1. März 2026 

 

Der Tag begann – wie so oft – mit einer Frühschicht von Cornelia. Während ich noch die horizontale Lebensform pflegte, war sie bereits unterwegs bei den kleinen Seen vor dem Strand. Sensation: Die Flamingos standen erstaunlich nah am Ufer!

Also wurde nach dem Frühstück sofort eine Expedition geplant. Ziel: anschleichen, fotografieren, dokumentieren – möglichst in National-Geographic-Manier.

Erster Versuch von der Landseite. Ergebnis: Flamingos weiter weg als unsere Hoffnungen.

Also Plan B: Zugang über den Strand. Das bedeutete erst einmal eine ordentliche Wanderung entlang des Sandes, immer mit dem Ziel „rosa Federwesen“ im Blick.

Endlich angekommen, machten wir Fotos und Videos. Die Flamingos hatten uns allerdings wohl schon kilometerweit erspäht und positionierten sich strategisch genau auf der gegenüberliegenden Seeseite. Sehr clever.

Wir versuchten sogar mit lauteren Geräuschen einen fotogenen Abflug zu provozieren – keine Chance. Wahrscheinlich hielten sie uns für unterhaltsame Vormittagsanimation.

Trotzdem war es wunderschön, diese eleganten Tiere noch einmal in Ruhe zu beobachten. 🦩

Der Rückweg wurde getrennt angetreten – offenbar vertrauten wir beide unseren eigenen Navigationskünsten mehr.

Ich entdeckte eine „großartige“ Abkürzung: ein schmales, wackeliges Brett über dem Wasser. Rein theoretisch eine brillante Idee. Praktisch eher eine Mischung aus Seiltanz und Balancekurs. Dank ziemlich wasserfester Schuhe kam ich fast trocken auf der anderen Seite an.

Eleganzpreis? Nein.

Unterhaltungswert? Hoch.

Zurück beim Wohnmobil hieß es dann Abschied nehmen vom Stellplatz. Abfall entsorgen, kurzer Schwatz mit einem Aargauer (man trifft sich offenbar überall) – und los ging’s Richtung Castelsardo.

Unterwegs noch ein Einkaufsstopp in einem Laden, den wir schon kannten – man hat ja seine Stammgeschäfte selbst auf Sardinien. Danach Ankunft am Stellplatz.

Erste Amtshandlung: Grauwasser entsorgen und Frischwasser auffüllen. Unser Tank war nämlich eher symbolisch gefüllt.

Wir parkten zunächst in der zweiten Reihe – derselbe Platz wie letztes Jahr. Damals wegen Wind, diesmal wegen „erste Reihe bereits von italienischen Wochenend-Strategen besetzt“.

Tisch und Stühle raus, Resteverwertung deluxe: Couscous-Salat mit Brot.

Und dann mein persönliches Highlight: Caramel Köpfli – veredelt mit einer Extra-Dosis gesalzenem Caramel. Wenn schon, denn schon. Doping auf Dessertbasis.

Später zogen wir mit unseren Chill-Stühlen an den Strand und verbrachten dort eine ganze Weile – Meeresrauschen inklusive.

Zurück beim Wohnmobil die Überraschung: Die erste Reihe war frei!

Also kurzes Umparken und zack – Logenplatz über der Klippe. Aussicht Upgrade 2.0.

Am Abend gab es Plättzli und Salat, danach wurde gespielt und Netflix geschaut – gemütlicher kann ein Reisetag kaum enden.

Fazit des Tages:

Flamingos sind taktisch überlegen.

Abkürzungen sind relativ.

Und erste Reihe mit Meerblick schlägt zweite Reihe mit Windgeschichte. 😄🌊

 

2. März 2026

 

Heute stand eigentlich „professionelles Nichtstun“ auf dem Programm. Zumindest dachten wir das am Morgen noch. Gestern hatten wir extra gefragt, wann wir den Platz räumen müssten – die Antwort war: gar nicht, wir könnten bleiben so lange wir wollten. Perfekte Voraussetzungen also für einen richtig entspannten Tag.

Nach dem Frühstück sassen wir lange draussen, genossen die Aussicht aufs Meer und bekamen Besuch von einer Katze, die wir kurzerhand zu unserer neuen Freundin erklärten. Natürlich musste sie auch etwas gefüttert werden – schliesslich pflegt man Freundschaften. Während wir so dasassen, beobachteten wir Fischerboote und Möwen und schrieben gemütlich Tagebuch. Irgendwann machte allerdings das Laptop schlapp – Strom weg. Also zog ich nach drinnen um und schrieben dort weiter, brav am Strom angeschlossen.

Zum Mittagessen gab es Teigwaren mit Tomatensauce, die wir draussen assen. Danach blieb ich noch etwas an der frischen Luft sitzen, während Cornelia zuerst draussen kurz einnickerte und den Mittagsschlaf dann drinnen professionell zu Ende brachte.

So gegen 14 Uhr hiess es dann langsam: aufbruchbereit machen. Wir füllten noch Frischwasser auf, entsorgten Grauwasser und Abfall und machten uns auf den Weg. Die Fahrt führte durchs Inland Richtung Olbia. Unterwegs gab es noch einen Tankstopp – sicher ist sicher.

Unser Navi (Garmin) hatte dann wieder eine seiner berühmten „Abkürzungen“ parat. Diese bestand aus einer Nebenstrasse mit ungefähr 7’000 Kurven. Landschaftlich wunderschön – fahrtechnisch eher ein kleines Fitnessprogramm für Arme und Nerven. Gerade Strecken waren offenbar nicht im Angebot.

Irgendwann war die Kurvenorgie vorbei und wir erreichten die Autobahn Richtung Olbia. Am Hafen kamen wir überraschend früh an, noch vor 17 Uhr. Spontan kam uns die Idee: Könnten wir nicht einfach heute Abend schon die Fähre nehmen? Kurz ausprobiert – und tatsächlich: Umbuchen möglich!

Also hiess es plötzlich: Planänderung! Statt morgen fahren wir schon heute Nacht zurück nach Livorno. Gründe gab es genug: Am Hafenplatz war es zwar schön, aber ungewöhnlich leer – sonst war hier immer viel los. Zudem wären wir morgen erst gegen 19 Uhr in Livorno angekommen, und im Dunkeln zum Stellplatz fahren ist nicht so unser Lieblingshobby. Ein weiterer Pluspunkt: Wir sind einen Tag früher zu Hause.

Damit stand fest: Sardinien verlassen wir heute ein paar Stunden früher als geplant.

Zum Nachtessen gab es Pizza aus dem Omnia – Camperluxus vom Feinsten. Gegen 19:30 Uhr machten wir uns dann auf den Weg zur Fähre. Nach etwa 15 Minuten Wartezeit durften wir an Bord fahren. Dieses Mal mussten wir nicht rückwärts einparken, sondern konnten hinten beim Wendebereich stehen bleiben. Ein bisschen schief vielleicht – aber das Meer ist ja auch nicht gerade.

Danach holten wir unsere Kabinenschlüssel und schauten kurz in die Kabine. Anschliessend setzten wir uns noch gemütlich in die Mitte des Schiffs zur Bar und gönnten uns ein Glas Wein.

Die Fähre legte pünktlich ab – sogar ein paar Minuten früher. Kurz darauf ging es für uns auch schon ins Bett. Ein entspannter Tag mit völlig unerwartetem Ende – und einem spontanen Abschied von Sardinien.

3. März 2026

 

Heute war erstaunlicherweise erst später Tagwache – zumindest für unsere Verhältnisse auf der Fähre. Erst gegen 6 Uhr wurden wir durch die freundlichen Lautsprecherdurchsagen geweckt, die einem mehr oder weniger subtil mitteilen: Aufstehen, wir sind bald da!

Also packten wir unsere Sachen zusammen und machten uns wieder auf den Weg zur Bar in der Mitte des Schiffes. Dort gönnten wir uns erst einmal einen Cappuccino – schliesslich braucht man eine würdige Einstimmung auf den Tag.

Kurz nach 7 Uhr waren wir bereits in Livorno. Das Verlassen der Fähre klappte problemlos und auch durch die Stadt kamen wir erstaunlich gut durch, sodass wir schnell auf der Autobahn waren. Danach hiess es: Kilometer sammeln Richtung Norden.

Die Fahrt war angenehm, das Wetter spielte mit und der Verkehr hielt sich in Grenzen. Ab und zu legten wir einen kurzen Stopp ein, um uns die Beine zu vertreten.

Bei Parma entschieden wir uns spontan für einen kleinen Shopping-Abstecher ins Fidenza Village Outlet. Unser Ziel war klar: der Nike Store – wir suchten noch ein Geschenk für unseren Sohn. Also parkten wir und machten uns auf zur Jagd durch die Läden.

Wir besuchten verschiedene Shops, schauten nach Rucksäcken und Kleidern und stöberten uns gemütlich durchs Village. Im Nike Store wurden wir tatsächlich fündig – zwar nicht genau das, was wir ursprünglich im Kopf hatten, aber definitiv etwas Passendes. Mission erfüllt!

Danach schlenderten wir noch weiter durch das Outlet. Kurz überlegten wir, noch in einen H&M in der Nähe zu gehen, entschieden uns dann aber doch dagegen. Irgendwann muss man ja auch wieder weiterfahren.

Also ging es zurück auf die Autobahn, an Mailand vorbei Richtung Schweiz. In Como machten wir noch einen kleinen Abstecher von der Autobahn zu einem Shoppingcenter – allerdings ohne Erfolg. Parkplätze für unser Wohnmobil waren dort offenbar so selten wie gerade Autobahnabkürzungen von Garmin. Also drehten wir wieder um und fuhren zurück auf die Autobahn.

Kurz darauf überquerten wir die Grenze in die Schweiz. Nach rund acht Wochen unterwegs fühlte sich das fast ein wenig surreal an: plötzlich wieder überall Coop, Migros und Schweizer Autokennzeichen.

Da wir heute doch ziemlich viele Kilometer gefahren waren, entschieden wir uns, noch eine Nacht in Locarno zu bleiben. Dort angekommen assen wir zuerst etwas und gönnten uns danach eine kleine Siesta am Nachmittag – absolut verdient.

Später machten wir uns zu Fuss auf den Weg Richtung See und weiter in die Stadt. Auf der Piazza setzten wir uns gemütlich hin und genossen einen Aperol Spritz und einen Cynar Spritz. Leider verabschiedete sich die Sonne irgendwann hinter den Häusern, sodass es etwas kühler wurde.

Also ging es weiter zum Shoppen – diesmal in den C&A. Cornelia wurde dort tatsächlich fündig und konnte erfolgreich zuschlagen.

Danach spazierten wir noch bis zum Bahnhof und liefen anschliessend gemütlich am See entlang zurück zum Wohnmobil. Dort angekommen liessen wir den Abend ruhig ausklingen.

Und während wir so im Wohnmobil sassen, war da schon eine schöne Vorfreude: Bald würden wir unsere Kinder wiedersehen.

4. März 2026

Heute waren wir erstaunlich früh wach – unser Zuhause rief offenbar ziemlich laut. Die Vorfreude, unsere Kinder bald wiederzusehen, wirkte besser als jeder Wecker. So waren wir bereits um 9 Uhr komplett abfahrbereit.

Die Ausfahrt vom Platz hatte allerdings noch eine kleine Besonderheit parat: Baustelle. Wir hatten am Morgen Bescheid gegeben, dass wir etwa um 9 Uhr losfahren möchten. Zum Glück wurde Wort gehalten und kein Bagger versperrte mehr den Weg. Die Ausfahrt war zwar… sagen wir mal unkonventionell, aber am Ende waren wir draussen. Mission erfolgreich.

Danach ging es wieder zurück auf die Autobahn. Zuvor stand allerdings noch ein Tankstopp auf dem Programm. Der Preis: stolze 1.99 pro Liter. Wir haben kurz gezögert, aber dann doch getankt. Im Nachhinein stellte sich heraus: In der Deutschschweiz lag der Preis später bei etwa 1.79. Sagen wir einfach… Timing ist manchmal eine Frage der Perspektive.

Die Fahrt Richtung Norden verlief dafür umso entspannter. Am Gotthardtunnel hatten wir unglaubliches Glück – kein Stau. Das fühlt sich fast an wie ein kleiner Lottogewinn auf vier Rädern.

Bei der Raststätte Neukirch machten wir noch einen letzten Halt vor zuhause. Dort stärkten wir uns mit einem Burger – schliesslich braucht man Energie für die letzten Kilometer und die grosse Heimkehr.

Dann ging es mit riesiger Vorfreude weiter Richtung zuhause. Nach acht Wochen unterwegs fühlte sich das schon etwas besonders an.

Bevor wir allerdings endgültig ankamen, hatte noch jemand einen kleinen Wellness-Stopp verdient: unser Wohnmobil. Es hatte uns in den letzten acht Wochen treu durch viele Kilometer, Kurven, Fähren und Abenteuer begleitet. Deshalb bekam es in Lyssach noch eine wohlverdiente Wäsche. Sauber und geschniegelt (okay, vielleicht nur sauber) ging es danach die letzten Kilometer nach Hause – mit grosser Freude, wieder bei unseren Kindern zu sein.

4. März – 11. März 2026

 

Nach unserer Ankunft zu Hause ging es traditionsgemäss als Erstes zu unserer Tochter. Kaum angekommen, hiess es: Sachen raus, Chaos rein – oder so ähnlich. Während wir also versuchten, unser Gepäck zu bändigen, war auch noch die GLB vor Ort und bastelte ein Muster an der Fassade. Wir setzten uns zwischendurch noch nach draussen, tranken etwas zusammen und genossen das schöne Wetter. Genau in diesem Moment kam auch unser Sohn nach Hause – perfektes Timing, als hätte er gewusst, dass gerade etwas zu trinken herumsteht.

Am Abend verwöhnte uns Nina mit einer feinen Lasagne. Mario und Leila waren ebenfalls dabei und so wurde aus dem Abend eine gemütliche Familienrunde mit viel Gelächter, gutem Essen und der Erkenntnis: Lasagne geht eigentlich immer.

Der Donnerstag stand ganz im Zeichen der Hausarbeit. Cornelia kämpfte tapfer mit der Wäsche, während ich mich dem Teich widmete, der sich inzwischen eher wie ein Wellnesshotel für Algen anfühlte. Nebenbei setzte ich noch das erste E-Bike zusammen.

Am Abend gingen wir mit Freunden noch in die Stadt zum Nachtessen. Sehr gemütlich – und vor allem schön.

Am Freitag war dann das zweite E-Bike dran. Offenbar hatte ich inzwischen den Titel „Chef-E-Bike-Monteur der Familie“ erhalten. Nebenbei ging der Kampf gegen die Teich-Algen weiter und im Garten wurde einmal gründlich nach dem Rechten geschaut. Am Nachmittag fuhr Cornelia zu ihrer Mutter in den Thurgau. Ich nutzte die Zeit, um die Wohnmobil-Garage umzubauen und die E-Bikes zu verstauen. Dank unseres genialen Befestigungssystems ging das ziemlich schnell – nur die Platten an der Decke mussten versetzt werden und die Schienen am Boden flogen raus. Ein kleines Fitnessprogramm inklusive.

Am Abend war dann wohlverdiente Entspannung angesagt: Luca und ich machten einen gemütlichen Fernsehabend – sehr produktiv, aber auf eine andere Art.

Am Samstag ging es zuerst noch kurz in den Jumbo – man weiss ja nie, welches Werkzeug das Leben plötzlich verlangt. Danach machte ich mich mit den Kindern und Leila auf den Weg in den Thurgau. Die Fahrt hatte allerdings einen kleinen Haken: Stau bei Härkingen, weil auf der Gegenfahrbahn ein Auto ausgebrannt war. Wir hatten also genug Zeit, über Gott und die Welt zu reden und die Geduld zu trainieren.

Im Thurgau angekommen wartete dafür die Belohnung: Zu Cornelias Geburtstag gab es Linzertorte, Meringue mit Schlagrahm und Guetzli. Kurz gesagt: Zucker in allen Varianten.

Am Abend gingen wir ins Restaurant Bissegger essen, zusammen mit Thomas und Lea. Danach schliefen wir bei Thomas zu Hause. Die Kinder und Leila übernachteten in Bottighofen – vermutlich mit deutlich weniger Schlaf als geplant.

Am Sonntag gab es dann einen herrlichen Brunch bei Thomas und Lea. Cornelia und ich holten noch schnell frische Brötchen, damit das Frühstück auch wirklich komplett war. Danach hiess es wieder Abschied nehmen und zurück nach Bern fahren. Allerdings nur kurz: Nach etwa einer Stunde ging es schon wieder weiter – zum Bahnhof Hindelbank und danach ins Wankdorf.

Dort stand Fussball auf dem Programm: YB gegen Thun. Alle waren dabei, auch Mario und Leila. Das Wetter war übrigens während unserer ganzen Zeit zu Hause einfach perfekt. Das Spiel war spannend und es machte richtig Spass, gemeinsam im Stadion zu sein. YB hat zwar verloren – aber da wir insgeheim auch ein bisschen Thun mögen, hielt sich die Tragödie in Grenzen.

Danach gingen Mario und Nina noch in die Stadt essen, während wir uns zu Hause auf den gemütlichen Teil des Abends konzentrierten – auch bekannt als „chillen“.

Am Montag ging es wieder an den Teich. Ein Schlauch musste ersetzt werden und die Filter wurden ebenfalls ausgetauscht. Eine Arbeit, die sich ungefähr so verhielt wie ein Überraschungsei: Man weiss nie genau, was noch alles dazukommt. Zwischendurch erledigte ich noch etwas Büroarbeit. Am Abend machte Cornelia ihre Nägel und wir liessen den Tag entspannt ausklingen.

Am Dienstag standen nochmals Gartenarbeiten und das Vorbereiten des Wohnmobils auf dem Programm. Bei Cornelia kam noch eine Freundin vorbei, während ich mich beim Coiffeur wieder in eine halbwegs anständige Version meiner selbst verwandeln liess. Am Abend gingen wir mit unseren Kindern ins Bädli essen – ein richtig schöner Familienabend.

Am Mittwoch hiess es dann packen und langsam Abschied nehmen. Luca führte am Mittag noch sein Auto vor. Kaum war er wieder zurück, machten auch wir uns auf den Weg. Zwischendurch gab es immer wieder schöne Familienmomente – drinnen oder draussen.

Das Abschiednehmen fiel nicht so schwer. Wir wissen, dass zu Hause alles in guten Händen ist. Und ausserdem: Spätestens im Frühling – oder ganz sicher im Sommer – sehen wir uns sowieso wieder.

Bis dahin bleiben viele schöne Erinnerungen … und ein Teich, der hoffentlich nicht schon wieder neue Algenideen entwickelt.

11. März 2026

 

Heute gegen 15 Uhr war es wieder so weit: Abschied nehmen und los geht der zweite Teil unserer Reise. Wohin genau? Nun ja… das wissen wir selbst noch nicht zu 100 %. Der grobe Plan lautet: Frankreich, Spanien und Portugal. Wie genau wir dorthin kommen, wird sich unterwegs zeigen – schliesslich wäre eine Reise ohne spontane Entscheidungen nur halb so spannend.

Die erste Etappe war eher unspektakulär und führte uns Richtung Gruyère. Dort gibt es auf dem Parkplatz P3 einen Stellplatz für Wohnmobile. Der Preis: stolze 30 Franken. Nicht gerade ein Schnäppchen, aber wie man so schön sagt – man gönnt sich ja sonst nichts.

Als wir ankamen, passierte nicht mehr allzu viel. Erst einmal wieder im Wohnmobil einleben – sozusagen der „Zurück-im-Camper-Modus“. Sachen sortieren, alles wieder an seinen Platz legen und sich daran erinnern, wo wir was verstaut haben.

Zum Nachtessen gab es heute ausnahmsweise etwas Kaltes. Danach setzten wir uns gemütlich hin und studierten unsere mögliche Reiseroute.

Der ursprüngliche Plan war eigentlich ziemlich klar: Richtung Paris fahren und dann über die Normandie und die Bretagne langsam nach Spanien weiterreisen. Klingt gut – nur leider hatte das Wetter andere Pläne. Der Norden Frankreichs zeigte sich gerade nicht besonders einladend: eher kühl und wenig vielversprechend.

Also beschlossen wir kurzerhand, dem schlechten Wetter einfach auszuweichen. Neuer Plan: Richtung Süden!

Wir werden nun am Mittelmeer entlangfahren – zuerst durch Südfrankreich, dann weiter nach Spanien und später nach Portugal. Sonne statt Pullover klingt eindeutig nach dem besseren Plan.

Den Abend liessen wir dann gemütlich ausklingen. Wir schauten noch ein bisschen YouTube und genossen es, wieder unterwegs zu sein – und natürlich wieder eine Nacht im Wohnmobil zu verbringen.

12. März 2026

 

Nach unserer ersten Nacht im Wohnmobil begann der Tag ganz standesgemäss: Frühstück im Camper. Kaffee, Brot, ein bisschen Aussicht – und das gute Gefühl, dass man zum Frühstück nur zwei Schritte bis zum Tisch hat. Camper-Luxus pur.

Danach machten wir uns auf den Weg ins kleine Städtchen bei Greyerz, das praktischerweise direkt oberhalb unseres Parkplatzes liegt. Der Weg nach oben dauerte etwa fünf Minuten. Also genau die richtige Länge, um sich sportlich zu fühlen, ohne wirklich ins Schwitzen zu kommen.

Oben angekommen erwartete uns ein richtig hübsches Städtchen: viele Restaurants, Hotels, kleine Läden und – besonders gefährlich – eine Chocolaterie. Zum Glück war es noch früh, sonst hätten wir wahrscheinlich schon beim ersten Laden zugeschlagen.

Wir schlenderten Richtung Schloss. Leider hatte das Schloss noch geschlossen. Offenbar sind wir einfach zu motivierte Früh-Touristen. Also nahmen wir einen schmalen Weg zur Kirche, spazierten durch einen kleinen Park und landeten wieder im Dorf.

Dort starteten wir Mission: Umwelt-Zertifikat für Frankreich ausdrucken. Unser erster Versuch fand in einem Hotel statt. Der Drucker dort war allerdings offenbar im Streik oder im Wellnessurlaub. Jedenfalls funktionierte es nicht. Also zogen wir unverrichteter Dinge wieder ab.

Zurück beim Wohnmobil genossen wir nochmals kurz die Aussicht. Das Städtchen liegt auf einem Hügel und man sieht wunderbar in die Berge – einige davon sogar noch frisch verschneit. Wirklich eine tolle Kulisse.

Wir fuhren dann ein paar hundert Meter weiter zur Schaukäserei. Und siehe da: Der Drucker dort war motiviert! Zertifikat ausgedruckt – Mission erfüllt.

Natürlich gingen wir dann auch gleich in die Ausstellung. Mit der Raiffeisenkarte sogar gratis – das fühlt sich immer besonders gut an. Man bekam eine Art Telefonhörer, mit dem man an verschiedenen Stationen Erklärungen hören konnte. Fast wie ein persönlicher Käse-Guide.

Das Highlight: Gerade als wir da waren, wurde ein riesiger Kessel geleert und der Käse in die Formen gepumpt. Quasi Live-Käse-Produktion. Man könnte sagen, wir haben die Geburt eines Gruyère miterlebt.

Im Laden wurde es dann gefährlich. Wir wollten eigentlich nur kurz schauen. Am Ende hatten wir eine neue Pfeffermühle, ein Fondue und ein kleines Glas für Limoncello oder ähnliche wichtige Flüssigkeiten gekauft. Man weiss ja nie, wann so etwas dringend gebraucht wird.

Danach ging es weiter nach Bulle. Der Plan war, beim Aldi zu parkieren. Aldi hatte allerdings andere Pläne. Also parkierten wir kurzerhand auf der anderen Strassenseite bei einem anderen Laden. Improvisation ist im Camperleben eine Kernkompetenz.

Wir liefen ins Coop und im Interdiscount wurde ein kleines Technikprojekt gestartet: Unser Plan ist es, das Streaming im Wohnmobil über eine Apple TV Box zum Fernseher zu bringen. Hightech im Camper – Hollywood kann kommen.

Im Coop kauften wir noch Brot und etwas Süsses. Zwei Dinge, die man im Leben immer brauchen kann.

Zurück beim Wohnmobil holte Cornelia noch schnell einen Burger, und dann ging es weiter Richtung Wallis. Die Strecke am Genfersee entlang ist einfach immer wieder schön – da fährt man gerne auch ein bisschen länger.

Schliesslich kamen wir gut in Saillon an. Das Erste, was wir dort machten: Mittagsschlaf. Eine extrem wichtige Disziplin beim Reisen. Man muss schliesslich Kräfte sammeln.

Am Nachmittag wurde gemütlich gechillt und die Aussicht auf die Walliser Berge genossen. Gegen Abend gingen wir ins Bad gleich nebenan.

An der Kasse erfuhren wir, dass der Eintritt 25 Minuten später pro Person 9 Franken günstiger gewesen wäre. Wir überlegten kurz. Sehr kurz. Dann entschieden wir: Unsere Geduld ist heute nicht im Sonderangebot. Also bezahlten wir den normalen Preis.

Das Bad war dafür wirklich super. Es gab mehrere Becken, viele Sprudel, Massagedüsen, einen kleinen Flusslauf und ein grosses Aussenbecken mit Wasserfällen. Kurz schauten wir auch ins Innenbecken, aber draussen war es einfach viel schöner.

Wir lagen im warmen Wasser und schauten auf die Berge. Zuerst in der Abendsonne, dann in der Dämmerung, als die Berge plötzlich rot leuchteten – ein richtig schöner Moment. Später wurde es dunkel und wir blieben einfach im warmen Wasser sitzen und genossen die Ruhe.

Bis etwa acht Uhr planschten wir uns durch die verschiedenen Becken. Danach ging es zurück ins Wohnmobil.

Dort wurde noch ein bisschen gechillt und eine Kleinigkeit gegessen. Ein perfekter Abschluss für den Tag.

Und wir stellten fest: So ein Badeabend ist wirklich etwas, das wir viel öfter machen sollten.

Am besten natürlich mit Aussicht auf Berge, warmem Wasser und einem Wohnmobil, das nur ein paar Schritte entfernt wartet.

13. März 2026

 

Der Tag begann mit einer strategisch wichtigen Frage: Simplon oder Grosser Sankt Bernhard?

Beide führen über die Alpen, beide sind schön – aber einer hat einen entscheidenden Nachteil: 50 Franken Maut.

Nach kurzer, intensiver Beratung (etwa 12 Sekunden) fiel die Entscheidung daher auf den Simplonpass. Landschaftlich schön, bekannt und vor allem: gratis. Schweizer Effizienz in Reinform.

Nach dem Frühstück starteten wir los. Schon bei der ersten Tankstelle gab es allerdings einen Zwischenstopp. Unser Wohnmobil fuhr sich nämlich etwas seltsam – ungefähr so komfortabel wie ein Einkaufswagen mit eckigen Rädern. Unsere erste Theorie war natürlich: die neuen E-Bikes sind schuld. Mehr Gewicht, andere Fahrdynamik, solche Dinge.

Die Wahrheit war deutlich einfacher: Der Luftdruck war viel zu hoch.

Also liessen wir etwas Luft ab und plötzlich fuhr sich alles wieder wunderbar. Manchmal sind die einfachsten Lösungen eben doch die besten.

Eigentlich hätten wir gut noch ein paar Tage im Wallis bleiben können. Aber das Wetter hatte heute ein überzeugendes Argument: Sonne und trockene Strassen auf dem Pass. Ab morgen soll es nämlich wieder schneien – und da wir mit Sommerreifen unterwegs sind, fanden wir: Heute wäre ein guter Moment, die Alpen zu überqueren, bevor uns der Winter wieder einholt.

Die Fahrt auf den Simplon verlief problemlos. Trockene Strasse, schöne Aussicht, entspannte Kurven. Oben auf dem Pass hielten wir natürlich an, machten ein paar Fotos und genossen die winterliche Schneelandschaft. Wunderschön – wenn auch etwas frisch. Die Temperaturen dort oben erinnerten uns freundlich daran, dass Frühling relativ ist.

Danach ging es wieder bergab Richtung Italien. Eine Baustelle zwang uns noch zu einer längeren Pause vor einem Rotlicht. Offenbar wollten auch andere Leute über die Alpen. Irgendwann sprang die Ampel aber auf Grün und wir rollten gemütlich weiter.

Und dann war es plötzlich wieder da: Italien.

Nach acht Wochen fühlt sich das tatsächlich ein bisschen an wie heimkommen. Die Strassenschilder, die Tankstellen, der Fahrstil der anderen Verkehrsteilnehmer – alles irgendwie vertraut.

Das Wetter wurde inzwischen leider etwas bewölkt, und ich hatte ein kleines Entscheidungsproblem: Stellplatzsuche.

Es gab nicht viele Optionen und irgendwie war bei jedem etwas, das mir nicht ganz gefiel. Zu eng, zu wenig Aussicht, zu nah an der Strasse – oder einfach kein gutes Gefühl.

Also beschlossen wir spontan, Richtung Lago d’Orta zu fahren. Kurz vorher hielten wir noch beim Lidl für einen kleinen Einkauf.

Danach entwickelten wir eine neue Strategie:

Plan A: Parkplatz am See

Plan B: Stellplatz

Wir fuhren zuerst zu Plan A – und Plan A war überraschend perfekt.

Die Zufahrt war zwar kurz etwas ausgewaschen, aber nur ein kleines Stück. Der Parkplatz war leer, leicht schief (Camper kennen das), aber mit wunderschöner Aussicht auf den See.

Also: Bleiben wir hier.

Kaum angekommen, wurden natürlich die E-Bikes ausgepackt. Ziel der kleinen Tour: Pella.

Der Weg dorthin bestand grösstenteils aus Kies, teilweise ziemlich schmal und nur selten aus Asphalt. Aber landschaftlich war die Strecke wirklich traumhaft. Zuerst durch den Wald, später direkt am See entlang. Viele Villen standen dort – und gefühlt wurde an jeder zweiten gerade gebaut oder renoviert.

Kurz vor Pella kamen wir übrigens am Stellplatz vorbei, der unsere Plan-B-Option gewesen wäre. Aber ehrlich gesagt: Unser Parkplatz gefiel uns besser.

In Pella machten wir ein paar Fotos. Im See liegt eine kleine Insel, die wirklich sehr hübsch ist. Auf der anderen Seite des Sees gibt es auch noch eine Halbinsel, die wir ursprünglich besuchen wollten. Aber von unserer Seite aus hätte man fast alles über die Hauptstrasse fahren müssen – nicht gerade ideal für eine gemütliche Velotour.

Dazu kam noch, dass das Wetter inzwischen ziemlich bewölkt war und auch nicht besonders warm. Also strichen wir den geplanten Apero in Pella und fuhren den gleichen Weg wieder zurück.

Zurück beim Wohnmobil wurden die Bikes wieder verstaut. Wir sind wirklich froh, dass wir sie dabei haben – auch wenn wir uns noch ein bisschen aneinander gewöhnen müssen. Neue Fahrräder und neue Fahrer brauchen offenbar eine kleine Kennenlernphase.

Am Abend machten wir dann doch noch unseren Apero – direkt am See.

Bei der kleinen Schiffsanlegestelle standen zwei Tische mit Bänken. Perfekt. Wir setzten uns hin, schauten auf das Wasser und genossen die ruhige Stimmung.

Solche Momente sind eigentlich das Beste am Reisen:

kein Programm, kein Stress – einfach sitzen, schauen und den See beobachten.

Später ging es zurück ins Wohnmobil. Dort liessen wir den Abend gemütlich ausklingen, mit etwas YouTube und Camper-Abendprogramm.

Fazit des Tages:

Alpenüberquerung geschafft, Italien wieder erreicht, eine Velotour gemacht und den perfekten Parkplatz gefunden.

Nicht schlecht für einen Tag, der ursprünglich nur mit einer Frage begann:

Simplon oder 50 Franken Maut?

14. März 2026 

 

Der Tag begann… nun ja… sehr nass.

Der Blick aus dem Fenster zeigte einen Himmel in verschiedenen Grautönen – von „leicht deprimierend“ bis „dramatisch trüb“. Der Wetterbericht bestätigte unsere Vermutung: Heute würde kein Postkartenwetter werden.

Nach dem Frühstück beschlossen wir trotzdem aufzubrechen. Unser Plan war einfach und klang eigentlich sehr gut: zurück ans Meer.

Bevor es losging, stand allerdings noch ein Tankstopp auf dem Programm. Danach wollten wir wieder gemütlich auf die Autobahn auffahren. Genau hier kam es zu einer kleinen, aber bemerkenswerten Meinungsverschiedenheit zwischen uns und dem Navi.

Das Navi wollte offenbar etwas ganz anderes als wir.

Oder wir etwas anderes als das Navi.

Oder niemand wusste so genau, was eigentlich los war.

Jedenfalls passierte das, was in solchen Momenten fast immer passiert:

Wir fuhren in die falsche Richtung auf die Autobahn.

Und weil wir uns in Italien befanden, kam die nächste Ausfahrt – selbstverständlich – erst ungefähr 10 Kilometer später. Dort konnten wir endlich wenden und die gleiche Strecke wieder zurückfahren.

Zeitverlust: etwa 30 Minuten.

Erfahrung: unbezahlbar.

Inzwischen hatte der Regen auch beschlossen, sich richtig ins Zeug zu legen. Es folgten viele Kilometer italienische Autobahn – mit grauem Himmel, gelegentlichen Regenschauern und viel Landwirtschaft links und rechts der Strasse.

Je näher wir der Küste kamen, desto dramatischer wurde das Wetter.

Plötzlich hatten wir Starkregen, kräftigen Wind und Baustellen – eine Kombination, die jeder Autofahrer liebt.

An dieser Stelle ein grosses Kompliment an Cornelia, die das Wohnmobil souverän durch diese Bedingungen steuerte.

Ich persönlich wäre wahrscheinlich mit ungefähr 30 km/h und eingeschaltetem Warnblinker unterwegs gewesen.

Bei einer Raststätte machten wir eine kurze Pause, bevor wir uns wieder in den Regen stürzten.

Irgendwann – nach vielen nassen Kilometern – erreichten wir schliesslich Savona und fuhren auf den Stellplatz. Rein geografisch standen wir perfekt: nur eine Strasse vom Meer entfernt.

Theoretisch also ein Traum.

Praktisch allerdings hatten wir ein kleines Problem:

Wir haben das Meer den ganzen Tag kein einziges Mal gesehen.

Der Regen hörte nämlich wirklich kein einziges Mal auf. Und nicht so ein bisschen Regen – nein, es war dieser richtig entschlossene Dauerregen, bei dem man schon beim Gedanken ans Rausgehen automatisch wieder die Tür schliesst.

Allein das Anschliessen an den Strom war eine kleine Expedition durch Starkregen und Pfützen. Danach waren wir uns einig: Heute bleiben wir einfach im Wohnmobil.

So viel und so intensiven Regen haben wir tatsächlich schon lange nicht mehr erlebt.

Also machten wir das Beste daraus:

Wir hielten ein Mittagsschläfchen, spielten ein bisschen und genossen einen gemütlichen Camper-Nachmittag.

Am Abend schaute ich noch Fussball: FC Thun gegen GC.

Das Lustige daran: Während bei uns der Regen herunterprasselte, spielten sie dort im Schneefall. Wettertechnisch also ein echtes Schweizer-italienisches Spezialprogramm.

Während draussen weiterhin literweise Wasser vom Himmel fiel, sass ich trocken im Wohnmobil, schaute das Spiel und schrieb unser Tagebuch.

Fazit des Tages:

Wir sind ans Meer gefahren, haben das Meer aber nicht gesehen.

Dafür haben wir sehr viel Regen gesehen.

Aber immerhin: im Wohnmobil blieb alles trocken. 

15. März 2026

 

Der heutige Morgen fiel im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Die ganze Nacht trommelte der Regen aufs Wohnmobildach, begleitet von einem Wind, der offenbar beschlossen hatte, ebenfalls nicht schlafen zu gehen. Irgendwann am Morgen gönnte uns das Wetter eine kleine Regenpause – vermutlich aus Mitleid – und diese nutzten wir sofort für einen ersten Erkundungsspaziergang. Schließlich mussten wir ja prüfen, ob Meer und Strand noch da sind.

Also marschierten wir ein Stück die Strandpromenade entlang. Das Meer präsentierte sich allerdings in einem eher ungewöhnlichen Braunton – offenbar hatten einige Flüsse beschlossen, heute ebenfalls ins Meer umzuziehen. Dazu lag der Containerhafen recht nah, sodass das Ganze eher nach „industriellem Küstenflair“ aussah als nach Postkartenstrand. Sagen wir mal so: Es gibt definitiv fotogenere Strandabschnitte.

Danach liefen wir quer durch die Stadt zu einem Supermarkt und deckten uns mit Wein und ein paar Lebensmitteln ein. Man muss schließlich Prioritäten setzen. Anschließend ging es zurück zum Wohnmobil, wo wir am Nachmittag unsere Bikes auspackten und Richtung Savona radelten. Zum Glück gab es einen ziemlich guten Fahrradweg – zumindest bis dorthin.

Ursprünglich wollten wir die Bikes irgendwo abstellen und zu Fuß in die Stadt gehen. Nach etwa drei Minuten Diskussion meldete sich jedoch unser Bauchgefühl und sagte sehr deutlich: „Vielleicht lieber nicht.“ Also hörten wir brav darauf und fuhren direkt in die Stadt hinein.

Dort entdeckten wir einen kleinen Markt, hauptsächlich mit Blumen. Sehr hübsch, sehr bunt und wahrscheinlich der fröhlichste Ort in der ganzen Umgebung. Außerdem gab es noch eine Burg zu sehen – und dann… na ja… war die Stadtbesichtigung auch schon fast abgeschlossen.

Also radelten wir wieder zurück und machten anschließend noch einen Spaziergang zu einem Action-Laden. So einen wollten wir schon lange einmal besuchen – und tatsächlich fanden wir dort Dinge, von denen wir bis heute nicht wussten, dass wir sie unbedingt brauchen. Ein sehr gefährlicher Ort.

Danach ging es noch in einen Supermarkt. Leider hatte dieser eine eher kreative Interpretation des Begriffs „Lebensmittel“, denn davon gab es dort erstaunlich wenige. Also marschierten wir weiter zu einem großen Einkaufszentrum, wo es zum Glück einen Coop gab.

Der Weg dorthin war allerdings navigations-technisch… sagen wir mal… ein kleines Abenteuer. Wir liefen einen recht großzügigen Umweg, den vermutlich niemand geplant hatte – außer vielleicht Google Maps im „Überraschungsmodus“.

Im Coop kauften wir schließlich noch ein paar Lebensmittel ein und machten uns danach auf den Rückweg durch das Städtchen. Interessanterweise war dieser Weg durch die Gassen fast schöner als der Spaziergang am Meer entlang.

Zurück im warmen Wohnmobil schauten wir noch etwas YouTube und genossen die gemütliche Wärme. Draußen war es nämlich immer noch ziemlich frisch und windig – also eher Wintermodus als Frühlingsstimmung.

16. März 2026

 

Heute vollbrachten wir eine echte Reise-Meisterleistung: Wir fuhren ganze 6 Kilometer zum nächsten Stellplatz. Ja, richtig gelesen. Sechs. Kilometer. Man könnte fast sagen, wir haben heute die Grenzen des mobilen Reisens neu definiert.

Bevor diese epische Fahrt starten konnte, standen jedoch noch wichtige Aufgaben an. Zuerst wurde das Grauwasser entsorgt – ein Moment, auf den man sich im Wohnmobilurlaub immer ganz besonders freut. Danach liessen wir auch noch das Frischwasser ab und füllten es wieder neu auf. Frischer geht es wirklich nicht.

Anschließend bezahlten wir die Stellplatzgebühr am Automaten und machten uns auf den Weg nach Merello. Unser Plan war eigentlich sehr ambitioniert: Wir wollten uns drei Stellplätze anschauen.

Die Realität sah allerdings so aus:

Beim ersten Platz blieben wir bereits stehen.

Der Stellplatz selbst war… sagen wir… funktional. Ein grosser Kiesplatz ohne jegliche Infrastruktur. Aber sobald man die Strasse überquerte, stand man an einem richtig schönen Strand. Und damit war die Entscheidung eigentlich gefallen.

Also beschlossen wir spontan: Hier bleiben wir.

Kaum geparkt, begann sofort das wichtigste Tagesprogramm:

Chill-Stühle raus, Richtung Strand marschieren und professionell entspannen.

Und genau das machten wir dann auch – praktisch den ganzen Tag bis am Abend.

Wir beobachteten das Meer, die Wellen und natürlich die Menschen. Einige besonders mutige Exemplare wagten sich sogar ins Meer, zumindest bis zur Hüfte. Andere waren mit Stand-Up-Paddles unterwegs. Es gab Fischer, Menschen mit Metalldetektoren auf Schatzsuche und natürlich auch einige – so wie wir – die einfach nur gemütlich in der Sonne sassen und das Leben beobachteten.

Ab und zu gingen wir kurz zurück zum Wohnmobil, um etwas Verpflegung zu holen. Ansonsten bestand der Tagesplan hauptsächlich aus Nichtstun auf sehr hohem Niveau.

Der Wind war allerdings zeitweise doch spürbar. Deshalb wechselte die Kleidung im Laufe des Tages mehrmals zwischen T-Shirt und dünnem Pullover.

Ich war meistens im Pullover unterwegs, während Cornelia deutlich härter im Nehmen war und meist einfach im T-Shirt blieb.

Kurze Hosen waren auf jeden Fall angebracht – bei Cornelia sogar ein Jupe. Frühling am Meer eben.

Am Abend gab es noch einen feinen Salat mit einer Bratwurst – ein würdiger Abschluss für einen Tag voller Anstrengung.

Jetzt bleibt nur noch eine spannende Frage offen:

Schaffen wir morgen mehr als 6 Kilometer? Die Erwartungen sind hoch.

 

17. März 2026 

 

Heute ging’s also weiter – oder sagen wir: ein weiterer Versuch, irgendwann mal Frankreich (geschweige denn Spanien) zu erreichen. Wenn wir allerdings weiterhin im Schneckentempo unterwegs sind wie gestern, kommen wir dort wohl pünktlich zur Pension an.

Zuerst erledigten wir die wirklich wichtigen Dinge des Lebens: Stellplatz bezahlen und die Wasserleitung tunen. Der Filter wurde kurzerhand entfernt – zack, plötzlich hatten wir wieder Wasserdruck wie eine italienische Espresso-Maschine. Läuft!

Der Plan war eigentlich ganz entspannt: gemütlich der Küste entlang bis Imperia. Tja… die Realität sah eher nach „Wohnmobil trifft Nadelöhr“ aus. Spätestens bis Finale Ligure wurde klar: Diese Strasse ist landschaftlich ein absoluter Traum – aber fahrtechnisch eher ein Albtraum. Kreuzen mit grösseren Fahrzeugen? Nur mit guten Nerven und etwas Glück. Dazu gefühlt mehr Höhenbeschränkungen als Parkplätze. Wohnmobile sind hier offenbar ungefähr so willkommen wie Regen im Strandurlaub.

Also: Rückzug! In Finale Ligure entschieden wir uns, wieder auf die Autobahn zu flüchten. Das Städtchen selbst war übrigens richtig hübsch – und natürlich gab es am Ende sogar einen grossen Parkplatz. Aber nein, wir blieben konsequent inkonsequent und fuhren weiter.

Auf der Autobahn ging’s dann entspannt bis Imperia, vorbei an Albenga – der heimlichen Blumenhauptstadt für alles, was später in der Schweiz in Vasen landet.

In Imperia angekommen begann dann das nächste Abenteuer: Die Schranke des Grauens.

Einfahrt? Theoretisch simpel. Praktisch… naja. Nach mehreren Telefonaten und leicht steigender Verzweiflung fanden wir heraus: Man muss GANZ nach vorne fahren, bis die Ampel rot wird, DANN anrufen – und dann öffnet sich die Schranke. Wir waren natürlich immer zu weit weg. Klassischer Anfängerfehler 😄

Endlich drin, suchten wir uns einen Platz, packten die Fahrräder aus und düsten los Richtung Promenade. Einen richtigen Veloweg? Fehlanzeige. Dafür eine Mischung aus „ganz okay“ und „bitte nicht jetzt sterben“-Strassen. Aber wir haben’s überlebt.

Am Hafen legten wir eine kleine Pause ein – mit Blick auf schicke Jachten, bei denen man sich kurz fragt, ob man nicht doch das falsche Hobby gewählt hat.

Danach ging’s hoch ins Stadtzentrum – natürlich auf einem Hügel. Google Maps war dabei eher ein grober Vorschlag als echte Hilfe, und mit dem Verkehr zusammen wurde es zur kleinen Orientierungs-Olympiade. Oben angekommen parkten wir die Velos und spazierten noch etwas durch die Gegend. Schön war’s, tolle Ausblicke inklusive – nur leider ziemlich ruhig. Fast schon verdächtig ruhig.

Zurück ging’s wieder per Velo, mit einem strategisch perfekten Zwischenstopp in einem kleinen Restaurant an der Promenade.

Cornelia entschied sich für Pasta mit Sauce, ich ging all-in mit Pasta, grünem Pesto, Kartoffeln und Bohnen – und ja: beides war absolut genial.

Danach noch ein kurzer Abstecher in den Supermarkt „Fudi“ (Name klingt ja sehr speziell, war aber wie ein normaler Supermarkt), ein paar Einkäufe erledigt und zurück zum Camper.

Der Rest des Tages? Premium-Entspannung:

Velos aufgeladen, mit den Kindern telefoniert, ein bisschen gespielt und den Abend gemütlich ausklingen lassen.

18.  März 2026

 

Der heutige Plan: sportlich, ambitioniert, fast schon olympiareif – mit den Velos bis nach Sanremo.

Der tatsächliche Verlauf:… nun ja 😄

Der Wetterbericht hatte uns noch grossartig versprochen: „Regen bis 10–11 Uhr, danach Sonne, gute Laune und vermutlich Rückenwind.“

Die Realität dachte sich: „Wie wäre es stattdessen mit Dauerregen, Wind und einer leichten Portion Frust?“

Also sassen wir am Morgen im Wohnmobil und machten das, was man bei schlechtem Wetter eben so macht: Büroarbeiten. Buchhaltung. Zahlen. Freude. (Also… na ja.)

Zum Glück wurde der Tag kulinarisch gerettet – ein Tomaten-Mozzarella-Salat zauberte zumindest ein bisschen italienisches Lebensgefühl auf den Tisch. Danach folgte die einzig logische Entscheidung: Mittagsschlaf. Bei dem Wetter praktisch Pflichtprogramm.

Als sich die Sonne dann endlich doch noch durchrang (vermutlich nach einem internen Meeting mit den Wolken), kam die grosse Frage:  Sanremo?   …nein.    Definitiv nein.

Stattdessen entschieden wir uns für die „light“-Version: eine Velotour Richtung Imperia.

Und das war ehrlich gesagt ein Volltreffer! 🚴‍♂️

Der Radweg führte über eine ehemalige Bahntrasse – also schön flach (sehr sympathisch) und super angenehm zu fahren. Highlight: beleuchtete Tunnel mit Musik! Man fährt also quasi durch eine Mischung aus Disco und Geheimgang.

Unterwegs entdeckten wir einen alten Bahnhof und Hinweise auf eine zukünftige Buslinie mit kleinen Elektrobussen – die standen sogar schon parat (im Gegensatz zu uns am Morgen) bereit.

Irgendwann stoppte uns ein gesperrter Tunnel – Ende Gelände. Also Plan B: ab zum Hafen.

Ein bisschen Strasse, ein bisschen Radweg, viel Meerblick – passt.

Am Hafen dann das volle Programm: 2 grosse Yachten und viele Fischerboote.

Auf dem Weg fiel uns ein hübsches Lokal auf. Und wir dachten uns:

Sport ist wichtig… aber ein Cappuccino und ein Aperol Spritz sind wichtiger. 🍹

Später ging’s noch an der Firma Agnesi vorbei – quasi ein heiliger Ort für Kohlenhydratliebhaber.

Dann der nächste kulinarische Zwischenstopp: Bäckerei.

Das Brot sah fantastisch aus… stellte sich aber später als kleiner Blender heraus. Innen eher so: „Ich war mal frisch.“

Und als wäre das nicht genug, lauerte auf dem Rückweg auch noch ein Burgerladen direkt an der Strecke.

Wir hatten keine Chance.   Wirklich keine.

Also sassen wir wenig später auf einer Bank an der Strandpromenade und genossen Burger und Pommes – völlig verdient nach dieser sportlichen Höchstleistung.

Zurück im Wohnmobil: entspannen, Beine hoch, stolz, dass wir doch noch unterwegs waren und als krönenden Abschluss: Erdbeeren. 🍓

Fazit des Tages:  Sanremo läuft nicht weg.

19. März 2026 

 

Heute sah es tatsächlich so aus, als würde unser genialer Plan aufgehen: Mit dem Fahrrad nach Sanremo! Und siehe da – schon am Morgen strahlte die Sonne, als hätte sie persönlich beschlossen, uns zu unterstützen. Die Velos wurden geladen und gegen 10:30 Uhr ging’s los.

Der Veloweg? Ein Traum! So gut ausgebaut, dass man fast vergisst, dass man sich sportlich betätigt. Immer wieder standen am Rand Bänke – vermutlich extra für Menschen wie mich, die regelmässig daran erinnert werden müssen, dass sie keine Tour-de-France-Profis sind.

Dann kamen die Tunnels. Kleine, grosse – und einer so riesig, dass ich kurz dachte, wir fahren gleich in ein Paralleluniversum. Vermutlich waren da früher mal zwei Geleise drin. Heute: zwei leicht keuchende Velofahrer.

Unterwegs ging’s durch hübsche Dörfer, meist etwas oberhalb vom Meer, sehr schön. In Prai wurde es dann kurz abenteuerlich: Brücke im Bau, also ab auf die Hauptstrasse. Weil wir ja mutig sind (oder naiv), versuchten wir eine Abkürzung. Ergebnis: wunderschöne Schnittblumenfelder (ich schwöre, ich habe mindestens 300 Ranunkeln gesehen!) und… eine Sackgasse. Endgegner: ein bellender Hund. Rückzug!

Weiter ging’s bis nach Sanremo – begleitet von Rennvelofahrern, die an uns vorbeizischten, als hätten sie Rückenwind aus einem anderen Planeten. Ich hingegen war schon stolz, wenn ich geradeaus fahren konnte.

In Sanremo dann die nächste Baustelle beim alten Bahnhof. Das war unser Zeichen: genug Abenteuer für heute. Also kehrten wir um – natürlich nicht ohne vorher ein Restaurant anzusteuern, das Cornelia ausgesucht hatte. Tja… sagen wir so: Es hatte Parkplatz, aber keine Aussicht. Und wenn schon Kalorien, dann bitte mit Meerblick! Also wieder zurück.

Am Hafen wurden die Velos parkiert und wir gingen auf Entdeckungstour. Eine Pizzeria wurde gefunden (Gott sei Dank!) – Cornelia nahm Pizza mit Thon, ich eine Napoli. Beide: absolut verdient.

Danach spazierten wir weiter zur Villa Angerer, am Casino vorbei und durch die grosse Einkaufsstrasse bis in die Altstadt La Pigna. Ein Labyrinth aus kleinen Gassen, Läden und Gewölben – sehr charmant und ideal, um kurz zu vergessen, dass man später wieder aufs Velo muss.

Zurück am Hafen deckten wir uns noch mit Getränken ein und machten uns auf den Rückweg. Und dann… der Wind. Natürlich Gegenwind. Natürlich stärker als am Morgen. Natürlich genau dann, wenn meine Beine bereits Protest eingelegt hatten. Also: mehr Unterstützung (technisch und mental 😅).

Unterwegs gab’s immer wieder Pausen – offiziell wegen der schönen Aussicht, inoffiziell wegen meines Sitzbereichs, der sich langsam wie ein schlecht behandeltes Experiment anfühlte.

In Riva Ligure machten wir noch einen Abstecher ins Zentrum. Die Promenade: Baustelle. Die Kirche: hübsch. Die Bank: mein bester Freund. Getränke wurden konsumiert, Lebenswillen wiederhergestellt.

Dann der Endspurt zurück zum Stellplatz. Velos laden, Wasser auffüllen, hinsetzen… oder besser gesagt: versuchen, sich hinzusetzen, ohne laut aufzuschreien. 47 Kilometer sind für meinen Hintern offenbar ein völlig neues Konzept. Ich bin ziemlich sicher, morgen werde ich dies auf jeden Fall weiter spüren.

Zum Abschluss des Tages: ein bisschen spielen, ein YouTube-Video schauen – und die stille Hoffnung, dass mein Körper mir diese Aktion irgendwann verzeiht.

Fazit des Tages:

Die Strecke war wunderschön.

Sanremo lohnt sich.

Und mein Hintern… braucht dringend Training. 😄

20. März 2026

 

Der Tag begann ganz entspannt – also natürlich mit einer kleinen, völlig harmlosen Diskussion 😄 Gleich am Morgen stand die große Frage im Raum, ob wir auf einen Campingplatz bei Nizza fahren und von dort aus nochmal Monaco, Nizza und Cannes besuchen sollen. Nach kurzem Hin und Her (rein theoretisch natürlich ganz sachlich 😉) wurde uns klar: haben wir alles schon gesehen. Also Planänderung! Statt Glamour, Luxus und vielen Menschen lieber etwas mehr Natur, Meer und Ruhe. Ziel: die Gegend rund um Saint-Tropez.

Also ging es über die Autobahn Richtung Frankreich. Und plötzlich fühlte sich alles ein bisschen wie ein neues Level an – andere Verkehrsschilder, andere Farben, irgendwie alles leicht ungewohnt. Man merkt eben: erst das zweite Land unserer Auszeit, wir sind noch in der Entdeckungsphase 😄 Bei Nizza gab es dann einen kleinen Schreckmoment: auf der Gegenfahrbahn ein riesiger Stau und mittendrin ein ausgebranntes Auto. Unser Gedanke dazu war ziemlich einstimmig: „Wow… und zum Glück nicht wir!“

Danach ging es gemütlich weiter über die Landstraße Richtung Sainte-Maxime, wo natürlich der obligatorische Stopp bei Carrefour nicht fehlen durfte – denn egal wie schön die Landschaft ist, ohne Essen funktioniert das Ganze einfach nicht 😄 Nebenbei kam noch ein kleiner Nostalgie-Moment auf, weil wir dort schon einmal mit meinen Eltern waren.

Am Stellplatz angekommen wurden erstmal die Stühle ausgepackt und es ging direkt Richtung Strand. Der Weg dorthin führte über schöne Holzstege – alles ganz idyllisch. Doch dann kam plötzlich DAS Highlight des Tages: Unter einer Brücke im Fluss standen einfach Wildschweine. Und zwar nicht irgendwo weit weg, sondern richtig nah, ganz entspannt im Wasser und auf Futtersuche, als wäre das ihr persönliches Buffet. Nachdem wir in den letzten Wochen in Italien schon öfter Spuren gesehen hatten, aber nie ein Tier, war das endlich der große Moment. Ganz klar: Tageshighlight 🐗

Danach haben wir es uns trotzdem noch am Strand gemütlich gemacht, die Stühle aufgestellt und das Meer genossen. Wobei „genossen“ leicht optimistisch formuliert ist, denn der Wind hatte andere Pläne. Kurze Hose und Jacke war dann so eine Mischung aus „Ich will Sommer“ und „Ich hätte doch mehr anziehen sollen“ 😄 Nach einer frischen Portion Meeresluft ging es wieder zurück zum Wohnmobil, die Wildschweine waren inzwischen übrigens ein Stück weitergezogen – wahrscheinlich auf der Suche nach dem nächsten Snack.

Am Abend gab es dann Kartoffeln mit Apfel und Fenchel-Bratwurst – kulinarisch irgendwo zwischen Campingküche und Feinschmeckerexperiment 😄 Danach wurde noch entspannt gechillt und der Tag ruhig beendet. Morgen steht dann Saint-Tropez auf dem Plan – aber ganz ehrlich: Die Wildschweine haben heute die Messlatte schon ziemlich hoch gelegt. 🐗🌊

21.  März 2026 

 

Der Plan des Tages: Mit den Velos nach Saint-Tropez.

Also: Velos parat machen, aufladen und los ging’s! Anfangs durften wir noch gemütlich über Feldwege rollen – fast schon Postkarten-Feeling. Leider hielt diese Idylle ungefähr so lange wie ein Croissant beim Frühstück. Danach: Hauptstrasse. Immerhin mit einem luxuriösen, etwa einen Meter breiten Randstreifen – quasi die Autobahn der Velofahrer. Mal rauf, mal runter, die Oberschenkel haben sich jedenfalls gemeldet.

Unterwegs kam die grosse strategische Entscheidung: “Bleiben wir auf der Hauptstrasse?” – “Ja klar, was soll schon passieren?” (Spoiler: Verkehr. Viel Verkehr.) Trotzdem fanden wir erstaunlich gut den Weg bis fast ins Zentrum. Parkiert wurde stilecht bei der Gendarmerie Nationale – und ja, genau DIE aus den legendären Filmen mit Louis de Funès. Kurz fühlten wir uns wie Statisten.

Dann ab Richtung Hafen. Wir waren ja schon ein paar Mal hier… und diesmal… naja… sagen wir: Die Yachten haben uns nicht mehr vom Hocker gehauen. Vielleicht sind wir verwöhnt von Imperia und Sanremo – da schwimmen gefühlt schwimmende Villen rum. Hier eher: hübsch, aber kein “WOW”. Und die Häuser? Früher irgendwie bunter. Entweder sind die Farben verblasst… oder unsere Erinnerung hat einen Instagram-Filter drauf.

Also Plan B: Ab in die kleinen Gassen. Und zack – da war es wieder, dieses charmante, verwinkelte Saint-Tropez. Da sind wir dann auch fröhlich ein bisschen ziellos herumgeschlendert. (Die beste Art von Sightseeing, wenn man ehrlich ist.)

Mittagessen am Hafen? Kurz überlegt… dann Preise gesehen… dann Menschenmengen gesehen… dann einstimmig beschlossen: Nein. Stattdessen Bäckerei-Deluxe! Eingekauft, ab an den Hafen gesetzt und unser Gourmet-Picknick genossen. Ehrlich gesagt: mindestens genauso gut, nur mit besserem Preis-Leistungs-Verhältnis 😄

Wetter? So halb motiviert. Mal Sonne, mal Wolken – ein bisschen wie wir auf den Steigungen.

Zurück ging’s dann auf alternativer Route – weil wir ja abenteuerlustig sind. Erst durch Saint-Tropez, dann wieder Richtung Hauptstrasse, aber plötzlich: Schild Richtung Strand von Ramatuelle. Klar, nehmen wir! Am Ende wartete sogar eine kleine Bar – perfekter Ort für ein wohlverdientes Apéro. Timing: ausgezeichnet.

Danach wurde es… sagen wir… kreativ. Mal über Holzstege, mal durch Ferienanlagen, mal schiebend durch Sand (Velofahren Deluxe-Level). Ein bisschen wie ein Hindernisparcours, nur ohne Medaille am Ende. Irgendwann mussten wir kapitulieren und zurück auf die Hauptstrasse – Abenteuer gut, Orientierung besser.

Zurück über Feldwege, noch ein kurzer Zwischenstopp bei ein paar Eseln (die uns vermutlich für komplett verrückt hielten), und dann: Heimathafen Stellplatz.

Aber fertig? Natürlich nicht. Noch schnell mit Stühlen an den Strand – diesmal in der Kollektion “Frühling trifft Winter”: lange Hose und Jacke. Leider blieb es eher frisch, also nach etwa 30 Minuten wieder Rückzug. Beim Wohnmobil war’s windstill und plötzlich richtig gemütlich – manchmal ist Luxus einfach kein Wind.

Abends dann Highlife: Netflix und ein kreativer Restesalat. Kulinarisch vielleicht kein Michelin-Stern, aber definitiv 5 Sterne für Effizienz. 😄

22.  März 2026 

 

Morgens aufgewacht und erstmal: Überraschung! Trocken! Kein Regen! Der Wetterbericht so: “Ich hätte da noch eine Überraschung für euch…” – aber wir nahmen das Geschenk dankend an. Also schnell alles zusammengepackt und los, gleiche Strecke zurück Richtung Autobahn.

Wieder vorbei an Sainte-Maxime und diesen endlosen Weingütern – man fühlt sich fast ein bisschen edel, wenn man da durchfährt, auch wenn man nur mit dem Wohnmobil vorbeischleicht. In Sainte-Maxime dann kurz Herzflattern: Die Uferpromenade sah SO schön aus, dass wir ernsthaft überlegten, noch eine Nacht zu bleiben. Stellplatz direkt gegenüber einer Burgerkette – also quasi perfekte Infrastruktur 😄

Aber dann kam die Stimme der Vernunft (oder des Wetterberichts): “Regen kommt!” Also entschieden wir uns schweren Herzens fürs Weiterfahren. Rückblickend: gute Entscheidung… leider.

Kaum auf der Autobahn, kam uns der Regen entgegen. Oder wir ihm. Schwer zu sagen – auf jeden Fall: nass. Sehr nass. Die Strecke führte oberhalb von Toulon und Marseille vorbei – landschaftlich bestimmt toll… wenn man mehr gesehen hätte als Wasserstreifen auf der Windschutzscheibe.

Zwischenstopp in Les Pennes-Mirabeau zum Tanken. Preis: 2.09. Kurzer Moment der Stille an der Zapfsäule… dann weiter, bevor wir anfangen zu weinen.

Zurück ans Meer nach Carro. Beim Stellplatz erstmal kleiner Dämpfer: Die begehrten Plätze direkt am Meer? Alle weg. Komplett. Ende Gelände. Also Plan B: Seitenreihe. Auch okay… dachten wir.

Und dann – wie in einem schlechten Film mit Happy End – nach ein paar Minuten: EIN Platz vorne wird frei! Oder wir waren einfach blind vorher. Egal. Schnell zugeschlagen! Zack – erste Reihe, Meerblick, eingerahmt von einer ganzen Armada an Wohnmobilen. Fast wie eine Wagenburg mit Ozeanblick.

Erste Amtshandlung: Aufwärmen. Es gab warme Teigwaren – Gourmetküche trifft “Hauptsache warm und viel davon”. Perfekt.

Der Rest des Tages: Regen. Viel Regen. Dazu Wind, der versucht hat, uns vom Stellplatz zu pusten. Rausgehen? Nur für Mutige. Wir gehörten heute nicht dazu.

Dabei sah das kleine Städtchen echt hübsch aus bei der Durchfahrt – aber bei dem Wetter blieb es beim “Vielleicht morgen”. Dafür gab’s ein anderes Highlight: Trotz Regen, Wind und gefühltem Weltuntergang waren den ganzen Nachmittag Surfer draussen. Wahrscheinlich dachten die sich: “Endlich gutes Wetter!” 🏄‍♂️

Also wurde umdisponiert: Tagebuch schreiben ✔️ Fussball schauen (YB gegen Lugano – natürlich hochdramatisch kommentiert vom Sofa aus) ✔️ Chillen auf Profi-Niveau ✔️

Fazit: Ein klassischer “Wir wollten mehr erleben, aber das Wetter hatte andere Pläne”-Tag. Aber hey – erste Reihe am Meer, warme Pasta und ein bisschen Fussball… gibt definitiv schlechtere Tage.

Und morgen? Da soll’s ja wieder besser werden. (Wir bleiben vorsichtig optimistisch 😄)

 

23. März 2026

 

Heute zeigte sich das Wetter endlich wieder von seiner besseren Seite – nach dem gestrigen Dauerregen aber auch keine allzu grosse Herausforderung.

Unser Plan: mit den Velos nach Martigues.

Doch bevor wir uns sportlich betätigten, drehten wir noch eine gemütliche Runde zu Fuss, durchs Dorf. Cornelia war schon früh unterwegs und hatte beim Bäcker unser Frühstück organisiert – ein Service, den ich natürlich sehr zu schätzen wusste.

Zu zweit machten wir uns dann nochmals auf den Weg und schauten beim Fischmarkt vorbei. Naja… sagen wir so: Die Auswahl war überschaubar. Ein einzelner Stand hatte geöffnet, und die präsentierten Fische sahen eher aus wie Kandidaten für ein Gruselkabinett als für unseren Teller. Besonders diese flachen Dinger – vermutlich Seeteufel – überzeugten uns kulinarisch überhaupt nicht.

Also schnell weiter: noch ein kurzer Abstecher zum Bäcker und in den Supermarkt, bevor wir zurück ans Meer schlenderten. Von dort ging es dem Wasser entlang zurück zum Wohnmobil – immer eine gute Entscheidung.

Dann wurde es ernst: Velos startklar machen und los! Der erste Abschnitt führte wunderschön dem Meer entlang – genau so stellt man sich das vor. Später änderte sich die Kulisse jedoch deutlich, als wir an der riesigen Petroineos Raffinerievorbeikamen. Beeindruckend? Ja. Romantisch? Eher nicht. Lärm, Industrie und ein reger Verkehr von Tanklastwagen begleiteten uns eine ganze Weile.

In der Nähe von Martigues wurde es dann wieder etwas idyllischer. Unsere Route führte entlang eines Flusses, wo zahlreiche Fischer ihr Glück versuchten. Weniger Glück hatten wir bei der Parkplatzsuche für unsere Velos – wir drehten ein paar Ehrenrunden, bis wir schliesslich etwas ausserhalb fündig wurden.

Zu Fuss ging’s dann ins Zentrum: eine Kirche, hübsche Gassen, viele Boote in den Kanälen – wirklich charmant. Allerdings zeigte sich schnell: Verlässt man die Postkarten-Ecken, wird’s deutlich weniger spektakulär.

Fürs kulinarische Highlight sorgte dann… der Supermarkt 😄

Sandwich gekauft, auf einer Bank in der Nähe der Velos gegessen – manchmal sind es genau diese einfachen Momente.

Der Rückweg verlief grösstenteils auf derselben Strecke. Unterwegs gönnten wir uns noch eine Pause auf einer Bank mit Meerblick – definitiv einer dieser „einfach sitzen und schauen“-Momente.

Zurück beim Wohnmobil hiess es dann: Stühle raus, Aussicht an, geniessen. Vor uns das Meer, dazu immer wieder vorbeiziehende Öl- und Containerschiffe – und sogar etwas Militär war unterwegs. Ob Zufall oder aktuelle Lage? Keine Ahnung, aber auffällig war es schon.

Besonders nett wurde es dann noch durch ein längeres Gespräch mit Freiburgern – solche Begegnungen machen Reisen einfach noch schöner.

Am Abend spazierten wir nochmals ins Dorf, kauften beim Bäcker zwei Quiches (eine sehr gute Entscheidung) und machten noch einen kurzen Abstecher in einen kleinen Supermarkt.

Den Sonnenuntergang betrachteten wir dann allerdings lieber drinnen – so warm war es dann doch nicht mehr.

Und zum Tagesabschluss: Netflix. Auch ein Klassiker auf Reisen.

24. März 2026

 

Heute hiess es eigentlich: weiterfahren. Aber wie so oft wurde daraus erstmal: noch ein bisschen bleiben.

Der Stellplatz direkt am Meer war einfach zu gut – erste Reihe, unverbauter Blick, quasi Logenplatz. Da fährt man nicht einfach hektisch weg, da zelebriert man den Morgen.

Also: Kaffee draussen. Endlich!

Mit Meerblick schmeckt der gleich doppelt so gut – wissenschaftlich nicht bewiesen, aber für uns eindeutig bestätigt.

Während wir gemütlich auf unseren Stühlen sassen und aufs Meer starrten (hochkonzentriert natürlich), war Cornelia bereits wieder im sozialen Einsatz und führte einen ausgedehnten Schwatz mit unserer deutschen Nachbarin.

Ich hingegen übernahm die glamouröse Aufgabe: Innenreinigung des Wohnmobils. Auch jemand muss die wichtigen Dinge tun.

Danach holten wir uns noch Tipps von den Freiburgern – mittlerweile unsere inoffiziellen Reiseberater. Gefühlt kennen sie jeden Stein in der Gegend persönlich.

Gegen 12 Uhr hiess es dann aber wirklich: los!

Grauwasser entsorgen, Frischwasser auffüllen – die ganz grossen Abenteuer des Camperlebens.

Unser Ziel: der legendäre Strand von Plage de Piémanson.

Kurz davor stellte sich uns jedoch noch ein kleines Detail in den Weg: die Rhône.

Aber kein Problem – wir nahmen einfach die Fähre.

Auf der anderen Seite angekommen, schauten wir uns zuerst den Stellplatz an. Urteil: eher klein, eher na ja.

Also weiter zum Strand, mit dem Wohnmobil, denn 25 km mit dem Velo? Heute eher nicht. Wir sind ja nicht im Trainingslager.

Die Fahrt dorthin war allerdings ziemlich cool: vorbei an riesigen Salzfeldern, entlang der Rhône, die hier ganz lässig ins Meer fliesst. Gegen Ende wurde die Strasse etwas… sagen wir mal „intimer“, aber mit wenig Verkehr absolut machbar.

Am Strand angekommen: erstmal schauen.

Riesige Sandfläche, auf die man sogar hätte drauffahren können. Theoretisch.

Praktisch dachten wir uns: „Das sieht zwar fest aus… aber das dachten andere wahrscheinlich auch.“

Also liessen wir es bleiben. Ein paar Wohnmobile standen bereits dort, aber irgendwie… hat es uns nicht so richtig gepackt.

Der Strand war gross, ja. Aber so ein bisschen… auch naja.

Dafür gab’s dahinter schöne ehemalige Salzfelder – und irgendwo ganz weit weg: Flamingos.

Sehr weit weg. So weit, dass man sich nicht ganz sicher war, ob es Flamingos oder einfach rosa Punkte waren.

Wir spazierten ein Stück am Strand entlang und kehrten dann zum Wohnmobil zurück.

Auf dem Rückweg noch ein Fotostopp – Ergebnis: schöne Fotos von Landschaft, Flamingos weiterhin eher Gerücht.

Ein Highlight waren dann noch die Salzfelder mit einem riesigen Salzberg.

Da standen wir kurz und dachten uns: „Das ist jetzt also wirklich einfach ein Haufen Salz. Beeindruckend… irgendwie.“

Zurück beim Stellplatz im Dorf folgte die entscheidende Frage: Bleiben oder weiterziehen?

Antwort: weiterziehen.

Der Strand war nett, aber eben nicht „Hier bleiben wir für immer“-nett. Also ging’s weiter nach Saintes-Maries-de-la-Mer.

Die Strecke führte gemütlich über Landstrassen, etwas am Rand der Camargue entlang – viel Natur, viel Weite, wenig Stress.

Am neuen Stellplatz angekommen, machten wir noch einen kurzen Abstecher an den Strand.

Danach: Reissalat kochen (Chefkoch-Level: Camping Edition) und einfach noch ein bisschen chillen.

 

 25. März 2026

 

Der Plan war glasklar: Velos schnappen und ab in die Camargue. Was wir nicht bestellt hatten: Nebel. Und zwar so richtig. Offenbar wollte uns der Morgen erstmal testen – vielleicht so eine Art „Seid ihr euch wirklich sicher mit diesem Outdoor-Plan?“

Zusätzlich gab’s noch eine kleine Überraschung: Die Stellplatzgebühr wurde heute persönlich einkassiert. Live und in Farbe. Ein Gemeindemitarbeiter auf einem so grossem Platz – das hatten wir eher selten. Einige waren offenbar schneller und haben sich frühzeitig vom Acker gemacht… wir hingegen brav wie immer 😄

Zum Glück hatte die Sonne dann doch noch ein Einsehen und kämpfte sich durch. Nach dem Frühstück konnten wir sogar draussen sitzen, während unsere Velos ein kleines Energie-Upgrade bekamen. Perfektes Timing – dann ging’s los!

Das Städtchen war klein, aber richtig charmant. Und dann: eine Stierkampfarena. Aha?! Ich war kurz irritiert – aber hier läuft das Ganze etwas anders. Beim Camargue-Rennen bleiben die Stiere am Leben (Puh!). Stattdessen geht’s darum, ihnen geschmückte Trophäen abzujagen. Klingt immer noch sportlich… aber deutlich weniger dramatisch.

Dann raus in die Natur: links das Sumpfgebiet, rechts Dünen und Meer – schon ziemlich spektakulär. Und die ersten Bewohner liessen auch nicht lange auf sich warten: Vögel in allen Formen und Grössen… und natürlich Flamingos!

Unser Versuch, uns elegant an eine Flamingo-Gruppe heranzuschleichen, endete ungefähr so elegant wie ein Elefant im Porzellanladen. Die haben uns sofort durchschaut. Respekt.

Der Weg war top – mit kleinen Herausforderungen in Form von Pfützen. Mal Slalom, mal „Augen zu und durch“. Natürlich gab’s immer wieder Stopps, weil ständig irgendwas Spannendes zu sehen war. Highlight: Flamingos im Flug. Wirklich wow.

In den Dünen wurde es dann sandig… sehr sandig. Also: absteigen und schieben. Fitnessprogramm inklusive. Ziel war der Leuchtturm – den haben wir auch erreicht. Der letzte Kilometer dahin war allerdings eher „Abenteuerstrecke“ (sprich: zerfallener Betonweg).

Kurze Pause, dann die Entscheidung: umdrehen. Der Wind hatte inzwischen beschlossen, sich aktiv gegen uns zu stellen. Und zwar mit voller Kraft. Rückweg = Gegenwind 💨

Unterwegs noch ein paar Action-Videos durch Pfützen (für die Nachwelt!) und ein Trinkstopp bei den Dünen. Danach der Versuch: Fahrt bis ans Meer über den breiten Strand. Ich: geschafft 💪 Cornelia: Team Kamera 🎥 (auch sehr wichtig!)

Der Strand war richtig ursprünglich – grosse Muscheln, kaum Spuren… ausser von Pferden. Und tatsächlich: mehrere Reitergruppen waren hier unterwegs, eine machte sogar Pause ganz in unserer Nähe. Fast schon Filmkulisse.

Zurück in Saintes-Maries-de-la-Mer dann Mission: Muscheln essen!

Lokal gefunden, bestellt, gespannt gewartet… Ergebnis: gut, aber noch Luft nach oben. Und leider eher „lauwarm“ statt „heiss geliebt“. Ich habe mich tapfer durch die Muscheln gearbeitet, während Cornelia strategisch den Salat übernahm 😄

Fazit: Wir müssen das nochmal testen – da geht noch mehr!

Danach noch ein gemütlicher Stadtbummel. Die kleine Einkaufsgasse war plötzlich voller Leben – viele Leute, viele offene Läden… wir waren kurz etwas überrumpelt, wo die alle herkamen.

Kirche angeschaut, durch Gassen geschlendert, nochmal zur Arena (diesmal leider zu – Timing ist alles…), dann noch zwei Supermärkte geplündert.

Zurück beim Wohnmobil wurde das Wetter plötzlich ziemlich ungemütlich – also zackig Velos verstaut und rein in die gute Stube.

Abendprogramm: Tagebuch schreiben, Spiele, Kartoffelstock (sehr solide Wahl!) und ein bisschen Netflix zum Ausklang.

26. März 2026 

 

Eigentlich war der Plan heute ziemlich klar: zweite Velotour, Ornithologischer Park anschauen und dann noch ein bisschen tiefer in die Camargue hineinfahren. Ein richtig schöner, aktiver Tag also. Tja… der Wind hatte offenbar seinen eigenen Tagesplan. Und der sah ungefähr so aus: „Ihr bleibt sicher nicht freiwillig lange auf dem Velo sitzen.“ Es war nämlich nicht einfach nur windig, sondern so richtig unangenehm böig – dieser Typ Wind, der einem ins Gesicht lacht, während er einem gleichzeitig jede Motivation aus den Beinen saugt. Nach kurzer, sehr überzeugender Demonstration entschieden wir: Nein danke.

Also Planänderung. Weg vom Meer, rein ins Landesinnere. Am Ornithologischen Park fuhren wir zwar noch vorbei – aber Parkplatz? Fehlanzeige. Der Park wollte uns heute wohl auch nicht unbedingt sehen. Also weiter nach Aigues-Mortes. Und da lief es plötzlich richtig gut: Parkplatz direkt bei der Altstadt, die Stadtmauer praktisch schon zum Anlehnen nah. Kaum ausgestiegen, waren wir mittendrin.

Die Stadtmauer war beeindruckend, und innen erwartete uns ein kleines Gassenlabyrinth. Es gab diese ruhigen Ecken, wo man sich fragte, ob die Stadt kurz Pause macht, und dann wieder die belebten Gassen mit Läden und Restaurants. Wir liefen einmal gemütlich im Kreis, hinaus zur Stadtmauer, wieder zurück ins Zentrum – und stellten fest: Verlaufen ist hier eigentlich unmöglich. Egal, wo man abbiegt, man landet früher oder später wieder an denselben Stellen. Fast schon praktisch.

Am Schluss gingen wir noch durch ein Tor hinaus – und standen plötzlich vor den Salzfeldern. Das Wasser schimmerte teilweise violett, im Hintergrund lagen riesige Salzberge herum, als hätte jemand zu viel davon produziert und einfach gestapelt. Wir liefen ein Stück über einen Holzsteg entlang, mit einem kleinen Fluss dazwischen, und genossen diese sehr spezielle Landschaft.

Trotzdem entschieden wir uns weiterzufahren, statt hier zu übernachten. Nächster Halt: Béziers. Unterwegs fiel uns auf, dass es heute viele Wohnmobile hatte – so viele wie noch nie. Entsprechend gross war die Befürchtung, dass der Stellplatz schon komplett voll sein würde. Aber wir hatten Glück: Es hatte tatsächlich noch freie Plätze. Kleine Erleichterung, grosse Freude.

Kaum angekommen, ging’s direkt weiter zur zweiten Stadtbesichtigung des Tages – man will ja effizient sein. Der Weg führte uns entlang eines Kanals, vorbei an zwei Schleusen, die leider gerade nichts zu tun hatten. Kein Boot, keine Bewegung – quasi Schleusen im Standby-Modus. Dafür gab es einen kleinen Hafen mit ein paar festgemachten Schiffen, ganz entspannt.

Dann kam ein kleines Highlight: Der Kanal führte über eine Brücke… über einen Fluss. Also ein Kanal für Boote, der über Wasser verläuft, auf dem auch Wasser fliesst. Kurz Gehirnverknotung, dann Staunen. Schon ein spezieller Anblick.

Auf der anderen Seite verliessen wir den Kanal und liefen am Fluss entlang weiter, bis wir eine schöne alte Steinbrücke fanden, über die wir wieder zurück auf die andere Seite gelangten. Von dort ging es hinauf Richtung Kathedrale. Hier gab es die Wahl: laufen oder Lift. Ich nahm einmal den Lift, Cornelia gleich zweimal – man muss Prioritäten setzen.

Ein Teil des Weges führte über einen Holzsteg leicht bergauf am Hang entlang, mit einer richtig schönen Aussicht. Oben angekommen genossen wir den Blick, schauten uns die Kathedrale an und schlenderten noch etwas durch die Altstadt. Viele kleine Gassen, viel Charme – die Markthalle hatte leider geschlossen, was natürlich genau unserem Timing entsprach.

Also ging es weiter durch eine grosse Fussgängerzone und einen schönen Park zurück Richtung Stellplatz. Und weil wir offensichtlich noch nicht genug unterwegs waren, schauten wir am Schluss noch in ein Einkaufszentrum rein. Viele Läden, viel Auswahl – aber natürlich genau der Supermarkt, den wir gesucht hätten, war nicht da. Klassiker.

Dafür fanden wir etwas fast noch Besseres: ein offenes Restaurant. „Das Büro“ – klingt nach Arbeit, war aber genau das Gegenteil. Dort gönnten wir uns einen Mojito, einen „irgendwas Spritz“, Cheddar Fries und panierte Poulet Sticks. Es war richtig gut, warm und gemütlich – und genau das, was man nach so einem frischen Tag braucht. Denn draussen war es heute ziemlich kühl. Die Kappe war definitiv nicht mehr nur Accessoire, sondern Pflichtprogramm.

Danach noch kurz durch ein paar Läden gebummelt, und dann ging es zurück ins Wohnmobil. Ein Tag, der eigentlich ganz anders geplant war – aber am Ende mindestens genauso gut wurde. 😄

27. März 2026 

 

Heute stand noch ein offener Punkt auf der Béziers-To-do-Liste: die Markthalle. Also ging’s nach dem Frühstück nochmal los – vorbei am Einkaufszentrum, durch den schönen Park und die grosse Fussgängerzone. Diese war heute sogar noch etwas lebendiger, denn es hatte einen kleinen Markt, vor allem mit Blumen, und tatsächlich gab es schon Geranien und Sommerflor zu kaufen – Frühling zum Mitnehmen. In der Markthalle angekommen, deckten wir uns mit Brot und Gemüse ein. Die Halle selbst war so übersichtlich, dass man sich fast bemühen musste, nicht direkt wieder draussen zu stehen, und die Preise waren eher von der selbstbewussten Sorte.

Auf dem Rückweg entdeckten wir noch einen kleinen Supermarkt, wo wir Getränke einkauften, bevor es wieder hinunter zum Bahnhof ging, über eine Brücke über die Geleise und zurück zum Kanal. Und Überraschung: Auch heute war bei den Schleusen absolute Flaute – kein Boot, keine Bewegung, weiterhin Energiesparmodus. Zurück beim Wohnmobil erledigten wir noch schnell das Pflichtprogramm mit Grauwasser entsorgen und Frischwasser tanken, quasi Wellness für das Fahrzeug, und machten uns dann mautfrei auf der Route du Vin Richtung Carcassonne.

Die Strecke war angenehm zu fahren, zwischendurch legten wir einen Fotostopp bei den Reben ein, alles schön idyllisch – bis es in den kleinen Städtchen enger wurde und uns prompt ein Lieferwagen den Spiegel streifte. Wir standen brav am Rand und machten Platz, aber offenbar nicht alle mit derselben Fahrqualität unterwegs. Zum Glück blieb es bei ein paar Kratzern und einem leicht eingedrückten Spiegel, der war aber schnell wieder ausgeklappt – ärgerlich, aber glimpflich ausgegangen.

In Carcassonne angekommen, machten wir uns bald auf den Weg in die historische Altstadt. Der Weg führte an einem idyllischen Flüsschen entlang und danach hinauf zur Stadt, deren Mauern mit den vielen Türmen wirklich beeindruckend aussahen, fast ein bisschen wie aus einem Märchen. Oben schlenderten wir durch die Gassen, mit der üblichen Mischung aus einer etwas touristischeren Strasse mit offenen Läden und lebhafter Stimmung und ruhigeren Ecken, wo vieles geschlossen war oder gerade gearbeitet, aufgebaut oder restauriert wurde. Mitten in dieses schöne Setting platzte dann mein Nasenbluten, natürlich perfekt getimt, sodass wir erstmal eine Pause auf einer Bank beim Haupttor mit den beiden Zugbrücken einlegten – immerhin mit spektakulärer Aussicht.

Wir entschieden uns, zurück ins Wohnmobil zu gehen, uns etwas auszuruhen und später nochmal loszuziehen. Am späten Nachmittag, so gegen 16:30 Uhr, starteten wir dann zur zweiten Runde, liefen diesmal noch ein Stück weiter dem Fluss entlang und nahmen einen breiteren Weg hinauf zur Burg. Oben war es deutlich ruhiger als am Mittag, weniger Menschen, einige Läden bereits geschlossen – insgesamt viel entspannter. Wir drehten nochmal eine Runde durch die Gassen, besuchten die Kathedrale und machten uns dann auf die Suche nach einem Restaurant.

Was sich als kleine Herausforderung entpuppte, denn laut Google hätten viele um 19 Uhr öffnen sollen – in der Realität war das eher eine vage Idee als ein Versprechen. Da wir sowieso nicht so lange warten wollten, nahmen wir das, was offen war. Schon den ganzen Tag hatten wir überall dieses Gericht mit weissen Bohnen, Wurst und Entenfleisch gesehen, also entschieden wir uns, das zu probieren, zusammen mit gebratenem Camembert mit Frites und Salat, der ebenfalls gefühlt auf jeder Menütafel stand.

Tja… das war dann eher ein kulinarisches Experiment. Das Bohnengericht war na ja und vor allem in einer Menge serviert, die locker für mehrere Personen gereicht hätte, und der Camembert war sehr intensiv und ebenfalls alles andere als zurückhaltend portioniert. Während wir uns also tapfer durch Ente und Bohnen arbeiteten und den Camembert eher vorsichtig reduzierten, meldete sich auch mein Nasenbluten wieder zurück, was die Situation nicht unbedingt verbesserte. Cornelia war vom Käse eher angeschlagen, ich vom Nasenbluten – sagen wir, es war nicht unser Glanzmoment.

Also ging es relativ bald wieder zurück zum Wohnmobil, immerhin begleitet von einer richtig schönen Abendstimmung, bei der die beleuchtete Festung nochmals richtig Eindruck machte. Zurück im Wohnmobil hiess es dann: erholen, etwas chillen und den Tag ausklingen lassen. 

28. März 2026 

 

Heute stand der Länderwechsel auf dem Programm: Frankreich verlassen und ab nach Spanien. Eigentlich hatten wir noch kurz die romantische Idee, der Küste entlangzufahren – ein bisschen Nostalgie, schliesslich waren wir hier vor etwa neun Jahren mit den Kindern auf einem Campingplatz. Klingt schön, fühlt sich gut an… bis man den Wetterbericht anschaut. Denn unser treuer Begleiter der letzten Tage, der Wind, hatte weiterhin Grosses vor – nur leider nicht in unserem Sinne. An der französischen Küste sollte es die nächsten Tage fröhlich weiterstürmen, während in Spanien fast schon Windstille angesagt war. Also war schnell klar: Nostalgie schön und gut, aber wir mögen es lieber, wenn uns das Gesicht nicht weggeblasen wird. Spanien, wir kommen.

Nach dem Frühstück ging’s früh los – direkt hinein in den täglichen Kampf gegen die Naturgewalten. Der erste Teil auf der Autobahn war überraschend angenehm, wir hatten sogar Rückenwind, was sich fast ein bisschen wie Schummeln anfühlte. Doch kaum an Perpignan vorbei, dachte sich der Wind: „So, genug geholfen, jetzt wieder Gegenprogramm.“ Es wurde wieder ordentlich stürmisch, aber wir hielten tapfer dagegen und schafften es ohne grössere Zwischenfälle Richtung Grenze.

Und dann, kaum in Spanien angekommen: plötzlich Ruhe. Also nicht komplett windstill, aber im Vergleich zu vorher fühlte es sich an wie ein Wellness-Wochenende für das Wohnmobil. Je weiter wir Richtung Barcelona fuhren, desto entspannter wurde es. Gegen 13 Uhr erreichten wir den Campingplatz – und wurden erstmal von einer überraschend grossen Menge an Menschen empfangen. Viele Camper, viel Leben, fast schon ein kleines Festival. Nach den eher ruhigen Tagen fühlte sich das ungewohnt lebendig an. Und überhaupt: wieder auf einem Campingplatz stehen – das musste man erstmal wieder üben.

Wir bekamen einen Platz zugeteilt. Ein Satz, der für viele Menschen das Ende der Geschichte ist. Für uns eher der Anfang. Also parkten wir erstmal halbwegs und starteten direkt zur Inspektion des Geländes. Waschhaus? Schön. Pool? Auch da. Waschmaschinen? Wichtig. Und dann: Sektor A.

Plötzlich war alles klar. Schönere Plätze, bessere Lage, sogar ein Hauch von Meerblick. Also zurück zur Rezeption, freundlich nachgefragt – und tatsächlich: Wir durften wechseln. Ein kleiner Sieg des Camper-Alltags! Also Motor wieder an, einmal quer über den Platz chauffieren und neu einrichten. Zweiter Versuch, deutlich besser.

Kaum angekommen, starteten wir direkt das nächste Projekt: Wäsche waschen. Und jetzt kommt der eigentlich unglaubliche Teil: Drei von vier Waschmaschinen waren frei. Drei! Wir nutzten die Gelegenheit natürlich sofort.

Zwischendurch schauten wir noch im Laden vorbei – Preise eher im „Ferienmodus“, aber immerhin gab es alles, was man braucht. Während die Wäsche ihre Runden drehte, planten wir noch unseren Barcelona-Besuch für Montag. Kleiner Dämpfer: Die Sagrada Família scheint komplett ausgebucht zu sein. Ich verbrachte trotzdem gefühlt eine halbe Ewigkeit damit, irgendwo noch ein Ticket aufzutreiben – mit mässigem Erfolg. Aber gut, wir haben sie ja vor zweieinhalb Jahren schon gesehen… rede ich mir zumindest ein 😄

Danach wurde die Wäsche aufgehängt – klassische Camping-Ästhetik mit Leine und allem, was sich irgendwie befestigen lässt. Ein Teil kam in den Trockner, und der war nach einmal laufen tatsächlich komplett fertig. Ein kleines Wunder der modernen Technik.

Zum Nachtessen gab’s dann Plätzli vom Grill mit feinem Salat – simpel, aber genau richtig.

Am Abend machten wir noch einen Spaziergang Richtung Meer. Oder besser gesagt: Wir versuchten es. Zwischen uns und dem Wasser lagen nämlich eine viel befahrene Strasse und eine Bahnlinie. Perfekte Kombination für einen entspannten Strandzugang. Wir fanden zwar einen „Durchgang“, der aber eher nach Geheimmission als nach Spazierweg aussah – niedriger Tunnel, leicht abenteuerlich, ein bisschen ducken und hoffen.

Am Meer angekommen war die Ernüchterung dann komplett: nicht wirklich schön, und oben angekommen wartete nur ein schmaler Weg direkt neben der Bahnlinie. Also eher so ein „Gut, wir waren da.“-Moment.

Zurück im Wohnmobil liessen wir den Tag gemütlich ausklingen – mit YouTube und Netflix, dank WLAN sogar ohne Datenverbrauch. Luxus pur. 😄

29. März 2026

 

Heute stand offiziell ein Ruhetag auf dem Programm, also höchste Konzentration im Nichtstun. Am Morgen war das Wetter überraschend gut, die Sonne schien und in der Sonne war es fast schon zu warm – bis der Wind einsetzte und einen schlagartig daran erinnerte, wie sich ein Kühlschrank anfühlt. Ein klassischer Fall von „zu warm oder zu kalt, such dir was aus“.

Ich nutzte die Zeit, um noch Tagebuch zu schreiben, während Cornelia las und dabei immer wieder zwischen Sonne und Schatten hin- und herwechselte. Gegen Mittag gab es wieder Plätzli vom Grill mit Salat, gefolgt von einem absolut notwendigen Mittagsschläfchen, das wir selbstverständlich sehr professionell durchführten.

Eigentlich wollten wir schon am Mittag mit dem Bus nach Matarò fahren, der praktischerweise etwa alle halbe Stunde direkt beim Campingplatz hält. Doch das Wetter entschied sich spontan für „bewölkt und kühl“, also verschoben wir unseren Ausflug kurzerhand auf den Nachmittag. Dann ging es aber los: Wir stiegen bereits bei der ersten Haltestelle am Strand aus und spazierten gemütlich Richtung Hafen. Es hatte ein paar Leute, ein paar Fischer und eine angenehm ruhige Stimmung.

Das Meer hatte allerdings seinen eigenen Plan. Die Wellen sahen nämlich so aus, als würden sie einfach den Strand hinauflaufen. Der Strand lag gefühlt zwei bis drei Meter über dem Meer, aber das Wasser dachte sich offenbar: „Das hält mich nicht auf.“ Es war erstaunlich zu beobachten, wie weit die Wellen tatsächlich hinaufkamen.

Zwischendurch telefonierten wir noch mit Luca und schlenderten weiter zum Hafen. Von dort aus liefen wir über die Hafenmauer Richtung Bahnhof. Als wir nach dem Bahnhof die Strasse überquerten, sahen wir bereits unseren Bus ankommen. Er fuhr zum Kreisel, wendete und wir dachten noch: perfekt getimt. Dann stellten wir fest, dass wir nochmal über die Strasse mussten – und natürlich waren wir genau dadurch einen Tick zu spät und der Bus fuhr schon wieder los.

Doch dann kam der glückliche Moment des Tages: Der Bus musste an der Ampel anhalten, wir liefen schnell hin – und der Fahrer öffnete tatsächlich nochmal die Tür und nahm uns mit. Rettung in letzter Sekunde.

Zurück beim Camping holten wir uns noch eine Pizza, machten es uns gemütlich und liessen den Abend entspannt mit etwas YouTube und Netflix ausklingen. Ein gelungener Ruhetag, aus Entspannung, kleinen Abenteuern und einem Hauch Bus-Drama.

30. März 2026

 

Heute stand Barcelona auf dem Programm, was bedeutete: früh aufstehen. Der Bus fuhr nämlich schon um 9:15 Uhr, aber wir haben es tatsächlich geschafft, pünktlich bereit zu sein – fast schon verdächtig gut organisiert für unsere Verhältnisse.

Nach etwa 45 Minuten Fahrt erreichten wir Barcelona. Tickets für die Sagrada Familia konnten wir leider keine mehr bekommen. Es hätte noch die Möglichkeit gegeben, sich einer englischsprachigen Tour anzuschliessen, aber bei Preisen von fast 200 Euro haben wir dankend abgelehnt. So wichtig ist und dies dann doch nicht, dass man dafür gleich ein kleines Vermögen liegen lässt, zumal wir vor ein paar Jahren bereits die Sagrada von Innen besuchen konnten, dies damals als Familie. . 

Unser erster Programmpunkt war die berühmte La Rambla. Diese führt vom Meer ins Stadtzentrum und ist normalerweise eine schöne, breite Flaniermeile mit vielen Geschäften. „Normalerweise“ ist hier allerdings das entscheidende Wort, denn aktuell ist sie eine einzige Grossbaustelle. Gefühlt wird der gesamte Boden erneuert, sodass wir eher durch eine Art urbanen Hindernisparcours spazierten.

Wir schauten noch kurz in einen FC Barcelona Store vorbei und schlenderten danach durch kleinere Gassen zurück zu dem Platz, wo die Hop-on-Hop-off-Busse starten. Dort holten wir unsere Tickets und entschieden uns für die blaue Linie.

Oben auf dem Oberdeck mit Kopfhörern ausgestattet bekamen wir zwar viele Infos über Gebäude, Strassen und berühmte Persönlichkeiten, aber ehrlich gesagt wären wir zu Fuss vermutlich manchmal schneller gewesen. Rote Ampeln und lange Stopps an Haltestellen sorgten dafür, dass sich die Fahrt etwas zog. Die Route führte unter anderem am Park Güell vorbei in Richtung Camp Nou und wieder zurück ins Zentrum. Insgesamt dauerte die Tour etwa eineinhalb Stunden – und war, sagen wir mal diplomatisch, eher auf der ruhigeren Seite. Das Camp Nou, auf das ich mich besonders gefreut hatte, entpuppte sich leider als riesige Grossbaustelle.

Zurück im Zentrum wurde erstmal eine Toilette gesucht, die wir schliesslich ganz oben in einem Einkaufszentrum fanden – manchmal sind es die kleinen Siege des Tages.

Danach ging es erneut mit der blauen Linie Richtung Park Güell. Nach einem kleinen Fussmarsch bergauf, inklusive Zwischenstopp für Getränke und Snacks, standen wir vor dem nächsten kleinen Drama: Unsere Tickets wollten wegen Internetproblemen nicht laden. Nach etwa zwei Minuten innerlichem Aufregen funktionierte dann aber doch alles – Glück gehabt.

Der Park selbst war dann schön. Wir liefen zuerst nach oben, kamen zu einer kleinen Terrasse und spazierten weiter bis zu einem Haus, das wir einmal umrundeten. Danach gönnten wir uns eine Pause mit unseren Snacks, bevor es gemütlich wieder bergab ging. Unterwegs erklommen wir noch einen Aussichtshügel – für die Aussicht muss man schliesslich arbeiten. Von oben hatte man immer wieder großartige Blicke über die Stadt.

Ein Highlight war die grosse Terrasse mit der berühmten Mosaikbank, auf der gefühlt im Sekundentakt Fotos gemacht wurden – natürlich auch von uns. Danach ging es zu einen beeindruckenden Gewölbegang und unter die Terrasse mit ihren verzierten Säulen und Mosaikdecken. Zum Schluss kamen wir zur grossen Treppe mit dem bekannten Salamander und den von Gaudí gestalteten Gebäuden. Ursprünglich war der Park übrigens als luxuriöse Wohnsiedlung gedacht, aber es wurde nur ein Haus, eigentlich gedacht als Musterhaus, fertiggestellt, in dem Antoni Gaudí selbst etwa 20 Jahre lebte.

Nach dem Park machten wir uns zu Fuss auf den Weg zur Sagrada Família. Dort angekommen: Überraschung – wieder Baustelle. Die werden hier wohl nie fertig 😄 Trotzdem liefen wir einmal rundherum und machten zahlreiche Fotos. Die Kirche ist nach wie vor beeindruckend, und man könnte die Fassade stundenlang anschauen und würde immer wieder neue Details entdecken.

Anschliessend entschieden wir uns, noch die rote Buslinie zu nehmen. Auch hier ging es eher gemächlich voran, aber diese Strecke war deutlich interessanter, besonders rund um den Montjuïc. Dort sahen wir die Seilbahn, viele Sportstätten der Olympischen Spiele (1999) und allerlei Museen sowie einen botanischen Garten – ein Ort, an dem man locker noch mehrere Tage verbringen könnte.

Die Route führte danach hinunter zum Hafen, wo direkt ein wenig Nostalgie aufkam, da wir ja schon einmal mit dem Kreuzfahrtschiff hier waren. Wir stoppten sogar am gleichen Ort, wie damals mit dem Shuttlebus des Schiffs.

Um Zeit zu sparen, stiegen wir etwas früher aus und liefen erneut die La Rambla entlang – oder besser gesagt: durch die Baustelle Rambla. Kurz vor unserer Bushaltestelle gönnten wir uns noch einen Burger. Allerdings dauerte die Auslieferung so lange, dass es eher in Stress als in Genuss ausartete, da unser Bus immer näher rückte.

Im Bus zurück zum Camping gab es dann noch eine kleine Extra-Rundfahrt, weil auf der Autobahn ein Unfall war. Uns störte das aber wenig, da wir so nochmals am Hafen vorbeikamen und ein Stück näher am Meer entlangfuhren – was wirklich schön war.

Zurück auf dem Campingplatz gingen wir noch kurz einkaufen und unterhielten uns mit unseren Nachbarn, die ebenfalls in Barcelona waren. Netflix fiel am Abend allerdings aus, da das WLAN heute eher auf „Ruhetag“ eingestellt war.

 

31.  März 2026

 

Heute war wieder mal offiziell „Ruhetag“ – also genau die Art von Tag, die man sich vornimmt, nachdem man am Abend vorher noch hochmotiviert Pläne schmiedet, am nächsten Tag unbedingt nach Barcelona zu fahren. Aber seien wir ehrlich: Die Vorstellung, La Rambla im Baustellenmodus zu erleben, oder beim Camp Nou zwischen Kränen und Gerüsten zu stehen, hat uns dann doch nicht ganz überzeugt. Auch die berühmte Sagrada Família läuft ja nicht weg – und vielleicht sieht sie beim nächsten Mal ein kleines bisschen weniger nach „Work in Progress“ aus.

Kurz gesagt: Wir haben unsere grossen Ausflugspläne heldenhaft gestrichen und stattdessen das gemacht, was man im Urlaub viel zu selten tut – absolut nichts.

Auch der Plan, nochmal nach Mataró zu fahren, fiel irgendwann leise unter den Tisch. Stattdessen blieb es bei einem entspannten „Hierbleiben“. Der Tag begann damit, dass wir unsere Nachbarn aus Rheinfelden verabschiedeten – ein bisschen wie am Ende eines Ferienlagers, nur ohne Lagerfeuer, dafür mit ehrlichem „Macht’s gut“.

Danach: Sonne. Einfach Sonne. Und dieses herrliche Gefühl, nichts tun zu müssen. Ich habe mein Tagebuch nachgeführt (man will ja schliesslich nicht, dass die Nachwelt denkt, wir hätten nur gegessen und geschlafen), zwischendurch wurde sogar der Abwasch erledigt – ein kurzer Moment von erstaunlicher Produktivität.

Kulinarisch ging’s ebenfalls nicht schlecht weiter: Zum Mittagessen gab es Teigwaren mit gelber Tomatensauce – überraschend fein und definitiv wiederholungswürdig. Am Abend wurde es dann international: Ich habe draussen meine Paella auf dem Induktionskochfeld zelebriert, während Cornelia sich ganz entspannt eine Pizza gönnte. Jeder nach seinem Geschmack – perfekte Arbeitsteilung. Den krönenden Abschluss bildete ein klassischer Feierabend-Marathon mit YouTube und Netflix.