb des Platzes.
Während wir dort sassen, wurde uns langsam bewusst, dass dies wohl unser letzter Blick auf den Eiffelturm auf dieser Reise sein würde.
Schweren Herzens beschlossen wir deshalb: Au revoir, Paris.
Das Wetter wurde zunehmend schlechter, der Boden war bereits nass und wir hatten in den vergangenen Tagen unglaublich viel gesehen. Also machten wir uns auf den Heimweg.
Mit Bus und einem letzten Umstieg erreichten wir schliesslich den Campingplatz. Dort kauften wir noch einige Getränke ein und verbrachten den Abend gemütlich im Wohnmobil.
Wir schauten noch etwas YouTube und liessen die vergangenen Tage Revue passieren.
Vier Tage Paris lagen hinter uns – voller Kunst, Kirchen, Gärten, Monumente, Menschenmassen, Metrofahrten, überraschender Entdeckungen und natürlich dem Eiffelturm, unser absolutes Highlight, der mit jedem Besuch ein wenig grösser zu werden schien.
10. Juni 2026
Heute hiess es Abschied nehmen von Paris – mit gemischten Gefühlen. Einerseits hätten wir hier problemlos noch einige Tage verbringen können, denn es gäbe noch unzählige Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Andererseits freuten wir uns auch sehr darauf, unsere Kinder wiederzusehen und nach Hause zurückzukehren.
Den Morgen liessen wir deshalb gemütlich angehen. Für uns war von Anfang an klar, dass wir die Heimreise in zwei Etappen aufteilen würden. Natürlich hätte man die ganze Strecke auch an einem Tag schaffen können, aber stundenlanges Autobahnmarathonfahren gehört nicht gerade zu unseren Lieblingsbeschäftigungen.
Nachdem wir Kaffee getrunken und gefrühstückt hatten, begann die übliche Abfahrtsroutine. Cornelia war wie so oft deutlich früher wach gewesen, hatte bereits geduscht und war sogar noch im Campingladen frisches Brot holen gegangen. Danach wurde wieder alles verstaut, festgebunden und reisefertig gemacht. Noch schnell das Grauwasser entsorgen – und um etwa 10.30 Uhr verliessen wir den Campingplatz.
Zunächst führte uns die Strecke ein Stück entlang der Seine. Trotz des dichten Verkehrs kamen wir erstaunlich gut voran. Anschliessend ging es über den Fluss auf eine Schnellstrasse und danach auf die Autobahn. Zwar gab es bei den verschiedenen Autobahnwechseln immer wieder etwas stockenden Verkehr, aber wir fanden den richtigen Weg und schafften es ohne Umwege an Paris vorbei. Mit jedem Kilometer wurde der Verkehr angenehmer – oder anders gesagt: Je weiter wir von Paris wegkamen, desto mehr schien sich die französische Bevölkerung aufzulösen.
Gegen Mittag machten wir in Monéteau Halt bei einem Carrefour, um noch einige Einkäufe zu erledigen. Dabei landeten auch gleich das Mittagessen und ein paar Vorräte im Einkaufswagen. Cornelia entschied sich für einen Salat und einen Pouletschenkel, während ich eine Terrine genoss. Gegessen wurde selbstverständlich direkt im Wohnmobil.
Bei der Ausfahrt vom Einkaufszentrum wartete noch eine kleine Überraschung auf uns: eine Höhenbegrenzung. Glücklicherweise gab es links daneben die Einfahrt ohne Höhenbeschränkung, sodass unser Wohnmobil nicht spontan zum Cabrio umgebaut werden musste. Also ging es ohne Schäden zurück auf die Autobahn.
Während der Weiterfahrt hörten wir einige Podcasts. Allerdings sorgten mehrere heftige Regenschauer dafür, dass wir diese zeitweise pausieren mussten. Der Regen prasselte derart laut aufs Dach, dass man kaum noch ein Wort verstand. Zwischendurch fuhren mehrere Fahrzeuge mit Warnblinker, und einer schaltete ihn sogar erst direkt vor uns ein. Das löste bei uns kurz ein etwas mulmiges Gefühl aus. Hatte unser Fahrzeug ein Problem? War etwas kaputt? Zur Sicherheit hielten wir auf einem Parkplatz an und kontrollierten alles. Schlussendlich fanden wir nichts Auffälliges. Wahrscheinlich war die Gischt so stark, dass unsere Rücklichter schlecht sichtbar waren, oder der Fahrer wollte uns einfach darauf aufmerksam machen, dass langsamere Fahrzeuge bei solchen Bedingungen besser mit Warnblinker unterwegs sind. Wie auch immer – unser Wohnmobil war in Ordnung und wir konnten beruhigt weiterfahren.
Kurz vor dem Tagesziel verliessen wir die Autobahn noch einmal, um zu tanken. Danach ging es direkt weiter zum Stellplatz in Seurre. Dort standen zahlreiche grosse Bäume, und wir suchten uns bewusst einen Platz, der nicht direkt darunter lag. Wer schon einmal bei Regen unter einem Baum übernachtet hat, weiss warum: Die Tropfen hören lange nach dem eigentlichen Regen nicht auf und machen deutlich mehr Lärm als der Regen selbst.
Am Nachmittag telefonierte Cornelia noch mit ihrer Mutter, während ich Tagebuch schrieb. Danach schaute Cornelia etwas Netflix auf dem Handy.
Am Abend machten wir noch einen Spaziergang. Zuerst gingen wir zum Hafen und von dort aus Richtung Dorf. Mehrere Boote lagen gemütlich am Ufer, und eine breite Treppe führte direkt hinunter zum Wasser. Die Atmosphäre war ausgesprochen angenehm. Es gab sogar einen kleinen Stand mit Tischen und Stühlen, der dem Ganzen einen fast schon mediterranen Charme verlieh.
Wir spazierten weiter bis zur Kirche und anschliessend ins Dorfzentrum. Dort fanden wir eine hübsche Strasse mit verschiedenen Geschäften und Restaurants. Danach liefen wir zurück zum Hafen und folgten dem Weg noch bis zu einer Schleuse, die wir uns unbedingt anschauen wollten. Da weit und breit kein Schiff zu sehen war und alles sehr ruhig wirkte, blieb es bei einer kurzen Besichtigung.
Schliesslich kehrten wir zum Wohnmobil zurück, schauten noch etwas YouTube und liessen den Tag gemütlich ausklingen. Danach ging es ins Bett – wieder ein Stück näher an zu Hause.
11. Juni 2026
Heute war es also soweit: Zum zweiten Mal während unserer Auszeit stand die Heimreise auf dem Programm. Ein etwas spezieller Moment, denn die Reise war inzwischen zu einem ganz normalen Alltag geworden.
Der Tag begann gemütlich. Cornelia machte sich am Morgen noch auf den Weg zur Bäckerei und kam mit einem frischen Baguette sowie diversen süssen Brötchen zurück. Man kann schliesslich nicht einfach so Frankreich verlassen, ohne sich vorher noch einmal mit Backwaren einzudecken. Danach genossen wir unseren Kaffee und frühstückten in aller Ruhe.
Anschliessend begann die mittlerweile perfekt einstudierte Abfahrtsroutine. Alles wurde verstaut, gesichert und kontrolliert. Noch einmal entsorgten wir das Grauwasser, verabschiedeten uns von unserem letzten französischen Stellplatz und machten uns auf den Weg.
Zunächst ging es wieder auf die Autobahn. Kilometer um Kilometer rollten wir Richtung Heimat. Je näher wir der Schweiz kamen, desto vertrauter wurden die Strassenschilder. Nach Besancon wechselte die Strecke grösstenteils auf Landstrassen, die sich gemütlich durch die Landschaft schlängelten. Ab und zu gab es noch zweispurige Abschnitte, aber insgesamt wurde das Fahren deutlich entspannter.
Zur Unterhaltung hörten wir unterwegs einige Podcasts. Dabei wurden die letzten Reisetage noch einmal von interessanten Geschichten, spannenden Themen und gelegentlichen Diskussionen begleitet. Irgendwann legten wir auf einem Parkplatz eine Pause ein und gönnten dem Wohnmobil ebenfalls eine kleine Verschnaufpause. Schliesslich hatte es in den vergangenen Wochen einiges geleistet.
Danach führte uns die Strecke durch den Jura. Die Landschaft wurde immer vertrauter und gleichzeitig wurde uns bewusst, dass die grosse Reise nun tatsächlich zu Ende ging. Über den Grenzübergang in Vallorbe erreichten wir schliesslich wieder die Schweiz. Ohne grosse Zeremonie waren wir plötzlich wieder im Heimatland. Keine Blaskapelle, kein roter Teppich, nicht einmal ein Willkommenskomitee mit Fähnchen – einfach die Schweiz.
Von dort ging es weiter auf der Autobahn an Yverdon vorbei, über Avenches und Bern Richtung Zuhause. Die letzten Kilometer fühlten sich irgendwie gleichzeitig kurz und lang an. Kurz, weil wir uns auf Zuhause freuten. Lang, weil wir wussten, dass damit ein wunderschönes Kapitel unserer Auszeit zu Ende ging.
Schliesslich fuhren wir zuhause vor. Die Reise war beendet, das Wohnmobil hatte uns zuverlässig zurückgebracht und wir waren gut angekommen. Nun warteten unsere Kinder, das eigene Bett und vermutlich auch eine Waschmaschine, die sich schon auf ihren grossen Auftritt freute.
So endete unsere zweite Heimfahrt während der Auszeit – unspektakulär, entspannt und genau so, wie wir es mögen.
Wir informieren hier und auf anderen Kanälen, was wir so erleben auf unserer Reise.
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